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Meister Bittner wartet schon

© Foto: MOZ/Dietmar Horn
Jörg Kotterba / 03.02.2011, 08:02 Uhr
Frankfurt (In House) Mit viel Geschick, nicht weniger Körperkraft und technischem Gerät wurde am mittwochmittag die Friedensglocke am Holzmarkt aus ihren Angeln gehoben. Thomas Stechel und seine Kollegen aus dem Berliner Glockenmeisterbetrieb von Horst Bittner montierten als erstes den kiloschweren Klöppel ab. Schwierigkeiten gab es in jener Situation, als der Glockenträger aus dem dicken Holz- und Metallgebälk herausmanövriert werden sollte. Dafür brauchten Stechel und seine beiden Helfer bei nasskaltem Wetter mehr als eine Stunde.

„Ich bedauere sehr, dass die Glocke nicht auf ihrem angestammten Platz bleibt“, meinte Siegfried Pschowski. Der gebürtige Frankfurter und ein Dutzend anderer Interessierte waren neben Pressefotografen und Rundfunkreportern auf den Holzmarkt gekommen, um das kleine Spektakel mitzuerleben. Der 57-jährige Pschowski betonte, dass Glocke und Glockenstuhl ein Frankfurter Denkmal seien, „dass man nicht einfach abmontieren kann, nur weil hier mal eine Immobilie stehen soll.“

Die Stadt hatte in einer Pressemitteilung vom 24. Januar argumentiert, das das Friedenssymbol aus Slubice kaum wahr zu nehmen sei, weil die Glocke durch das gemauerte Häuschen mit Rundbögen teilweise verdeckt wird und die Sicht zusätzlich durch die Gebäude am Holzmarkt behindert wird. „Damit die Glocke ihrer Bestimmung als Friedenssymbol besser als bisher gerecht werden kann, soll der neue Glockenturm transparenter sein und die Glocke in den Vordergrund rücken. Dazu wurde vor einigen Jahren ein Wettbewerb ausgelobt.“

Die Glocke wird am Donnerstag zum Rosa-Luxemburg-Damm in Neuenhagen bei Berlin transportiert, wo Mechanikermeister Horst Bittner als Partner für moderne Kirchturmtechnik seine Glockenwerkstatt hat. Gestern sagte der Meister der MOZ am Telefon, dass die mehr als 50 Jahre alte Glocke komplett saniert werden müsse. „Wir werden zuerst den Glockenkörper entrosten, das Joch überprüfen und auch den Klöppel sanieren.“ Spätestens August, weit vor dem Weltfriedenstag am 1. September, werde Frankfurt die traditionsreiche und fast drei Tonnen schwere Glocke wiederhaben.

Die in Apolda gegossene 
Glocke, anlässlich des 6. Parteitages der DDR-CDU 1953 gestiftet, steht in der Denkmalliste der Stadt. Sie erinnert an die Unterzeichnung des Oder-Neiße-Friedensvertrages und gilt als Symbol der Freundschaft zum Nachbarland Polen.

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