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Eine starke Stimme für die Orgel

Probe: Alexander Seidel probt mit Kantorin Sieglinde Schlenker.Foto: GMD/Gerd Markert
Probe: Alexander Seidel probt mit Kantorin Sieglinde Schlenker.Foto: GMD/Gerd Markert © Foto:
DKLEMENTZN / 25.09.2008, 19:29 Uhr
Strausberg VonDetlef Klementz

Am 3. Oktober wird der Strausberger Countertenor Alexander Seidel, der in Zürich lehrt, erstmals in seiner Heimatstadt auftreten. Das Benefizkonzert zur Unterstützung der Orgel-Sanierung ist einer der Höhepunkte des Stadtfestes. Der 32-jährige Seidel ist Organist, Countertenor und Dirigent. Gastauftritte haben ihn auf viele Bühnen der Welt geführt.

"Kalt istes in Strausberg", sagte Alexander Seidel vor einigen Tagen mit leicht belegter Stimme und zog seinen blauen Schal fester um den Hals. "In Zürich sind jetzt 17 Grad", setzte er hinzu, während er mit Kantorin Sieglinde Schlenker in der St.-Marien-Kirche langsam zur Orgel empor stieg.

Beide hatten sich zur Probe für das Benefizkonzert am 3. Oktober verabredet. Immer wieder unterbricht Seidel das gemeinsame Tun. Mal wünscht er ein etwas einfühlsameres Orgelspiel, mal ein späteres Einsetzen. Für die beiden ist es das erste Zusammenspiel. "Da muss man sich erst mal zusammenfummeln", sagt die Kantorin, und das taten sie denn auch bei zwei Proben.

Für Alexander Seidel ist es zudem der erste Konzertauftritt in Strausberg. Und der ist auch mehr einem Zufall geschuldet. Ursprünglich sollte ein Trompeter der Komischen Oper in Strausberg gastieren. Doch der konnte sich dann nicht von einer Konzertreise nach China ausklinken, wie die Kantorin berichtet. Um so froher sei sie, dass Alexander Seidel eingesprungen sei. Der 32-Jährige zeigt sich ähnlich erfreut. Wenn er an der Orgel steht, muss er daran denken, dass ihm als Kirchenmusikschüler das Üben an diesem Ort einst verwehrt worden war. "Da hat mir die katholische Kirche die Tür geöffnet", sagt er rückblickend.

Seither ist viel geschehen. Seidel hat in Köln sein Diplom als Orgelmusiker erworben. Weitere Ausbildungsstätten waren Paris, wo sich bald zeigte, dass seine Kopfstimme schöner war als sein Bariton und letztlich Zürich, wo sich ein Dirigierstudium anschloss.

Alexander Seidel lernte den Opernregisseur Harry Kupfer kennen, "ein Glück für meine weitere Entwicklung", wie er sagt. Konzertreisen führten ihn durch Europa und in die USA. 2009 wird er in Händels "Tamerlano" in London zu hören sein. Seine Hochschultätigkeit an der Schweizer Opernschule in Zürich ermögliche kaum mehr als 30 Konzerte im Jahr, sagt er.

Beim Benefizkonzert (Eintritt frei) am 3. Oktober ab 16 Uhr hofft der Sänger auf möglichst viele Spenden. Die sollen für die Sanierung der alten Orgel von 1773 verwendet werden. Zu hören sein werden Werke von Bach, Händel, Cesar Franck, Henry Purcell undHeinrich Schütz.

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