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Kein Investor für den Holzmarkt

In besten Händen: Thomas Stechel hat die Friedensglocke vor einer Woche ausgebaut. Derzeit wird sie saniert.
In besten Händen: Thomas Stechel hat die Friedensglocke vor einer Woche ausgebaut. Derzeit wird sie saniert. © Foto: MOZ/Dietmar Horn
Frauke Adesiyan / 10.02.2011, 21:27 Uhr
Frankfurt (In House) Mit dem Umzug der Friedensglocke an das südliche Ende des Holzmarktes wird derzeit ein Plan umgesetzt, der schon 2002 beschlossen wurde. Damals lautete die Begründung, ein Frankfurter Bauunternehmer habe das Areal, auf dem der Glockenturm derzeit noch steht, gekauft und wolle ein Wohn- und Geschäftshaus bauen lasen. Inzwischen interessiert sich niemand mehr für das Areal – umgesetzt wird die Glocke trotzdem. Die Kosten dafür belaufen sich auf eine Viertel Million Euro.

„Die Maßnahme ist so beschlossen und wir halten sie weiterhin für sinnvoll“, argumentiert Baudezernent Markus Derling (CDU). Der Zustand der Glocke sei nicht mehr schön und auch die Offenheit in Richtung Polen soll durch den Umzug und einen neuen transparenten 
Glockenturm stärker betont werden. Was die neue Nutzung des Platzes angeht, hoffe er weiterhin auf einen Investor. „Stadtentwicklung geht nicht von heute auf morgen. Wir können ja mit der Umsetzung nicht erst anfangen, wenn ein Käufer gefunden ist.“

Zustande komme die Umsetzung nun auch, weil die Förderung bewilligt wurde. Zwei Drittel der 250 000 Euro kämen demnach aus Städtebaumitteln. Der Rest wurde in den städtischen Haushalt 2010 eingestellt. Das Argument, dass das Geld woanders dringender gebraucht würde, gelte daher nicht. „Die Mittel sind nur für Maßnahmen in der Innenstadt“, betont Derling.

Die hohe Summe für das 
Glockenprojekt ergibt sich aus der Rekonstruktion der Glocke, dem Abriss und dem Neubau des Turms. Die Glocke befindet sich seit vergangener Woche zur Sanierung in der Werkstatt. In den kommenden zwei Monaten wird das Fundament gelegt. Dafür werden Pfähle 15 Meter tief in den Boden gebohrt, wie Architekt Timo Mecking vom Büro Gruber + Popp gestern erklärte.

Das Büro hatte bereits 2002 den Wettbewerb für die Neugestaltung gewonnen. Damals wurde auch schon ein Entwurf für die Bebauung des Areals vorgestellt. Der Plan zerschlug sich jedoch genauso wie das Interesse anderer Investoren in den Jahren darauf. Unter anderem die Spielbank und Conergy hatten zwischenzeitlich Interesse angemeldet.

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Einer von hier 28.02.2011 - 21:55:47

