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Mythen übers Militärgefängnis

Kunger / 28.04.2011, 08:00 Uhr
Schwedt (In House) Das ehemalige NVA-Militärgefängnis ist derzeit immer wieder ein Thema. Am 4. Mai erscheint ein neues Buch über den berüchtigten Schwedter Knast. Geschrieben hat es Rüdiger Wenzke vom militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam.

Es ist dieses Mal kein Erfahrungsbericht, sondern der Wissenschaftler will damit den ersten militärhistorischen Überblick über die Entwicklung und die Rolle der 1968 geschaffenen zentralen Militärstrafvollzugsanstalt der DDR in Schwedt geben.

Anhand neuester Forschungsergebnisse soll die Geschichte des Armeeknastes wissenschaftlich dargestellt werden. Rüdiger Wenzke ist ein erfahrener Autor, er hat schon an mehreren Büchern über die NVA und die Volkspolizei geschrieben.

Der Autor beleuchtet den politischen, militärischen und gesellschaftlichen Kontext des Gefängnisses, aber auch die Strafrechts- und Disziplinarverhältnisse in der NVA. Er geht dem Selbstverständnis und dem Anspruch der damals Verantwortlichen nach.

Das Militärgefängnis in Schwedt verstand sich als Erziehungsstrafvollzug. Die „Delinquenten“ sollten die Strafwürdigkeit ihrer Taten anerkennen und Besserung geloben. Nach Schwedt kamen vor allem Mannschaftssoldaten und Unteroffiziere, denen Straftaten wie Befehlsverweigerung, unerlaubtes Entfernen von der Truppe, Fahnenflucht und ähnliches zur Last gelegt wurden. Das harte Dienst- und Arbeitsregime im Militärknast, der Haftalltag, organisatorische und personelle Probleme bis hin zu den Mythen, die sich um die Strafvollzugsanstalt ranken, sind 
Gegenstand der Untersuchung.

Im Anhang des Buches findet sich ein Bildteil, Dokumente, Erinnerungen und Interviews sowie eine Zeittafel zur Entwicklung des Militärstrafvollzugs in der DDR.

Öffentliches Symposium zu Forschungsergebnissen, mit Interviews, Film und Führung auf dem Gelände des Gefängnisses, am 31. Mai ab 
14 Uhr an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt

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