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Bronzestatue bleibt verschwunden

Oliver Köhler / 04.03.2011, 21:51 Uhr
Bogensee (In House) Vom Gelände der ehemaligen FDJ-Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“ in Bogensee kam vor einigen Wochen eine riesige Bronze-Statue weg. Mittlerweile konnte zumindest die Identität der Plastik geklärt werden.

Eine junge Frau sitzend auf einer Bank, davor ein junger Mann stehend. Sein Bein hat er auf die Bank gestellt, stützt sich darauf. Die beiden unterhalten sich. Die Szene könnte in diesen ersten frühlingshaften Tagen aus einem beliebigen Park stammen. In Wahrheit beschreibt sie jedoch eine in Bronze gegossene Statue, die seit rund vier Wochen vermisst wird.

Die Statue war, etwas versteckt, auf einem Platz vor einem Seitengebäude der ehemaligen FDJ-Jugendhochschule in Bogensee aufgestellt und von dort entwendet worden. „Unbekannte Täter hatten die Figuren dort abmontiert“, meldete die Polizei, als die Tat auffiel.

Seitdem laufen die Ermittlung. „Wir tappten zunächst völlig im Dunkeln“, sagt Kriminalmeister Torsten Kuttig, „wussten zunächst nicht einmal, wie die Figur heißt.“ Anfragen an die Stadt Berlin oder die Gemeinde Wandlitz dazu hätten keinen Erfolg gebracht, so Kuttig weiter. Erst Wandlitz’ Ortschronistin Claudia Schmid-Rathjen wusste mehr. Sie stützte sich bei ihren Recherchen auf ein Foto, das im Zusammenhang mit dem Diebstahl in der MOZ veröffentlicht war, und konnte zumindest die Herkunft des Skulptur klären. In einem Zeitschrift der FDJ-Jugendhochschule war zu lesen, dass zur Eröffnung des 17. Einjahreslehrgangs am 1. September 1965 der erste Sekretär des Zentralrates der FDJ, Horst Schumann, die Bronzeplastik „Jugend unserer Zeit“ auf dem „Platz der Freundschaft“ enthüllte. Die Plastik stammt dem Artikel zufolge von dem Bildhauer Hans Eickworth.

Zumindest die Identität der Skulptur ist damit geklärt. Auf die Täter gibt es bislang aber immer noch wenige Hinweise. Mann habe allerdings am Tatort und in der Umgebung einige Zigarettenkippen gefunden und auch Fingerabdrücke entdeckt. Ob diese Hinweise auf Täter liefern können, wird derzeit untersucht.

Sicher sagen kann Kuttig bislang, dass diese die Skulptur mit einem Kran oder einem Selbstlader vom Sockel gehoben und danach abtransportierten haben müssen. Schließlich wiegt die Plastik Kuttigs Schätzungen zufolge mindestens
500 Kilogramm.

Dass es sich bei den Tätern um Kunstdiebe handeln könnte, bezweifelt der Kriminalmeister. Dagegen spreche, dass es wieder einen ansteigenden Trend bei Metalldiebstählen gebe, erklärt er. Diese waren nach dem vorläufigen Höhepunkt im Jahr 2007, in dem die Brandenburger Polizei einen Schaden von insgesamt 
2,9 Millionen Euro bilanzierte, zunächst wieder zurückgegangen. Nach der Wirtschaftskrise gehen die Zahlen jedoch analog zu den steigenden Rohstoffzahlen (eine Tonne Kupfer kostet derzeit etwa 4000 Euro) wieder in die Höhe.

Auch kamen es in den vergangenen Wochen in anderen Orten Brandenburgs Skulpturen aus Bronze weg. So musste etwa Eisenhüttenstadts Museumsleiter Hartmut Preuß vor zwei Wochen zunächst den Diebstahl des „Wildschweins“ und wenig später auch der „Schimpansenkinder“ hinnehmen. Vor zwei Jahren war in Eberswalde ebenfalls ein bronzenes Wildschwein aus dem Familiengarten entwendet worden.

Dieses tauchte, nachdem ein Foto in der MOZ veröffentlicht wurde, jedoch wieder auf. Unbekannte hatten es wohl aus Angst vor einer Entdeckung auf einer Wiese bei Prenzlau ins hohe Gras geworfen. Dort hatten es Spaziergänger später entdeckt. Vielleicht findet sich auf ähnliche Weise ja auch die Statue aus der ehemaligen FDJ-Jugendhochschule in Bogensee wieder an.

Wer Hinweise zu den Tätern oder zur Tat hat, kann die Polizei in Bernau unter Telefon 03338 3610 erreichen.

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