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Bahnhofstunnel bleibt über 
Wochen gesperrt

Nur geradeaus geht’s: Lediglich den Straßenbahnen und Linienbussen ist es seit Dienstag und vermutlich für längere Zeit erlaubt, durch den Bahnhofstunnel zu rollen.
Nur geradeaus geht’s: Lediglich den Straßenbahnen und Linienbussen ist es seit Dienstag und vermutlich für längere Zeit erlaubt, durch den Bahnhofstunnel zu rollen. © Foto: MOZ/Dietmar Horn
Jörg Kotterba / 02.02.2011, 19:57 Uhr
Frankfurt (In House) Seit Dienstag ist der Bahnhofstunnel dicht. Einzige Ausnahmen: Straßenbahn und Linienbus. Verursacher der Radikalsperrung, an die sich aber viele Autofahrer nicht halten, sind extreme Straßenschäden vor allem im Gleisbereich.

Die Straßenunterführung zwischen dem Bahnhofsvorplatz und der Dresdener Straße – im Volksmund Bahnhofstunnel genannt – gleicht einer Kraterlandschaft. Bis zu 15 Zentimeter 
dicke Löcher im Asphalt, in denen sich dreckiges Schmelzwasser gesammelt hat, bilden ebenso eine Gefahrenquelle wie aufgeworfene Asphaltblasen. Vor allem im Gleisbett der Straßenbahnen, die Alt- und Neuberesinchen mit dem Bahnhof und dem Zentrum verbinden, lauern die Feinde von Autoreifen, Stoßdämpfern und Achsen. „Wir können nicht mehr verantworten, dass hier Verkehrsteilnehmer durchfahren, ohne an ihrem Fahrzeug Schaden zu nehmen“, erklärte der städtische Verkehrsrechtler Aribert Dose. Die Schadensan-
sprüche der Kraftfahrer seien sonst quasi programmiert.

Tiefbau-Amtsleiter Frank Herrmann berichtete, er habe am Montag mit seinem Straßeninspektor den Tunnel durchfahren und ihn sofort sperren lassen. Mit Bitumen zu flicken wäre „ein reines Provisorium“. Nach dem Verständnis seines Amtes liege die Verantwortung für das zerstörte Gleisbett auch bei der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF).

SVF-Verkehrsleiter Fred Bernau berichtete, dass am gestrigen Vor-Ort-Termin auch Vertreter einer Baufirma teilnahmen. „Wir werden die Verantwortung nicht wegschieben und gemeinsam mit dem Tiefbauamt eine Lösung finden“, versicherte er. Aus seiner Sicht kann mit den Sanierungsarbeiten „nicht vor März“ begonnen werden.

Der Bahnhofstunnel ist für Fahrzeuge aller Art gesperrt. Einzige Ausnahmen: Busse und Straßenbahnen frequentieren ihn wie gehabt und zu unveränderten Abfahrtszeiten. Bernau: „Der öffentliche Nahverkehr hat uneingeschränktes Passagerecht.“

Wolfgang Herrmann vom Funktaxi-Verein befürchtet, dass durch die Sperrung einige seiner Fahrgäste „nicht glücklich werden, wenn sie für Umwege mehr bezahlen müssen.“ Aus seiner Sicht wurde es allerhöchste Zeit, dass den Schlaglöchern der Garaus gemacht wird. „Ich glaube, das die Wassermassen, die in den tiefer gelegenen Tunnel schießen, viel Schaden angerichtet haben. Wenn dann noch der Frost dazu kommt...“ Auch die schweren Straßenbahnen hätten dem maroden Asphalt im Gleisbett sicher zugesetzt.

Anwohner von Altberesinchen, die über die Sperrung auch nicht froh sind, beklagten gestern, dass zahlreiche Autofahrer die Verbots- und Hinweisschilder missachten und den Tunnel trotzdem passieren. Polizeisprecher Detlef Lüben mahnte zur Einhaltung der Verbotsregelungen. Wer erwischt werde, müsse mit einer Ordnungsstrafe in Höhe von zehn Euro rechnen.

