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Guttenberg warnt vor Illusionen in Afghanistan

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU)
Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) © Foto: dpa
08.10.2010, 13:49 Uhr
Berlin (DPA) Nach dem schweren Angriff auf die Bundeswehr in Nordafghanistan hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg vor zu ehrgeizigen Zielen der internationalen Mission gewarnt. „Es kann nicht darum gehen, Luftschlössern hinterherzueilen und Illusionen zu bedienen, sondern die Ziele müssen erreichbar sein“, sagte der CSU-Politiker am Freitag in Berlin.

Bei einem Selbstmordanschlag in der Unruheprovinz Baghlan war am Donnerstag ein 26-jähriger Fallschirmjäger aus dem niedersächsischen Seedorf getötet worden. 14 deutsche Soldaten wurden verletzt, von denen aber keiner in Lebensgefahr war. Zunächst war von sechs Verletzten die Rede. Nach dem Abschluss des knapp siebenstündigen Gefechts meldeten sich aber mehrere Soldaten vor allem mit Hörschäden. Mehr als die Hälfte der Verletzten stammt wie der Tote aus Seedorf.    Guttenberg sprach von einem „furchtbaren“ und „hinterlistigen“ Anschlag. „Der Einsatz in Afghanistan ist und bleibt höchst gefährlich“, sagte er. „Ich habe wiederholt darauf verwiesen, dass es in Afghanistan weiter Verwundete und Gefallene geben kann. So bedrückend diese Aussage ist, so wichtig ist es weiter, hier auch in aller Offenheit darauf hinzuweisen.“

Der Minister dankte den Soldaten für ihren „ungemein tapferen“ und entbehrungsreichen Dienst. „Dieser Einsatz ... darf niemals zur Routine werden“, sagte er. Gleichzeitig warnte er vor zu hohen Erwartungen an die Mission, die bereits ins zehnte Jahr geht. Ziel sei es, „ein erträgliches Maß an Sicherheit“ in Afghanistan zu erreichen, damit die Gefährdung der internationalen Sicherheit möglichst gering gehalten werden könne. Zudem müsse man sich „ein erreichbares Maß an Entwicklung“ vornehmen.

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