Angst um Friedensglock ... Erklär-mal-Bär

Liebe Leser, Im Bezug auf die aktuellen Ereignisse in der Stadt bekomme ich Angst. Angst darum, dass die Friedensglocke ihre Bedeutung verliert und im Bezug auf den Vorkommentator sich jemand selbst ein Denkmal setzt und wir irgendwann alle beim Anblick der überteuerten Friedensglocke denken, welchen starken Einfluss Lobbyismus in unserer Stadt hatte, so dass selbst an fundamentaler Geschichte unserer Stadt gerüttelt wurde. Zur Untermauerung: Titel MOZ „Für Schulreparaturen mehr Geld gefordert“ 15.02.2011 08:35 Uhr „…Zugleich stellt Offermann einen Vergleich zu Ausgaben etwa für den Umzug der Friedensglocke und einen Stadtplatz Süd her und fragt, ob Kinder in der Stadt keine Lobby haben.“ Weis Offermann mehr? Jeder weis, wer die Oderpromenade mit Eigentumswohnungen zuflastern will, aber hier geht es zu weit. Immer spricht man von „Stadt, Stadtverwaltung und man“ … zu einer offenen Kommunikationspolitik fehlen die Namen. Wer und wie die Stadt geschädigt hat, wissen wir alle aus der Vergangenheit. Namen darf jeder Leser selbst hinzufügen. (hier ist Platz: ………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….) Ich bin dafür, dass die Friedensglocke restauriert wird und auch für die Restaurierung eines Symbols aus der der Geschichte. Ich glaube es ist nicht Unrechtens die übrig gebliebenen Fördermittel zurückzugeben. Ich bin auch dafür, dass die WOWI dort ihre Wohnungen mit Noch-Oderblick modernisiert. Die WOWI ist zu 100% Tochter der Stadt und auch deren Interessen und die Marktfähigkeit der Immobilie soll gewährleistet sein. War das Gebiet Oderpromenade nicht schon abgeschlossen? Fragen wir mal den Förderer … Förderung des Wassertourismus gerne! Gerne möchte ich dem Vorkommentator entgegenwirken: zu 1.) … in Zeiten des Rückbaus braucht man nicht über Neubauten diskutieren und dabei einer kommunalen WOWI schaden. zu 2.) … klar doch immer auf die öffentlichen Kosten, wenn man „sonst nichts zu bauen hat“ … und ich setzte gerne einen drauf: „Der Hahn in unserem Wappen“ am Rathaus gehört auch dringend restauriert (hoffentlich nicht im Austausch mit braunen Bananenstauden oder einem Frosch), wird nun das ganze Rathaus auch an den Winterhafen umgesetzt? Ich entschuldige mich hiermit schon vorab für den Sakasmus. zu 3.) .. die Präsenz wurde auch seinerzeit beim Bau durchdacht … Weis jemand genau wo das Naturkundemuseum in Berlin ist? Für Stadtführer, Stadtkarten und Tourismus wird viel investiert. Zu Ihrer Meinung: … passt genau dahin was zu vermuten ist, die Ansicht sich an jedem Förderinstrument und öffentliche Kassen mit aggressiver Lobbyarbeit frei bedienen zu können. Aber hier geht es nun mal um ein geschichtliches Denk- und Mahnmal und hoffe nicht auf publizierte Scheinheiligkeit, die sich später als Baufeldbegehung herausstellt. Leider darf man hier niemanden persönlich benennen oder angreifen. Mir fällt leider ein Verfasser des Vorkommentoren ein. Hier meine ich mit der Wortwahl eine Handschrift zu erkennen. (Jeder mag für sich interpretieren) Lieber OB, gibt es noch eine Möglichkeit den Standort „Friedensglocke“ zu retten? Ich bitte Sie hiermit um „einen klaren unterzeichneten Text“ in einer Stadt, wo man auf Kultur und Geschichte? wert legt. Wie viele Unterschriften brauchen Sie, um den Abriss/Umsetzung der aktuellen Friedensglocke zu stoppen? Ich bin aktuell sehr erstaunt, dass eine einzigste Fraktion dieser Stadt mal das Rechnen erlernt hat und bin auf das Ergebnis der heutigen „Versammlung“ morgen sehr gespannt. Für die Mathematikarbeit eine 1 + , aber leider für die Misswirtschaft in der Vergangenheit und der Geld-Hin-und-Her-Schieberei ein 6- und immer noch nein, ich werde niemals einer Partei zusprüchig, da die 1+ wohl nur ein Zufallstreffer ist, da vorab nie bewiesen (oder doch nur abgeschrieben). Die Zukunft wird es beweisen. Man ist auch sehr erschrocken (die Worte dürfen niemals aus unserem Rathaus fallen!), dass wohl heute in Brandenburg unter hoffentlich hier bei uns erkannten anderen Umständen und Zusammenhängen Grundstücksverkäufe „unterm Wert“ fast legalisiert worden sind. (siehe Postdam) Wenn etwas nicht passt, dann passt es nicht … und wünsche den Bürgern unserer Stadt viel mehr Politik-Verständnis, so dass Jeder! eine Chance hat zu hinterfragen. Ich hoffe, dass unsere Volkshochschule einen Kurs demnächst anbietet, um die Bürger aufzuklären.