Den städtischen Politessen sind hingegen die Hände gebunden, um Verkehrssünder mit Knöllchen abzustrafen. „Wir dürfen nicht in den fließenden Verkehr eingreifen“, argumentierte Ingrid Strauch, Sachbearbeiterin verkehrsrechtliche Angelegenheiten.

Auch die „ewige“ Baustelle Leipziger Straße zwischen Baumschulenweg und Pillgramer Straße wird das städtische Tiefbauamt noch Wochen beschäftigen. Das „Nadelöhr“ – der Verkehr fließt nur stadtauswärts – bleibt nach Auskunft von Henrik Waskow auch weiter eins. „Wir müssen uns alle in Geduld üben und können erst mit der Arbeit anfangen, wenn es die Witterung zulässt.“

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Bürger 07.02.2011 - 09:52:15

Straßenbahnen sind Schuld...

@B.Meergans Na klar, neue Streckenerweiterungen werden auch so gebaut, dass dann nach 2 Wochen die ganze Straße kaputt ist. So ein Quatsch! Wenn keine Bahnen mehr fahren würden, würden mehr Autos/Busse durch die Straßen fahren und den Asphalt noch viel mehr kaputt-fahren!! Ist gut, wenn man jetzt wieder mal einen Sündenbock gefunden hat! Gratulation!

ralf kublich 05.02.2011 - 23:00:20

an herrn meergans

bravo, herr meergans! weg mit der straßenbahn, und die straßen werden weniger geschädigt. wir denken weiter: weg mit den schweren bussen, und die straßen werden weniger belastet. weg mit den lkw, und die straßen bleiben ganz - man kann kaufhallen, industriebetriebe und auch krankenhäuser ja wieder mit handwagen beliefern. weg mit allen flugzeugen, und die luft bleibt sauber. weg mit allen mobilfunkmasten, und die strahlung nimmt ab. auch das laufen auf gehwegen muss verboten werden, so trägt auch niemand mehr schmutz auf die wege. ach ja, die dümmlichen hasser der straßenbahn finden doch immer wieder sehr erheiternde "argumente". im übrigen macht es sich die stadt sehr einfach, wenn sie den tunnel einfach sperrt. hier muss schnell saniert werden - oder soll vielleicht irgendwann die ganze stadt dichtgemacht werden???

Jeanette u. Klaus Z. 03.02.2011 - 07:28:48

haha Radikalsperrung ....

.... wegen der Kraterlandschaft! Wenn die Fachleute wie der Tiefbau-Amtsleiter Frank Herrmann und der städtische Verkehrsrechtler Aribert Dose sich zu dieser Maßnahme entscheiden, dann sollten sie auch das Maß der Mittel berücksichtigen. Da gibt es zum Beispiel in der gesamten Nebenstraße am Kleistforum Loch an Loch wie auch an anderen Stellen in der Stadt. Wo bleibt denn da die Verhältnismäßigkeit? Und wie der Vorkommentator schon beschreibt, ist das Gleisbett an vielen Stellen eine erhebliche Gefahr für Zweiradfahrer (selbst schon fast zum Sturz gekommen). Sogar mit dem PKW auf vier Rädern gibt es leichte Rutscherscheinungen beim Fahrspurwechsel. Die höheren Steuereinnahmen von den Solarbetrieben sollten für die Reparaturen der Straßen ausreichen, oder?

B.Meergans 02.02.2011 - 22:21:11

Wen wunderts noch?

Das Geschrei nach der Straßenbahnerweiterung sollte endlich verstummen! Es sind nicht die einzigen Schäden am Gleisbett! Überall wo die Straßenbahn mit anderen Fahrzeugen die Spuren teilt, gibt es erhebliche Probleme mit dem Gleisbett, die einem sehr hohen Instandhaltungsaufwand erfordern. Dies wird auch so bleiben, Frankfurt (Oder) ist Endmoränengebiet. Was das bedeutet wissen nur Fachleute - aber keine Funktionäre oder Verwaltungswirte.

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