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Hochwasser-Opfer formieren sich

mwilde / 11.01.2011, 07:47 Uhr - Aktualisiert 11.01.2011, 08:09
(In House)  

Ziel der Briefkasten-Aktion in Grünheide ist nach Angaben von Martin Fritsch von der Bürgerinitiative (BI) „Müggelspree“, die Schwere der Betroffenheit zu ermitteln und „ein Gegengewicht zu den Behörden zu schaffen“, so Fritsch. Um möglichst viele Menschen zur erreichen, verteilten die acht aktiven Mitglieder der BI kürzlich über 1000 Handzettel. Sie sollen nun ausgefüllt in die Pappkisten, die etwa im L-38-Markt, in der Bäckerei Scharmer in Hangelsberg oder dem Quick-Shop Spreeau stehen, geworfen werden.„Hochwasserbetroffene wehrt Euch!!!“, ist die A-4-Seite überschrieben. Als Ursache des Wasserproblems wird die Renaturierung der Müggelspree angeführt.

Seit Jahren klagt der Neu Zittauer Landwirt Volker Schmohl in dieser Sache. Nun bereitet er eine Sammelklage vor. Zwar trete er „noch nicht“ in der Bürgerinitiative in Erscheinung. Jedoch sollten die gesammelten Namen „eventuell als Background für die Klage genutzt werden“, sagt Martin Fritsche. Wie, sei noch nicht klar. „Wir müssen einen rechtlich sauberen Weg finden.“ Immerhin erfährt der Bürger auf den Zetteln nichts von einer Klage.

Ein erstes Ziel der BI sei es, Bürger, Wasserverbände und Landesumweltamt an einem runden Tisch zu bekommen. Heute soll zunächst die von der Gemeinde Grünheide für 18 Uhr im Bürgerhaus Hangelsberg organisierte Infoveranstaltung zur Hochwassersituation dafür genutzt werden, um der Verwaltung einen Katalog mit rund 20 Forderungen zu überreichen.

Nicht ganz so drastisch formuliert Hans-Peter Bernert aus der Herweghstraße in Erkner, aber auch er hält die Zustände für hausgemacht. „Ein bisschen Hochwasser konnten wir immer ab“, sagt der Erkneraner. Aber die Verlandung des Fluss-Auslaufs in den Dämeritzsee und des Gosener Grabens, der mit den 
Erkneraner Gewässern verbunden ist, verhindert nach seiner Einschätzung das Abfließen des Wassers. Bernert erinnert daran, dass zu DDR-Zeiten das Eis auf dem Dämeritzsee manchmal gesprengt wurde, um die Stauwirkung zu durchbrechen. Das Wasser- und Schifffahrtsamt in Berlin hatte vor Weihnachten den Einsatz eines Eisbrechers abgelehnt; das sei kontraproduktiv, hieß es 
damals.

In Neu Zittau sind bisher vor allem Bungalows am Wurgel betroffen, dem tiefsten Punkt der Spree. Am Spreebord, unterhalb der Brücke am Ortseingang, gibt es noch zwei tiefliegende Häuser, so Ortsvorsteher Andreas Heibuch, sie hätten aber beide keine Keller. „Wer die Gegend und ihre Geschichte kennt, muss wissen, dass es so etwas geben kann“, sagt der Neu Zittauer.

In Hartmannsdorf äußern die Feuerwehrleute unterdessen erneute Sorge über die Straße nach Stäbchen. Das erst im Dezember aufgebrachte Recycling sei bereits völlig breitgefahren, alles eine einzige Modderstrecke. Bald staue sich darauf erneut das Wasser, eine Vollsperrung sei dann unumgänglich. Das Amt Spreenhagen reagiert und schickt heute nochmal einen Reparaturtrupp raus. „Da säuft keiner ab. Man sollte aber auch nicht mit Tempo 90 angerauscht kommen“, sagte Amtsdirektor Joachim Schröder.

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