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"Wir kämpfen um jeden Baum"

BHORN / 02.02.2011, 19:34 Uhr - Aktualisiert 02.02.2011, 21:56
Schönow (In House) Das Ortsbild von Schönow war ein Thema, das bei der Sitzung des Ortsbeirates am Dienstagabend vielen Anwohnern auf den Nägeln brannte. „Wir wohnen hier in einer sehr schönen Gegend“, sagte ein Schönower. „Aber es gibt eine Vielzahl von Problemen.“ So sei es zum Beispiel schlimm, dass es immer weniger baumbewachsene Alleen gebe. „Wir müssen unser Grün sichern“, fand er. Die Stadt Bernau solle daher überlegen, eine kommunale Baumschutzverordnung zu erlassen und sich nicht an der des Landkreises zu orientieren.

Dass Bäume schnell gefällt würden, davon könne jedoch keine Rede sein, entgegnete Bernaus Bürgermeister Hubert Handke. „Beim Straßenbaum wird jeder Baum, der gefällt wird, hinterfragt.“ Als Beispiel nannte er den Zepernicker Landweg. „Da haben wir um jeden Baum gekämpft“, erinnert sich Handke. Müssten Bäume einer neuen Straße weichen, sehe die Planung stets in entsprechender Anzahl Neupflanzungen vor.

Was jedoch auf den Privatgrundstücken mit den Bäumen geschehe, darauf habe die Stadt in der Tat nicht viel Einfluss. „Mir ist in Schönow im Sommer auch ein Grundstück aufgefallen, wo der Besitzer legal alle Bäume abgeholzt und richtig Kahlschlag gemacht hat. Das sah schlimm aus. Aber die Frage ist doch, wie weit man Privatleute da beeinflussen kann und darf“, so Handke. Er halte die Baumschutzverordnung des Landkreises trotzdem für einen gangbaren Weg. „Im öffentlichen Raum sollten wir dagegen Vorbild sein.“

Bestes Beispiel dafür, wie schwer oft die Abwägung von Interessen ist, war der Einwand eines Anliegers aus der Waldstraße. Wann der Straßenausbau endlich umgesetzt würde, wollte er wissen. Für diesen Ausbau müsste jedoch einer der dort an der Straße befindlichen Baumreihen gefällt werden.

Wann der Bereich um den Dorfanger endlich vernünftig beplant werde, war auch eine der Fragen an den Bürgermeister. Er schlug vor, eine Ortsentwicklungsplanung zu machen. „Ich gebe Ihnen Recht. Der Dorfkern bräuchte dringend eine Aufwertung“, so Handke. „Es wäre ein guter Ansatz, wenn sich die Bürger Gedanken machen und nicht nur die Stadt jemanden mit den Planungen beauftragen würde. Vielleicht treffen wir uns ja in der Mitte“, schlug Handke vor. Den Vorschlag fand auch Ortsvorsteherin Adelheid Reimann gut. „Eine Ortsgestaltungssatzung liegt ja bereits vor. Beim anderen sollten wir uns zusammen Gedanken machen“, schlug sie vor.

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Dr. Frank Valentin 03.02.2011 - 11:13:56

Das 11. Gebot?

Wo steht eigentlich - in Stein oder in Bronze gemeißelt - das 11. Gebot des Bernauer Straßenbaus,was da heißt: Du sollst zuerst alle Bäume fällen? Warum muss in der Waldstraße in Schönow überhaupt gefällt werden? Die Straße ist vom Stern bis zur Mittelstraße zur Hälfte ausgebaut. Allerdings hat die Stadtverwaltung gerade diesen ausgebauten Teil seit Jahren verkommen lassen. Der ausgebaute Teil würde sich problemlos ohne massive Baumfällungen weiter bis zum Stern fort führen lassen. Leider favorisieren Ortsvorsteherin und auch die Stadtverwaltungn offenbar das übliche Bernauer 0-8-15-Konzept mit 5,20 m Straßenbreite, wonach eine unserer sauerstoffs - und schattenpendenden Baumreihen unbedingt fallen müsste. Und natürlich würde der gleich nach der Wende bereits ausgebaute Teil geshreddert werden. Weg mit den Steuergeldern, wir ham's ja (das ist übrigens das 12. Gebot der Kommunalpolitik) Den Bürgern gebe ich zu bedenken, was sie sich bei diesem in Bernau üblichen Straßenbau für 5 MInuten bequemere Autofahrt pro Tag eintauschen: Nämlich eine riesige finanzielle Belastung und eine vielbefahrene Rennstrecke als kürzeste Verbindung zum Wohngebiet Mittelstraße/An der Panke. Das ist mir und den meisten Anwohnern der Waldstraße der Aufwand nicht wert.

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