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Schloss Trebnitz soll Begegnungsstätte werden

Trauriger Anblick: Die Alte Schmiede neben dem Schloss in Trebnitz soll Begegnungsstätte werden. 26 Monate sind für die Bauzeit veranschlagt
Trauriger Anblick: Die Alte Schmiede neben dem Schloss in Trebnitz soll Begegnungsstätte werden. 26 Monate sind für die Bauzeit veranschlagt © Foto: Doris Steinkraus MOZ
Doris Steinkraus / 19.04.2011, 07:31 Uhr
Trebnitz (In House) Ein deutsch-polnisches Bildungs- und Begegnungszentrum entsteht am Schloss Trebnitz. Der Verein unterzeichnete jetzt in Zielona Gora (Grünberg) den Förderbescheid über 1,35 Millionen Euro für den Ausbau der Alten Schmiede.

Es ist ein alter, bedrohlich marode aussehender alter Backsteinbau – die einstige Schmiede, die sich unmittelbar neben dem Schloss befindet. Seit drei Jahren kämpft der Verein um den Ausbau des Gebäudes, das einst zum Ensemble des Schlosses gehörte und nun schon seit Jahren leer steht. In zwei Sommerworkcamps haben Jugendliche aus verschiedenen Ländern bereits tonnenweise Bauschutt und Unrat aus den Gebäuden geschleppt und somit Baufreiheit geschaffen. Mittel für den Ausbau hat der Verein Bildungs- und Begegnungsstätte Schloss Trebnitz bei der EU beantragt.

Pünktlich zur Mitgliederversammlung konnte Vereinsvorsitzender Christoph Berendt nun verkünden, dass er gemeinsam mit der zweiten Vorsitzenden Ingrid Sallmann in Zielona Gora den Fördervertrag unterzeichnet hat. 1,35 Millionen Euro wurden aus dem „Operationellen Programm zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit Polen (Wojewodschaft Lubuskie) – Brandenburg 2007-2013“ bewilligt. Dieses Programm ist eingebettet in das Förderziel „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“, die sogenannte Ziel-3-Förderung der EU. Es wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und aus Landesmitteln kofinanziert.

„Oberstes strategisches Ziel des Programms ist es, bestehende Grenzen zu überwinden, den Abbau der durch die Grenzlage bedingten Nachteile voranzutreiben und die gemeinsame Entwicklung der Grenzregion Brandenburg und Wojwodschaft Lubuskie zu fördern“ so Carsten Jacob vom Gemeinsamen Technischen Sekretariat in Zielona Gora. Es unterstützt Antragsteller bei der Erarbeitung von Förderanträgen und begleitet die Geldempfänger bei der Umsetzung.

Die Bewilligung kam nicht von ungefähr. Seit Bestehen widmet sich der Verein, der 2011 sein 20-jähriges Bestehen feiert, der Zusammenarbeit zwischen Polen und Deutschland. Der Kreis Gorzow ist Mitglied im Trebnitzer Verein – ein Novum in Brandenburg. Jugendbegegnungen praktizieren das, was Politiker immer wieder predigen – miteinander arbeiten, entdecken, forschen, sich kennenlernen und auch feiern. Mit dem Ausbau der Schmiede sollen sich die Bedingungen für die internationale Zusammenarbeit deutlich verbessern. Es entstehen nicht nur Unterkünfte, sondern auch Seminarräume und eine Künstlerwerkstatt. Die einzelnen Maßnahmen innerhalb des Projekts stützen sich vor allem auf die Schaffung eines behindertengerechten, deutsch-polnischen Bildungs- und Begegnungszentrums. Menschen mit Handicap können die Begegnungsstätte aufgrund der baulichen Struktur bisher nicht nutzen.

Darüber hinaus wird ein aktives Netzwerk für die grenzübergreifende Arbeit engagierter Bürger sowie diverser Organisationen geschaffen. Fortlaufend sollen neue Zielgruppen – wie etwa ältere Menschen, Menschen mit Behinderung sowie Multiplikatoren – in die grenzübergreifende Bildungs- und Begegnungsarbeit mit einbezogen werden. Künstlerisch-handwerkliche Seminarformate sind ebenso angedacht wie Ausstellungen oder diverse Freizeitangebote.

Infos zum Förderprogramm im Internet unter www.
interreg.brandenburg.de oder 
www.euroregion-voadrina.de

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