Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Einbahnstraße missfällt Anwohnern

Debatte auf der Fahrbahn: Anwohner der Fontanestraße in der Clara-Zetkin-Siedlung treffen sich, um gegen die Einbahnstraßenregelung zu protestieren. Finows Ortsbürgermeister Arnold Kuchenbecker (5. von rechts) sagt zu, sich ihrer Belange anzunehmen.
Debatte auf der Fahrbahn: Anwohner der Fontanestraße in der Clara-Zetkin-Siedlung treffen sich, um gegen die Einbahnstraßenregelung zu protestieren. Finows Ortsbürgermeister Arnold Kuchenbecker (5. von rechts) sagt zu, sich ihrer Belange anzunehmen. © Foto: MOZ/Sven Klamann
Sven Klamann / 31.03.2011, 07:53 Uhr
Eberswalde (In House) Ihre sanierte Fahrbahn finden die Anwohner der Fontanestraße in der Clara-Zetkin-Siedlung nach wie vor klasse. Doch dass sie seit der Übergabe mit einer Einbahnstraßenregelung klar kommen müssen, bereitet ihnen mehr und mehr Sorgen. So schnell aber wird sich das Problem wohl nicht lösen lassen.

„Anfangs haben wir die Richtungsfahrbahn angenommen, ohne zu murren“, sagt Annelies Panknin im Namen nahezu aller Grundstückseigentümer an der im vorigen Jahr erneuerten Straße. Nach einigen Monaten Erfahrung indes hätte sich gezeigt, dass ihnen die Einbahnstraße auch Nachteile bringt. „So müssen wir nicht nur weitere Wege in Kauf nehmen, sondern auch Wartezeiten bei Lieferungen durch größere Fahrzeuge, die die schmale Fahrbahn blockieren“, berichtet die Sprecherin der Anwohner. So sei es an der Fontanestraße bisher üblich gewesen, dass mehrere Anwohner am gleichen Tag Nachschub an Öl ordern. „Wenn wir das weiterhin so machen wollen, brauchen wir eine Engelsgeduld. Denn an jedem Grundstück steht der Tanker 20 bis 30 Minuten“, sagt Annelies Panknin.

Am liebsten wäre es den Anwohnern, wenn die Einbahnstraßenregelung wieder aufgehoben werden könnte. Schließlich sei die Fontanestraße vorher beidseitig zu befahren gewesen. „Natürlich jederzeit mit gegenseitiger Rücksichtnahme, denn die Straße ist ja eng“, betont die Anwohnerin. An der Straßenbreite habe sich durch den Neubau nichts geändert. „Was also spricht dagegen, zum ursprünglichen Zustand zurückzukehren?“, fragt sie.

„Der für zwei Fahrspuren nicht ausreichende Querschnitt und die gesetzlichen Bestimmungen lassen keine Alternative zur Richtungsfahrbahn zu“, entgegnet Heike Köhler, die im Eberswalder Rathaus das Bauamt leitet. Zwischen Fichte- und Heinrich-Mann-Straße bringe es die Fahrbahn nur auf eine Breite von drei Metern. Hinzu kämen zwei Bankettbereiche von jeweils einem Meter und auf der östlichen Seite eine 50 Zentimeter schmale Mulde, ohne die die Entwässerung nicht klappen würde.

In einem Antwortbrief an die Beschwerdeführerin Annelies Panknin führt Irina Effenberger, Leiterin des zum Bauamt gehörenden Sachgebiets Verkehr, dazu aus, dass die neuen Randbereiche aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht befahren werden dürfen. „Vor dem Ausbau der Straße konnte hingegen die gesamte Fläche zwischen den Grundstücksbegrenzungen bei Ausweichmanövern genutzt werden“, heißt es in ihrem Schreiben.

Gegen geltendes Recht wollen auch die Anwohner nicht verstoßen, die sich gleichwohl so schnell nicht mit der aktuellen Praxis abfinden.

„Uns wäre ja schon etwas geholfen, wenn wenigstens die Richtung der Einbahnstraße umgekehrt würde“, sagt Gerd Lieschke. Dann könnten die Anlieger bei Staus in die Eichendorfstraße auf halber Strecke abbiegen.

„Wenn das Vorteile bringt, werde ich diesen Wunsch der Anwohner aufgreifen und im Rathaus vortragen“, sagt Finows Ortsbürgermeister Arnold Kuchenbecker seine Unterstützung zu.

Für Bauamtsleiterin Heike Köhler spricht grundsätzlich nichts gegen einen Wechsel der Richtung. „Das müsste vor Ort allerdings erst noch geprüft werden“, fügt sie hinzu. Dazu sei das Bauamt bereit, wenn ein Antrag der Anwohner aus der Clara-Zetkin-Siedlung eingegangen sei.

Eine radikalere Lösung wäre dem Anwohner Mario Gruhn allerdings lieber. „Meine Nachbarn und ich hätten alle nichts dagegen, einen Meter von unseren Grundstücken abzugeben und damit die Straße so zu verbreitern, dass es für zwei Spuren reicht“, sagt er.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG