Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Weltmeister auf dem Großfeld

DSTULPEN / 25.01.2008, 18:55 Uhr
Am morgigen Sonntag feiert Klaus Müller seinen 70. Geburtstag. Der ehemalige sehr erfolgreiche ASK-Handballer hat dazu die Familie und ehemalige Sportkameraden in die Gaststätte "Zum schwarzen Peter" im Stadtteil Nord eingeladen.

Der gebürtige Neuköllner ist in der Brandenburger Handball-Hochburg Milow bei Premnitz groß geworden. Als er 1955 seinen Armeedienst in Torgelow antreten musste, erkannte man bei einer Sichtung sofort das Talent des 1,88 m großen Burschen. So wurde der schnellkräftige und stämmige Typ erst zum ASK Neubrandenburg, etwas später zum ASK Berlin (1958) delegiert.

Klaus Müller kann auf 49 DDR-Länderspiele auf dem Großfeld und in der Halle zurückblicken. Er nahm an vier Weltmeisterschaften - zwei auf dem Großfeld, zwei in der Halle - teil. Als blutjunger Mittelstürmer erkämpfte er sich 1963 auf dem Großfeld in der Schweiz den Weltmeistertitel. "Ein unvergessliches Erlebnis", so der Jubilar, der sich noch an jedes Detail erinnern kann: "Wir gewannen im Finale das Duell zwischen der DDR und der Bundesrepublik mit 14:7, dazu konnte ich fünf Treffer beisteuern." Mit Waldemar Pappusch, Hans Haberhaufe, Klaus Hebler und Herbert Liedtke standen noch vier weitere ASK-Spieler im Siegerteam.

1966 im österreichischen Linz wurde der bullige Mittelstürmer, der immer dahin ging, wo es weh tat, noch einmal Vize-Weltmeister. Hinzu kamen fünf DDR-Meistertitel (Feld) und ein Titel in der Halle mit dem ASK Berlin (1964). Mit der Verlegung des ASK im Januar 1969 von Strausberg an die Oder landete Müller beim ASK Frankfurt, der damals in der Ernst-Kamieth-Halle sein Domizil hatte. 1971 endete seine Spielerkarriere auf der Kreismitte-Position mit dem Oberliga-Vizemeistertitel und er begann ein Trainer-Fernstudium an der DHfK in Leipzig. In dieser Zeit war er als Mannschaftsleiter der ASK-Boxer tätig, ehe er nach erfolgreichem Abschluss des Studiums im Jahre 1976 unter Waldemar Pappusch (verantwortlicher Trainer) bis 1980 als Co-Trainer die Oberliga-Männer des ASK betreute.

"Eine super Zeit, mit einer super Mannschaft", schwärmt Müller noch heute. Schließlich standen in dieser Mannschaft neben gestandenen Nationalspielern wie Josef Rose, Hans Engel und Walter Smuch mit dem heutigen FHC-Bundesligatrainer Dietmar Schmidt, Klaus Gruner und Hans-Georg Beyer auch noch drei Olympiasieger von Moskau (1980). Anschließend war Müller viele Jahre im Nachwuchsbereich tätig, war als Bezirkstrainer der Armeesportvereinigung (ASV) für den Talente-Nachschub der Frankfurter Sportschule zuständig.

"Als ich im Januar 1970 mit meiner Familie an die Oder zog, haben sich viele meiner Berliner Mitspieler regelrecht erschrocken, denn da sah es noch aus wie kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Aber wir haben schnell eine eigene Wohnung beziehen können", erinnert sich der Jubilar. Inzwischen ist er längst in der Oderstadt heimisch geworden, will nicht mehr weg. "In den zurückliegenden 38 Jahren hat sich hier vieles entwickelt und zum Guten gewendet, fühlen wir uns längst wohl an der Oder. Zudem haben wir in der Nähe von Kienbaum ein schönes Wassergrundstück, wo es uns im Sommer hinzieht", so der 70-Jährige, der sich dort auch oft am Besuch seiner fünf Enkel und des Urenkels erfreut.

Die Handball-EM ist für Klaus Müller ein Muss: "Bislang habe ich alle Spiele im Fernsehen verfolgt. In spielerischer Hinsicht hat sich gegenüber meiner aktiven Zeit nicht allzu viel verändert. Aber hinsichtlich der Athletik und der Größe der Spieler hat sich eine Menge getan", so der 1,88 Meter große Jubilar, der in seiner besten Zeit ein Wettkampfgewicht von 90 kg hatte. "Jetzt sind es einige Kilo mehr", meint er mit einem Schmunzeln.

Die Frage, ob es bei der EM nicht zu hart zu geht, zumal die Deutschen vor dem Halbfinale einige Verletzte zu beklagen haben, verneint der 70-Jährige. "Im Handball ging es schon immer tüchtig zur Sache, davon kann auch ich ein Lied singen. Als Mittelstürmer musste ich mich immer mitten ins Getümmel stürzen. Neben diversen anderen Verletzungen habe ich mir dabei allein sechsmal das Nasenbein gebrochen."

Nachdem die deutsche Nationalmannschaft mit etwas Glück gegen Schweden ins Halbfinale eingezogen ist, glaubt der ehemalige Nationalspieler nun ganz fest an eine Medaille. "Wenn sich das Team noch einmal steigern kann, ist ja vielleicht sogar der EM-Titel möglich", glaubt der 70-Jährige.

Für Klaus Müller steht in diesem Jahr noch ein weiteres wichtiges Jubiläum an, denn der Vater zweier erwachsener Kinder feiert mit seiner Ehefrau Siegrid, die viele Jahre als Lehrerin an der Frankfurter Sportschule tätig war, den 40. Hochzeitstag.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG