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Neunaugen ohne Skrupel

emweyer / 02.01.2011, 20:20 Uhr
Schwedt (In House) In bester Laune stiegen die Eisbader „Schwedter
Neunaugen“ am Neujahrstag in das eigenhändig ausgesägte Wasserloch am Kanal. Die Wassertemperatur lag bei zwei Grad und war genauso hoch wie die Luft- und Sekttemperatur. Die Rotkäppchen-Flasche hatte draußen im Schnee gewartet.

Mit der Eissäge hatten die Neunaugen Blöcke von 40 Zentimetern Dicke aus dem Kanalpanzer gesägt. Fast anderthalb Stunden hatte es gedauert, ehe ihr Tauchbecken fertig war. Nach dem traditionellen Saunagang ließen sie dort die Sektgläser klingen. Jüngster Teilnehmer, der selbstverständlich nichts trank, war der zwölfjährige Erik-Fin Lorenzen.

Üblicherweise tauchen die Neunaugen ab, wie Gott sie erschuf. Für das offizielle Zeitungsfoto stiegen sie in Bademode ins Wasser. Angesichts des Temperaturschocks zwischen Saunapritsche und Kanal erklärte Eisbader Gerhard Bowitzky: „Überwinden müssen sich nur Anfänger. Wir Neunaugen haben da keine Skrupel mehr. Das Wichtigste ist, dass jeder sein eigenes Aufwärmprogramm an Fitnessgeräten macht und aktiv seine Körpertemperatur auf Touren bringt. Dann geht es ins Wasser, dann in die Sauna.“

Die Saison der Schwedter Neunaugen hat am 1. Oktober begonnen und wird am 30. April mit dem traditionellen Abbaden aller deutschen Eisbader in Warnemünde enden. Zuvor besuchen die Schwedter gleichgesinnte Freunde bei den „Berliner Seehunden“.

Zum Ritual der Neunaugen gehört an jedem Freitag der Saunabesuch im Wassersportzentrum am Kanal mit Abtauchen. „Das ist stets ein schöner Abschluss der Woche. Und weil man in der Gruppe ist, geht man auch ins kalte Wasser. Ich kann danach wunderbar schlafen und freue mich immer schon auf den nächsten Freitag“, erzählt Ilona Rußack. „Außerdem sind wir dadurch so gut wie nie erkältet.“

Gerhard Bowitzky, der auch Vize-Vorsitzender im Wassersportverein PCK Schwedt ist, erzählt: „Die Neunaugen gibt es seit vier Jahren. Wir haben uns nach einem Fisch benannt, der einst massenhaft in der Oder zu finden war. Wenn wir Eisbader im Sommer Pause haben, unternehmen wir Fahrten auf der Welse und durch den Nationalpark. Es ist sehr familiär.“

Außerdem mischen die Eisbader aktiv im Vereinsleben von Wassersport PCK mit. Während der Spaßregatta im August 2010 hatte der Neunaugen-Fun-Vierer den zweiten Platz belegt.

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