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Mehr Natur beiderseits der Oder

Im Rabenluch: Peter Gärtner und polnische Gäste am 24. Februar 2011
Im Rabenluch: Peter Gärtner und polnische Gäste am 24. Februar 2011 © Foto: soeren Tetzlaff
Brigitte Horn / 24.02.2011, 19:12 Uhr
Bernau (In House) Es geht los. Zum Start des deutsch-polnischen Projektes zur touristischen Entwicklung und ökologischen Renaturierung von Teileinzugsgebieten der Oder haben sich gestern die Partner aus beiden Ländern getroffen. In der Naturparkverwaltung sowie an einem der ersten Bauvorhaben informierten sie sich über den Planungsstand.

Feuchtgebiete sollen wieder Moore werden, Fließe und Bachläufe ihr natürliches Bett zurück erhalten. Krönung des ganzen Projektes sind die Investitionen in die touristische Infrastruktur, wie am Schlossberg in Biesenthal sowie in Gehsteige und Informationstafeln im Moorgebiet. Das passiert beiderseits der Oder in einem von der EU-Region Pomerania mit mehr als zwei Millionen Euro unterstütztem Projekt.

Die ersten Bauprojekte auf deutscher Seite zum Moorschutz und der Gewässerrenaturierung werden das Rabenluch ein wenig nördlich von Biesenthal und die Krumme Lanke bei Lanke sein. Darüber informierte der zum 1. Januar eingestellte Projektleiter beim Förderverein Naturpark Barnim Thomas Kutter.

Innerhalb der touristischen Schiene werden der Biesenthaler Schlossbergturm saniert, die alte Burgruine gesichert sowie Toiletten, eine Fahrradstation und ein Infopunkt am Schlossberg gebaut. Das heißt, am Fuße des Schlossbergs entsteht ein Gebäude in ökologisch orientierter Bauweise, informierte Jens Heidebrunn von der Amtsverwaltung Biesenthal-Barnim bei der gestrigen Veranstaltung in Bernau. In seinen Händen liegt die planerische Begleitung der Vorhaben rund um den Schlossberg. Zu den Arbeiten am Turm zählen nach seinen Worten die Erneuerung der Fassade mit Putz und Ausbesserung der Fugen, Fußbodenarbeiten sowie die Gestaltung des Eingangs nach historischer Vorlage. Die Burgruine werde gesichert, erhalte eine Treppe und eine Absturzsicherung. Dazu komme noch die Erneuerung von Wegen und ein Stahltreppe, die nicht in den Berg hineingebaut werden muss, wie die jetzt alte und zum Teil schwer passierbare Treppe. „Wir gehen jetzt im Rahmen der Planung in die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange“, sagte Heidebrunn. Er hoffe, dass von dort nur wenige Einwände kommen, weil man sich schon im Vorfeld mit vielen Stellen abgestimmt habe. Jede Projektänderung bedeute Zeitverzug. Aber es seien nun mal der Denkmalschutz und diverse baurechtliche Belange zu beachten. Er hoffe, dass zumindest im Spätsommer mit den Bauarbeiten begonnen werden kann.

Für die polnische Seite war die Direktorin des Drawienski Nationalparks Elžbieta Hołubczat mit einem Team nach Bernau gekommen. Es sind knapp eine Million Złoty, die innerhalb dieses Projektes für Naturschutz, Touristik und Umweltbildung verwendet werden, sagte sie. Insbesondere freue sie sich über das Treffen mit den deutschen Partnern und die vielen Möglichkeiten, die sich durch diese Zusammenarbeit erschließen. Der Park habe 90 Prozent Wald und zehn Prozent Wasser, darunter Flüsse, Seen und Moore.

In Polen ist das Vorhaben noch nicht begonnen worden. Das liege daran, wie zu hören war, weil die Nationalparks umstrukturiert worden sind. Das Geld dafür aber sei gesichert. So werden das Parkgebäude und der Umweltbildungsraum behindertenfreundlich gestaltet. Ein Raum soll mit einem Infokiosk und dies dreisprachig, in Englisch, Deutsch und Polnisch, ausgestattet werden. Darüber hinaus sieht das Projekt auf polnischer Seite vor, an bestehenden Wanderwegen die Infrastruktur zu verbessern. Dabei geht es um eine Aussichtsplattform, eine Schutzhütte und Infotafeln. Es sollen Pegel für den Wasserstand in den Mooren installiert und an neun wertvollen Biotopen die Wechselwirkung mit 
der Umgebung festgestellt werden.

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