Zwilling 14.02.2011 - 11:17:40

Grundstück freimachen sinnvoll

Wenn es auch derzeit noch keinen Investor gibt, so halte ich es doch sinnvoll die Fläche zu beräumen, wo die Glocke bislang stand. Hierzu möchte ich im folgenden drei Denkanstöße anführen. Punkt 1: Es hat in den vergangenen Jahren offensichtlich bereits mehrere Interessenten für das Grundstück gegeben - das zeigt, das es sich nicht um eine x-beliebige Lage innerhalb der Altstadt handelt und Entwicklungschancen bestehen. Die Nähe zum historischen Zentrum und zur Viadrina sind da ja nur zwei wichtige Argumente FÜR das Grundstück. Punkt 2: Nur ein beräumtes Grundstück ist für Investoren interessant, denn wer lässt sich schon auf einen Kuhhandel ein, wenn er erst noch mehrere Jahre darauf warten muss, bis er selbst bauen darf. Punkt 3: Der alte Glockenturm ist zum einen nicht richtig präsent in der Stadt (viele Bürger wissen ja nicht einmal wo der steht) und zum anderen baufällig. Eine grundlegende Sanierung würde ebenfalls Kosten produzieren. Meiner Meinung nach nutzt man einfach die Chance mit dem Geld, was ohnehin in die Hand genommen werden müsste, in der Stadt die Oderpromenade aufzuwerten. Davon haben alle Bürger etwas und nicht nur ein einzelner Investor.

Marco Habeck 12.02.2011 - 07:28:38

was der Bürger nicht weiß

Die Stadt gibt an anderer Stelle noch viel mehr Geld sinnlos aus. Was der Bürger auch nicht wissen kann. Das so ein Projekt nicht mal eben aus den Hut gezaubert wird und Planungskosten verursacht hat. Selbst wenn aus heutige Sicht das Projekt nicht für sinnvoll hält sind die jetzt eingesetzten Mittel das kleinere Übel. Denn auch die Fördergelder werden nicht mal eben per Telefonanruf ausgeschenkt. Ob das mit der Glocke wirklich sinnvoll war wird sich dann in den nächsten Jahren zeigen. Ob wirklich etwas auf den Gelände passiert. Das hätte man sich aber auch schon 2002 fragen sollen.

Bürger FFO 11.02.2011 - 21:39:58

Schmeißt das Geld zum Fenster raus!

Um himmels Willen, eine viertel Million Euro für das bisschen hochglanzpolierten Edelstahl. Besteht der Kern aus Gold? Dafür bekommt man ein sehr modernes Einfamilienhaus mit allen Schnickschnack. In meiner Jugenzeit hat diese noch oft geläutet und war ein Mahnmal... seit der Wende... ich kann mich nicht erinnern davon jemals gehört zu haben. Wer wird in einem hochgradig vom Hochwasser gefährderten Gebiet so nah an der Oder investieren? Keine Ahnung was sich die Stadtplaner dabei dachten. Den Eigenanteil der Stadt von wohl 83.333,- Euro wäre auch im Jahr 2010 woanders viel notwendiger gewesen. Jeder informierte Bürger weis, wo die Lücken AUCH IN DER INNENSTADT klaffen.

bauer suc´ht frau 11.02.2011 - 08:03:46

Glocke

Warum wie viele Jahr steht die Glocke jetzt da 10 . 20 jahre wie ich noch klein wahr stand sie da .Und nun wird sie umgesetzt finde ich Persönlich. Nicht in Ordnung Die Friedensglocke sollte da stehen bleiben.. Und Gelder verschwenden das kann doch kein dauer zustand sein wenn hört es entlich auf in der stadt..????

XYZ 11.02.2011 - 05:18:04

wieder ein Fehler mehr

Da gibt die Stadt wieder Gelder aus, welche sie eigentlich nicht hat. Aber egal, es gibt ja Fördermittel dafür ! Vielleicht sollten Land, Bund und EU mal ihre Förderpolitik überdenken. Ich bin dafür, ausschließlich nur noch Geburten, Bildung und neue Arbeitsplätze zu fördern. Alles andere ist zweitrangig.

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