Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Die Biber bevölkern die Spree

Biber auf der Spree: Mario Mattheis und Manja Schröder begleiteten den Tross in ihren schweißtreibenden, pelzigen Kostümen – hier flankiert von den Mitorganisatoren Peter Catholy (links) und Andreas Poll.
Biber auf der Spree: Mario Mattheis und Manja Schröder begleiteten den Tross in ihren schweißtreibenden, pelzigen Kostümen – hier flankiert von den Mitorganisatoren Peter Catholy (links) und Andreas Poll. © Foto: MOZ
Anke Beißer / 26.04.2011, 07:59 Uhr
Erkner/Neu Zittau (In House) Ostern ohne Spreetreiben – da fehlt etwas. Und so hat es am Sonnabend nach einjähriger Pause für 200 Schwimmer im 12 Grad kalten Wasser und für Hunderte Schaulustige am sonnigen Ufer eine vielbejubelte Neuauflage des Spektakels zwischen dem Spreebord in Neu Zittau und dem Strandbad am Dämeritzsee in Erkner gegeben.

Wer in diesem Jahr am Spreetreiben teilnehmen wollte, musste sich – anders als bisher– selbst um einen Taucheranzug kümmern. Da klangen vorab vom Veranstalter, dem Schwimm- und Tauchsportverein Biber Erkner, geäußerte Hochrechnungen von bis zu 150 Unerschrockenen im Wasser sehr optimistisch. Allerdings bedeutete es dann wohl doch keine so große Hürde, sich das schützende Neopren zu besorgen. Schließlich stiegen am Ostersonnabend um 13 Uhr unter großen Hallo sogar gut 200 bestens gelaunte Schwimmer ins kalte Nass. Auffällig bei dieser 14. Auflage des Gaudis waren die zahlreichen Boote, Flöße und Schwimmhilfen, die den Tross begleiteten.

Gleich wenige Meter nach dem Start konnten die unerschrockenen Wasserratten erstmals am eigenen Leib spüren, was es mit der Versandung der Spree auf sich hat. Mühelos wurde aus dem Treiben ein Spaziergang – auch zur Verwunderung des Publikums an Land. Letztlich blieb es dann bis zur Mündung am Spreeeck dabei, brachten die Teilnehmer den rund drei Kilometer langen, eher unsportlichen Teil der Strecke im ständigen Wechsel von Wandern, Schwimmen und Gleiten hinter sich.

„Ehrgeiz ist hier nicht gefragt“, sagte Enrico Bathke, Schatzmeister der Biber. Der Spaß stehe eindeutig im Vordergrund. Kurz vor dem Dämeritzsee hielt er aber inne, stülpte sich die Haube seines Taucheranzugs über und legte einen kräftigen Flossenschlag an den Tag. Was denn nun? „Na, ein bisschen anstrengen will ich mich schon. Ansonsten kommt man ja nicht über den See“, startete er auf die finalen, deutlich anspruchsvolleren 1300 Meter.

Als der Woltersdorfer nach insgesamt knapp drei Stunden aus dem Dämeritzsee stieg, hatte Martin von Lachner (27) aus Grünheide längst trockene Sachen an. Er war als einer der ersten mit einer aufblasbaren Insel im Ziel angekommen – gemeinsam mit Heiko Hacker (40), einem Spreetreiber der ersten Stunde aus Hessenwinkel. Im Feld und an Land waren übrigens viele, die dem Spektakel seit Jahren als Wiederholungstäter verbunden sind. So zum Beispiel die Fritz-Brama Schatwa-Watschi Pura Yoga Gruppe aus Fürstenwalde. „Wir machen zwar kein Yoga, sind aber eine lustige Grilltruppe“, grinste Mario Radoi unter seinem riesigen Hut hervor. Diesmal seien sie zu zehnt am Start. „Mein Chef, Gerhard Schröder, der Vereinsvorsitzende der Biber, hat von der Veranstaltung immer so geschwärmt. Also haben wir es 2008 ausprobiert und sind seither dabei.“

Bereits vor zehn Jahren hat auch Hans-Joachim Kluge das Spreetreiben schon mal für sich entdeckt. Nun hielt seine Frau Sylvia mit Petra Krob an verschieden Stellen der Strecke nach ihm Ausschau. Einen guten Zugang fanden die Frauen in Schönschornstein. Familie Belaschk hatte einen großen Zettel ans Tor gehängt, der Besucher des Treibens ermunterte, ruhig über ihr Grundstück hinweg zum Fluss zu gehen. „Wir sind sonst zu Ostern immer Rad gefahren. Diesmal wollte mein Mann aber wieder mal mitmachen.“ Als Sylvia Kluge ihn am Strandbad in Erkner empfing, war dieser sicher, dass es wieder ein paar Jahre dauern wird, bis er nochmal mitmacht. Über den See sei es eben sehr anstrengend.

Andere sehen das gewiss anders, freuen sich schon jetzt auf das nächste Gaudi im kommenden Jahr. Gerhard Schröder und die Biber jedenfalls sind mit der Veranstaltung zufrieden und sammeln schon Hinweise, was sie am Ostersonnabend 2012, bei der 15. Auflage des Spreetreibens, noch besser machen können.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG