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Neuer Tagebau östlich der Neiße

Braunkohleabbau: Dazu sollen sowohl in der Lausitz als auch östlich der Neiße Dörfer verschwinden
Braunkohleabbau: Dazu sollen sowohl in der Lausitz als auch östlich der Neiße Dörfer verschwinden © Foto: MOZ
dapd / 08.04.2011, 18:47 Uhr
Cottbus (In House) Umweltschützer und Bürger in der Lausitz dringen auf eine Beteiligung an Planungen für einen Braunkohle­tagebau im benachbarten Polen. Nach europäischem Recht müsse eine grenzüberschreitende Prüfung stattfinden, wenn das Land Brandenburg dies fordere, sagte ein Sprecher der Grünen Liga am Freitag in Cottbus. Der Tagebau sei nahe der polnischen Stadt Gubin und damit in unmittelbarer Nachbarschaft zu Brandenburg geplant.

Einwohner mehrerer grenznaher Ortschaften sowie die Grüne Liga wandten sich den Angaben zufolge mit einem Brief an Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Das Schreiben trägt die Unterschriften von Bürgern aus Taubendorf, Groß Gastrose, Guben-Deulowitz, Atterwasch, Grabko, Kerkwitz und Forst. Einige der Ortschaften sind auch durch brandenburgische Tagebauplanungen bedroht.

„Im Klammergriff zwischen deutschen und polnischen Tagebauplanungen hätte die Grenzregion von Forst bis Guben keine Zukunft“, sagte Wilfried Buder aus Groß Gastrose. Er forderte, dass betroffene Bürger beider Länder bei den Planungen des Nachbarstaats ihre Interessen vertreten können. Dazu müsse Brandenburgs Regierung auf grenzüberschreitende Öffentlichkeitsbeteiligung bestehen.

Mitte März hatte das Marschallamt der Wojewodschaft Lebuser Land den Entwurf eines Raumordnungsplans veröffentlicht. Darin sei ein „Problemgebiet Brody“ ausgewiesen, wo Braunkohle im Tagebau gewonnen und ein Braunkohlekraftwerk mit 3000 Megawatt Leistung errichtet werden soll. Bei einer Umsetzung der Pläne wären Ortsteile der Gemeinden Gubin-Land und Brody von Umsiedlungen betroffen. Obwohl sich beide Gemeinden in Bürgerentscheiden mehrheitlich gegen den Aufschluss von Tagebauen entschieden hatten, sind höhere Verwaltungsebenen dafür sowie für den Bau eines neuen Kraftwerks. Begründet wird dies vor allem mit neuen Arbeitsplätzen und mit der Energiegewinnung.

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