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Grüne Woche ohne den Barnim

Alexander Kempf / 19.01.2011, 19:23 Uhr
Bernau (In House) Der Barnim ist in diesem Jahr nicht auf der Grünen Woche in Berlin vertreten. In den Jahren 2009 und 2010 präsentierte sich der Landkreis den Messebesuchern noch auf dem Stand des Landkreistages. Dort können Landkreise jedes Jahr gebührenfrei in eigener Sache werben. Sie müssen lediglich für ihre eigenen Auslagen aufkommen. Die Kosten für die Standfläche, den Standbau und den Strom übernimmt der Verband.

In diesem Jahr erreichte Markus Mempel, den Pressesprecher des Landkreistages, keine Bewerbung aus dem Barnim. Dabei hatte er durchaus noch Plätze zu vergeben. „Bisher haben wir uns auf Initiative von Firmen und Vereinen aus der Region um einen Platz beworben. In diesem Jahr ist uns nicht signalisiert worden, dass Bedarf besteht“, erklärt die Pressesprecherin des Landkreises, Marianne Schlestein. Die Wirtschafts- und Tourismusgesellschaft für den Barnim, kurz WITO, führe jährlich eine Umfrage durch, ob bei regionalen Unternehmen Interesse besteht, sich auf der Messe zu präsentieren. In diesem Jahr scheinbar ohne Resonanz.

„Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Messen im Allgemeinen und besonders die Grüne Woche sehr teuer sind und wenig messbare Erfolge zeigen“, lässt der Wirtschaftsdezernent des Barnim, Carsten Bockhardt, auf Anfrage mitteilen. Die Messebesucher würden dort auf kulinarische Entdeckungsreise gehen, nicht nach Urlaubsgebieten suchen. Es sei daher sinnvoller, die knappen Ressourcen für den Bereich Tourismus in Broschüren und Urlaubsjournale zu investieren, „die dann gezielt verteilt und verschickt werden können“, statt auf teure Messeauftritte zu setzen.

Das sieht Erich Einecke vom Gasthaus am Gorinsee in Wandlitz anders. „So eine Bühne sollte man nutzen, um den Landkreis zu vertreten.“ Seit sechs Jahren präsentiert er Wildprodukte auf der Messe – auf dem Stand des Deutschen Jagdschutzverbandes. Bei jedem Besuch legt Erich Einecke das Barnimer Gastgeberverzeichnis aus. Für ihn habe sich der Messeauftritt bezahlt gemacht. Er konnte dort viele Gäste aus Berlin und dem Umland gewinnen.

Auch das Ökodorf Brodowin setzt auf Gemeinschaft. Es stellt seine Produkte an den letzten drei Messetagen auf dem Demeter-Stand in der Bio-Halle vor. Einen eigenen Stand leistet sich der Betrieb seit Jahren nicht mehr, erklärt Geschäftsführer Peter Krentz. „Es ist eine internationale Messe. Wir sind aber kein überregionaler, sondern ein regionaler Anbieter. Da stimmt die Verhältnismäßigkeit nicht.“ Im Bereich Lebensmittel ist allein die Eberswalder Wurst GmbH als Barnimer Unternehmen mit eigenen Stand auf der Messe vertreten.

Die Klosterfelder Senfmühle stellt in diesem Jahr als Teil der Arbeitsgemeinschaft Q-Regio aus. Ihre Produkte sind die ganze Woche erhältlich, sie selbst nur drei Tage vor Ort, erzählt Gesellschafterin Monika Trautmann. Von der WITO wurde sie im Vorfeld der Messe nicht kontaktiert.

Der Barnim präsentiert sich in diesem Jahr nicht auf der Grünen Woche in Berlin. Die Unternehmen in der Region hatten daran kein Interesse, teilt die Pressestelle des Landkreises mit. Dabei sind durchaus Unternehmen aus dem Barnim auf der Verbrauchermesse präsent. Diese setzen jedoch nicht auf die Wirtschaftsförderung des Landkreises, sondern präsentieren sich auf Ständen von Arbeitsgemeinschaften und Verbänden. Die Grüne Woche ist nach eigenen Angaben die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Im vergangenen Jahr lockte sie insgesamt 400 000 Besucher an.

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Dr. Frank Valentin 20.01.2011 - 14:34:56

Zum Weinen

Wer nicht wirbt, stirbt! Auch diese Binsenweisheit hat sich noch nicht bis Eberswalde in das Landratsamt oder in der WITO herum gesprochen. Dank der Umlage, die jede Kommune an die WITO abdrückt, damit Wirtschaft/Landwirtschaft und Tourismus gefördert werden, wird es jedenfalls für die Herren Bockhardt und Thünemann ein sanfter Tod werden. Alle anderen, die in diesem Landkreis von ihrer Hände Arbeit leben und sich etwas Unterstützung auf Messen und Austellungen versprochen hatten, können wieder sehen, wo sie bleiben. Nichts als überhebliche Sprüche. Im Barnim nichts Neues, leider auch nicht nach der Wiederwahl des schläfrigen Landrates im vorigen Jahr.

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