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Fürstenwalder Reisebüros und die Ägypten-Krise

Hubertus Rößler / 01.02.2011, 09:37 Uhr
Fürstenwalde (In House) Feine Sandstrände, Sonne satt und Temperaturen um 25 Grad – die äußeren Bedingungen in Ägypten sind auch in diesen Tagen wie geschaffen für einen Erholungsurlaub. Doch die täglich zunehmenden Unruhen in den großen Städten des Landes sorgen für Verunsicherung unter den Sonnenhungrigen. Gestern verschärfte das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite noch einmal die Sicherheitshinweise für eine Einreise in das beliebte Urlaubsland.

Daher klingelt auch im Reisebüro Atlasreisen in der Fürstengalerie in den vergangenen Tagen das Telefon immer häufiger. „Die Menschen sind besorgt und wollen wissen, ob sie noch nach Nordafrika fliegen können“, sagt Büroleiter Markus Kischel. Nachdem es vor wenigen Wochen bereits in Tunesien zu Unruhen gekommen war, ist das Land vorübergehend aus dem Programm vieler Reiseanbieter genommen worden. Das gleiche könnte nun Ägypten drohen. „Die großen Veranstalter gewähren Umbuchungen sowie Stornierungen bei einem Reisebeginn bis einschließlich 7.  Februar“, so Kischel.

Er habe die Erfahrung gemacht, dass die Menschen lieber umbuchen statt stornieren würden. „Schließlich hat man in der Regel seinen Urlaub schon lange eingereicht und freut sich nun auf ein paar warme Tage“ sagt er. Während viele Tunesienurlauber auf die Türkei umgebucht hätten, kämen rein wettertechnisch als Ersatz für Ägypten vor allem die Kanarischen Inseln in Frage. „Allerdings liegen die Preise hier etwas höher. Viele gehen aber auf Nummer sicher und zahlen den Unterschied.“ Zudem würden einige Anbieter aus Kulanz die Differenz erlassen. „Das kann man aber nie pauschal sagen. Die Reiseveranstalter entscheiden von Fall zu Fall“, erklärt der Reisefachmann, der derzeit gemeinsam mit seiner Kollegin betroffene Kunden telefonisch kontaktiert und mit ihnen das weitere Vorgehen bespricht.

Markus Kischel lobt ausdrücklich das Krisenmanagement der Reiseveranstalter. „Trotz der teilweise chaotischen Verhältnisse vor Ort ist die Organisation nach wie vor sehr gut.“ Anders stellt sich die Situation hingegen am Nil dar. In Luxor sitzen seit einigen Tagen zahlreiche deutsche Urlauber fest, die nicht wissen, wie und wann sie zu einem internationalen Flughafen gebracht werden. Sämtliche Kreuzfahrten sind aus dem Programm genommen worden.

Im Touristik Center Fürstenwalde hat man von seinen Kunden vor Ort noch keine Beschwerden erhalten. „Bislang scheinen unsere Urlauber keine Einschränkungen zu erleben“, sagt Tourismusfachwirt Andreas Forchheim. Erst am Wochenende sind wieder Urlauber in Richtung Ägypten gestartet. Die für diese Woche gebuchten Ägyptenreisenden hat er allerdings allesamt auf andere Länder umgebucht. „Auch hier ist neben den Kanaren vor allem der Mittelmeerraum gefragt. Sogar in die Karibik geht nun ein Urlaubstrip“, erzählt Forchheim.

Für Reisen, die nach dem Stichtag am kommenden Montag starten, müsse man auf die Kulanz der Veranstalter hoffen oder sollte erst einmal abwarten. „Wer beispielsweise für Sommer oder Herbst gebucht hat, dem können wir jetzt noch keinerlei Auskunft geben.“ Solch umfassenden Reisewarnungen wie in diesem Jahr habe man für derart beliebte Urlaubsländer noch nicht erlebt. „Wir können nur hoffen, dass die Gewalt nicht eskaliert.“

Es bleibt nichts anderes als abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt. „Die Lage ist unsicher. Wir können nur von Tag zu Tag entscheiden“, meint Forchheim. Wie für den Rest der Welt bewegt auch die Reisebranche die Frage, wie es weitergeht mit Ländern wie Ägypten und Tunesien. Als Staat, für die Bevölkerung und natürlich auch als beliebtes Urlaubsland.

Gestern haben die Winterferien begonnen. Viele Menschen zieht es jetzt wieder in den warmen Süden. Besonders beliebt sind Reisen in den südlichen Mittelmeerraum. Doch die politischen Entwicklungen in Ägypten und Tunesien lassen einige Urlaubsträume platzen. Das Auswärtige Amt hat seine Sicherheitshinweise verstärkt und rät vor allem von Reisen nach Kairo ab. Auch bei den Fürstenwalder Reisebüros gehen verstärkt Anfragen von Kunden zur aktuellen Lage ein. Pauschalreisen in die beiden nordafrikanischen Länder werden umgebucht – vor allem in die Türkei und auf die Kanaren.

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