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Irrläufer unter
 den Bewerbungen

VPETERSSON / 25.01.2011, 08:07 Uhr
Britz (In House) Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Was für die Ehe gilt, kann für die Wahl eines Amtsdirektors nicht von Schaden sein. Auch wenn dieser „nur“ für acht Jahre verpflichtet wird. Und so nutzen die Mitglieder des Amtsausschusses Britz-Chorin-Oderberg derzeit rege die Möglichkeit, die Bewerbungen um den Posten des Verwaltungschefs, die Ende vorigen Jahres im Rathaus eingegangen waren, zu sichten und zu studieren, wie Hauptamtsleiterin Brigitte Reibeholz auf Anfrage der MOZ erklärt.

Auch Hans-Jürgen Otto, Bürgermeister von Parsteinsee, war bereits einmal in Britz, um sich einen Überblick zu verschaffen. Otto war am 15. Januar, als der Amtsausschuss die Umschläge in geheimer Sitzung öffnete, verhindert. Er hatte sich entschuldigt. „Aber ich werde sicher noch ein zweites Mal ins Rathaus fahren, um mir alle Unterlagen durchzulesen“, so der Parsteiner, der aufgrund der Gemeindegröße der einzige Vertreter für die Kommune im Amtsausschuss ist.

Die Bewerbungen gehörten ebenso für Martin Horst, den Vorsitzenden des Amtsausschusses, in der vergangenen Woche zur Lektüre. Beim Studium der Unterlagen und dem Betrachten der Abschlüsse ist dem Choriner denn auch aufgefallen, dass sich eine der Bewerbungen nicht auf die Stelle des Amtsdirektors bezieht. „Eine Frau hat sich im Amt als Kita-Erzieherin beworben“, so Horst. Beide Ausschreibungen liefen Ende 2010 parallel. „Folglich sind es ,nur‘ noch 
24 Bewerbungen“, stellt der Ausschussvorsitzende fest.

Ob sich das Feld weiter reduziert, wird die Prüfung durch das Hauptamt ergeben. Das ist beauftragt, die Einhaltung der Kriterien unter die Lupe zu nehmen. Wer Amtsdirektor werden will, muss nach dem Gesetz einen Abschluss mindestens im gehobenen allgemeinen Verwaltungs- oder Justizdienst haben bzw. eine vergleichbare Qualifikation vorweisen, erläutert Reibeholz. Ferner muss er die Voraussetzungen zur Berufung in ein Beamtenverhältnis mitbringen. Demnach darf ein Kandidat bei seiner Erstberufung in ein Beamtenverhältnis noch nicht das 62. Lebensjahr vollendet haben. Auch ein behördliches Führungszeugnis sei vorzulegen. „Für einen Amtsdirektor gibt es keine Probezeit“, macht die Hauptamtsleiterin den Unterschied zu sonstigen Arbeitsverträgen deutlich.

Darüber hinaus hatte der Amtsausschuss in der Ausschreibung Wünsche bzw. Erwartungen formuliert. Etwa die, wonach der Rathaus-Chef bereit ist, ohne Chauffeur auszukommen oder seinen Wohnsitz im Amtsgebiet zu nehmen. Zudem sucht das Gremium einen Mann oder eine Frau mit „ausreichender Erfahrung für dieses Amt“, so die Formulierung in der Stellenausschreibung.

Noch bis zum 2. Februar können die Mitglieder des Amtsausschusses die Bewerbungsunterlagen im Rathaus einsehen. Auf der nichtöffentlichen Sitzung am 3. Februar will das Gremium das Feld sondieren und sich auf jene Kandidaten verständigen, die am 12. beziehungsweise 19. Februar zu persönlichen Vorstellungsgesprächen eingeladen werden. Die öffentliche Wahl ist für den 3. März geplant, umreißt Horst die nächsten Schritte.

Notwendig wurde die Neubesetzung durch den plötzlichen Tod des Amtsinhabers. Rainer Schneider, seit 1992 Verwaltungschef, war am 8. September 2010 gestorben.

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