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Investor im Schloss Prötzel: Kampf zwischen Geld und Geschichte

Investor in Prötzel: Vagram EkavyanFoto: MOZ/Oliver Voigt
Investor in Prötzel: Vagram EkavyanFoto: MOZ/Oliver Voigt © Foto: MOZ
Nadja Voigt / 13.04.2011, 20:37 Uhr - Aktualisiert 26.07.2011, 19:02
Prötzel (In House) Er ist seit dem Jahr 2007 der Besitzer des Schlosses in Prötzel, Architekt und Geschäftsmann. Näher kennengelernt haben Vagram Ekavyan bisher jedoch wenige. Nadja Voigt sprach mit ihm über seine Geschäfte, die Familie und seine Zukunft in Prötzel.

Märkische Oderzeitung: Herr Ekavyan, seit wann leben Sie in Deutschland?

Vagram Ekavyan: Seit 1991 betreibe ich ein Reisebüro in Berlin. Wir veranstalten und vermitteln Reisen ins In- und Ausland, insbesondere nach Russland. Auch organisieren wir Gastspiele einzelner Künstler, Künstlergruppen und Ensemble.

Wollen Sie auch Künstler nach Prötzel holen?

Ja, denn ich möchte ja ein Kultur- und Sportzentrum errichten. Dazu gehören natürlich auch Kunst und Musik, die das Schloss beleben und Gäste in die Region locken.

Wie viel Geld wollen Sie in das Schloss Prötzel investieren?

In der ersten Etappe, in der es um die Sanierung des Schlosses, der Orangerie und der Remise geht, gehe ich von sieben bis zehn Millionen Euro aus, die ich investieren will. Für die zweite und dritte Etappe, in der die Neubauten sowie die Tennisplätze und der Golfplatz entstehen sollen, habe ich noch keine Kalkulation gemacht. Erst einmal brauche ich die Baugenehmigung. Sollte ich die nicht erhalten, passiert sowieso gar nichts.

Und was passiert, wenn Sie sie erhalten?

Dann will ich in Prötzel meinen Traum verwirklichen. Momentan ist die Situation jedoch so katastrophal, dass ich mit Fledermäusen, Ratten und Mäusen zusammen unter einem Dach lebe. Nach der Baugenehmigung muss als Erstes eine Drainage gelegt werden. Dann werden die Dachziegel ausgetauscht und die historische Fassade wieder aufgebaut.

Woher stammt das Geld für die Investition?

Ich bin Teil einer großen Unternehmerfamilie. Meine Mutter lebt in Jerewan, mein Bruder Aram mit seiner Familie in Hamburg und ich mit meiner Frau in Berlin und Prötzel. Mein Bruder Aram, der ebenfalls Investor ist, und ich handeln mit Ölprodukten. Daher stammt auch der Großteil des Geldes, das wir in das Schloss Prötzel investieren wollen.

Mit welchen Problemen haben Sie derzeit noch zu kämpfen?

Ich finde es paradox, dass die geplante Pipeline durch das Naturschutzgebiet führt. Deshalb steht die dritte Etappe meines Bauvorhabens auch noch in Frage. Wenn die Naturschutzbehörde genehmigt hat, dass man eine Pipeline durch den Naturpark Märkische Schweiz verlegt, dürfte sie keine Bedenken gegen unser Projekt haben. Darüber hinaus fühle ich mich von der Denkmalschutzbehörde nicht richtig wahrgenommen. Es ist sehr schwierig, dort Ansprechpartner zu finden. Außerdem denke ich, dass es nicht meine Aufgabe ist, alle Instanzen zu durchlaufen.

Wie lautet Ihr Resümee, nachdem Sie seit vier Jahren Besitzer des Schlosses Prötzel sind?

Dass es ein Kampf zwischen Geld und Geschichte ist, den ich hier ausfechten muss. Meine Aufgabe ist es, nun eine Balance herzustellen, erst dann kann die Arbeit des Architekten, können die Baumaßnahmen beginnen.

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