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Bebauung in Mehrow vorerst vom Tisch

KUKRAKAU / 19.01.2011, 05:59 Uhr
Ahrensfelde (In House) Von Kai-Uwe Krakau

Die weitere Zersiedelung von Mehrow ist zunächst gestoppt: Die Gemeindevertretung Ahrensfelde lehnte am Montagabend einen Beschluss über den Antrag zur Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens für den Bereich nördlich Zur Lake ab.

„Wir sollten das Thema zurückstellen, bis der neue Flächennutzungsplan vorliegt“, hatte zuvor Winfried Wolf vorgeschlagen. Eine Diskussion erschien den Gemeindevertretern überflüssig zu sein – sie fand nicht statt. Die Entscheidung fiel anschließend einstimmig aus. Verschoben wurde auch eine Entscheidung auf Ausweisung von Siedlungsflächen in Eiche und die weitere Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens – diesmal östlich der Ortslage Mehrow. Die Gemeinde Ahrensfelde ist gegenwärtig dabei, einen gemeinsamen Flächennutzungsplan (FNP) zu erarbeiten. Für Mehrow lag bisher kein entsprechendes Dokument vor.

Welche Bebauung nördlich Zur Lake im Detail geplant ist, blieb der Öffentlichkeit unterdessen verborgen. Die Verwaltung stellte lediglich das Deckblatt der Vorlage 2011/214 zur Verfügung. Die Anlagen, in denen der Antrag begründet und erläutert wurde, fehlten. Interessierte Bürger konnten sich ebenfalls nicht über das Thema informieren. Auf der kommunalen Internetseite ist ebenfalls nur das kaum aussagekräftige Vorlagen-Deckblatt eingestellt – eine „Transparenz“, die auch von der Bürgerinitiative „Mehrow 21“ scharf kritisiert wird. Völlig unklar ist zudem, warum der Antrag auf Einleitung des Verfahrens fast zwei Jahre in der Verwaltung lag und ausgerechnet in der Januar-Sitzung der Gemeindevertretung präsentiert wird. Dieser wurde nämlich, so ist es auf dem ersten Blatt zu lesen, bereits am 9. März 2009 gestellt.

Ahrensfeldes Bürgermeister Wilfried Gehrke sagte in der Sitzung, es sei „befremdlich, dass die Bürgerinitiative gleich so um sich schlägt“. Er habe bisher noch keinen Kontakt zu der Gruppierung gehabt. „Es gab lediglich Anfragen von Einzelpersonen“, so der Verwaltungschef. Gleichwohl sei eine Bürgerinitiative „grundsätzlich“ zu begrüßen. Gehrke verwahrte sich auch gegen die Kritik mangelnder Transparenz. „Alle Haushalte von Mehrow sind vor der Informationsveranstaltung im vergangenen November angeschrieben worden“, erklärte der Bürgermeister. Das habe man in keinem anderen Ortsteil so gemacht.

Gehrke lud die Bürgerinitiative ausdrücklich zu Gesprächen ein. „Wir sind dazu gerne bereit“, sagte gestern der Sprecher von „Mehrow 21“, Thomas Wüpper. Er betonte zugleich, dass man diese bereits am 2. Januar in einer Mail an Bürgermeister Gehrke und die Mehrower Ortsvorsteherin Beate Unger angeboten habe. Darin wurde die Verwaltung auch über den Beginn der Unterschriftenaktion zur Umsetzung des Dorferneuerungsplanes von 2004 und der Wiederherstellung des ehemaligen Parks informiert. Dafür war wohl die öffentliche Ankündigung von Ortsvorsteherin Unger ausschlaggebend, wonach sie eine Bebauung im ehemaligen Parkgelände befürwortet. Das widerspreche allem, was zuvor von seiten der Kommune und des früheren Amtes verlautete, so die Initiative.

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Gemeindevertretung Winfried Wolf Bebauungsplanverfahren Kai - Uwe Krakau Bebauung

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