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Neues Kapitel für alten Bahnhof

Spatenstich: Seelows Bürgermeister Jörg Schröder, Minister Jörg Vogelsänger, Bürgermeister Karlheinz Klein, Sewoba-Aufsichtsratsvorsitzende Birgit Scholz, Jozef Kowalicki von der Partnergemeinde Santok und Landrat Gernot Schmidt (v. l.)
Spatenstich: Seelows Bürgermeister Jörg Schröder, Minister Jörg Vogelsänger, Bürgermeister Karlheinz Klein, Sewoba-Aufsichtsratsvorsitzende Birgit Scholz, Jozef Kowalicki von der Partnergemeinde Santok und Landrat Gernot Schmidt (v. l.) © Foto: Johann Müller
Doris Steinkraus / 14.03.2011, 21:20 Uhr
Gusow-Platkow (In House) Großer Bahnhof am Montag am Bahnhof Seelow-Gusow. Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) vollzog den ersten Spatenstich für die Umfeldgestaltung. 660 000 Euro Fördermittel hat das Land dafür bewilligt. Kommune und Kreis finanzieren das Vorhaben mit jeweils 120 000 Euro.

Am Bahnhof Seelow-Gusow hält keine Puff-Bahn mehr, wie die Steppkes der Kita „Haus der Zwerge“ gerade gesungen haben. Aber Eisenbahn fahren ist immer noch famos. Das finden nicht nur die Jüngsten. Viele Partner haben sich in den letzten drei Jahren ins Zeug gelegt, um diesen Spatenstich zu vollziehen. „Vor drei Jahren haben wir zunächst gesagt, dass wir dafür kein Geld haben“, bekennt Bürgermeister Karlheinz Klein. Man habe sich jedoch von der Interessengemeinschaft Ostbahn und speziell von ihrem unermüdlichen Geschäftsführer und Werber für die traditionsreiche Bahnlinie, Karl-Heinz Boßan, gern überzeugen lassen. „Wir freuen uns sehr, dass es jetzt losgeht“, sagt Klein, spart nicht mit Dank an all jene, die das ermöglichten.

Viele Gusower sind gekommen. Ein großer Teil erinnert sich noch gut an bessere Tage des Bahnhofes, als es im Gebäude einen Fahrkartenschalter, Fahrradaufbewahrung, Gaststätte und Wohnungen gab. In den letzten Jahren ist das Areal völlig heruntergekommen, das Gebäude nicht mehr zugänglich. Dank des Engagements der Interessengemeinschaft sind die Bahnsteige und Anlagen von der Bahn AG inzwischen saniert worden. Der alte marode Lokschuppen gegenüber ist abgerissen. Nun geht es an das Umfeld.

70 Parkplätze werden entstehen, dazu überdachte Plätze für Fahrräder, eine Bushaltestelle und eine Wendeschleife. Die Arbeiten starten im künftigen Parkplatzbereich, so Planer Stefan Kunigam. Über den Landschaftsplaner sind die Ausnahmen zur Fällung des zumeist wild gewachsenen Baumbestandes Richtung B 167 beantragt. Busse und auch Pkw werden während der Bauphase passieren können. Erneuert wird auch die Zufahrtstraße. Sind die Parkflächen fertig, werden der Bahnhofsvorplatz und die weiterführende Straße, einschließlich Buswendeschleife, komplett saniert. Die Pkw können dann auf den neuen Parkflächen stehen. Die Planer gehend davon aus, dass die Einschränkungen für die zahlreichen Pendler beherrschbar sein werden. Den Bau realisiert die Firma Oevermann, die auch den Ausbau der Ortsdurchfahrt in Gusow in ihren Händen hat. Bis Oktober soll am Bahnhof alles fertig sein.

Am Bahnhofsgebäude selbst wird sich allerdings in diesem Jahr noch nicht all zu viel tun, räumt der Geschäftsführer der Seelower Wohnungsbaugesellschaft (Sewoba) Hans Peter Thierfeld ein. „Vorerst geht es um die Angleichung des Gebäudes an die Neugestaltung des Umfeldes“, sagt er. Man plane nebenbei die Arbeiten für die Sanierung des Gebäudes. Im Obergeschoss werden auf alle Fälle wieder Wohnungen entstehen. Es soll ein freundliches buntes Haus werden, versichert Thierfeld. Dafür stehen die Farbtupfer, die symbolisch in einem der unteren Räume an die Wand gepinselt werden.

„Die Ostbahn bildet das Rückgrat für die gesamte Region, für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung“, ist Landrat Gernot Schmidt überzeugt. Mit der Einbindung in Ostkreuz habe man einen direkten Anschluss an den künftigen Großflughafen. Das sei lebenswichtig für die Anbindung des ländlichen Raums an Zentren. Er dankt Gusow-Platkow und der Stadt Seelow, die gemeinsam das ungewöhnliche Verkehrsprojekt auf den Weg gebracht haben. Vor 140 Jahren sprachen sich die Seelower übrigens noch gegen die Bahn aus, erinnert die Vorsitzende des Aufsichtsrates der Sewoba, Birgit Scholz. 1866 war der Bahnhof gebaut worden, ein Jahr später ging die Strecke in Betrieb. Die Seelower Stadtväter hatten Angst vor dem dampfenden Ungetüm gehabt. Heute packe man das Ganze gemeinsam an.

Minister Jörg Vogelsänger freut sich, dass es hier mal ein Vorhaben gibt, das die Bürger wollen und unterstützen. Dass EU-Fördermittel in eine grenzüberschreitende Bahnstrecke fließen, passe hervorragend. Im Ziel, eine durchgehende Bahnverbindung von Berlin bis Gorzow zu schaffen, sei man bereits weit gekommen. Das Bürgerinteresse zeige, dass dieses Projekt angenommen wird.

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