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Helmut 
Preißler 
gestorben

Helmut Preißler (1925–2010)
Helmut Preißler (1925–2010) © Foto: MOZ/Gerrit Freitag
dpa / 30.12.2010, 18:45 Uhr
Bad Saarow (In House) Helmut Preißler hinterlässt ein irritierendes Erbe. Der Lyriker, der am 20. Dezember im Alter von 85 Jahren in Bad Saarow starb, war ein empfindsamer Dichter, aber auch ein Kulturarbeiter, der dem DDR-Regime zum Munde schrieb.

Preißler, 1925 in Cottbus geboren, hat nach dem Krieg als Neulehrer gearbeitet, am Literaturinstitut in Leipzig studiert und kam dann nach Stalinstadt/Eisenhüttenstadt. Die Zeit da nannte er später eine der schönsten seines Lebens. Dort schrieb er den Text für das Singspiel „Blas das Feuer an“, dessen Verklärung der DDR-Diktatur typisch war für Preißler. Er sei der Verfasser „holzschnittartiger Agit-Prop-Gedichte“ gewesen, wurde ihm später vorgeworfen. Seine Verse wie „Du musst dem Staate der Arbeiter nützen“ waren Schulstoff und DDR weit bekannt. Preißler sagte von sich, er sei ein „Überzeugungstäter“ gewesen.

Daneben schrieb er aber auch wirklich anrührende Liebeslyrik. Der Autor, der unter anderem viele Jahre für das Kleist-Theater in Frankfurt (Oder) gearbeitet hat, blieb der Region immer verbunden. Noch hoch betagt lud er hier immer wieder zu seinen Lesungen ein.

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Petra Weber, Seelow 26.03.2015 - 11:06:44

"Ausgewählte Gedicht"e von Helmut Preißler

Hab ein Buch gefunden, "Ausgewählte Gedichte". Ich liiiebe Bücher, aber dieses konnte ich nicht lesen. Keine Reime meist und so lyrisch, dass man`s als Normalsterblicher (also kein Künstler) nicht versteht. Gut, dass wir ihn nicht lesen mussten in der Schule. Und die Erinnerung jetzt an SOZIALISTISCHE Dichtung und Lyrik und Literatur ist nicht angenehm. Liest sich wie versteckte, wortumschleierte Befehle, dem Soz. zu glauben, ihm zu dienen, nicht zu schaden, ihn aufzubauen... Und dann war er noch IM? Ja, das passt. Ich hab das Buch nicht weggeworfen, nur in`s Altpapier gegeben, so hat es wenigstens noch diesen einen Nutzen und bringt jemandem ein bisschen Geld . . .

Christian Pietà 15.01.2011 - 19:10:27

Agit-Prop-Gedichte

Helmut Preißler hatte eine im Faschismus verlorene Jugend im Gepäck, als im Mai 45 ein zweites Leben für ihn begann. Wenn so einer das Schreiben zum Beruf macht und aus Überzeugung Gedichte für einen neue Gesellschaft schreibt, für einen Staat der Arbeiter und Bauern, gegen den Krieg und seine kapitalistischen Ursachen, ja, dann braucht es Agit-Prop-Kunst als Waffe, das ist kein Makel in der künstlerischen Vita von Helmut Preißler, sondern ein Ehrentitel. Seiner politischen Lyrik insgesamt gebührt, ungeachtet auch misslungener oder problematisch aiffirmativer Texte, eine schmerzhaft nahe und verstörende Auseinandersetzung mit den Verbrechen NS-Deutschlands. Der Verfasser (suw) nimmt versöhnlich zur Kenntnis, dass Helmut Preißler auch anrührende Liebeslyrik verfasst habe. Ob das Atrritbut "anrührend" wirklich ein Lob ist, sei dahin gestellt, aber richtig ist, Preißlers Lyrik kennt viele Sujets, die berühren ob ihres tief empfundenen und dichterisch gestalteten Humanismus. Darin war Helmut Preißler integer und glaubwürdig, aller Wende zum Trotz. Sein Tod ist ein Verlust, sein dichterisches Werk ein Teil unseres kulturellen Gedächtnisses.

E.Rasmus 07.01.2011 - 18:31:55

Ein lyrischer Nachruf

Gewidmet Helmut Preißler - 16.12.1925 bis 20.12.2010 - Allgegenwärtig in des Dichters Träumen, Ergießen sich aus Sprudelquellen Bäche, Bis daß der Frühling mit den Knospen spreche Und in der Ebene des Stromes schäumen Des Wortes Wogen hin zu Meeresräumen. Wo Flut und Ebbe nähren die Gestade, Erfährt das Aug, was wohl dem Ohr entging. Unausgesprochen an den Lippen hing Ein Kuß der Quellen in des Meeres Bade Schmeckt Salz des Dichters Tränen-Menschen-Pfade.

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