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Polnischer Bäcker arbeitet in Wriezen

Mit Spaß bei der Sache: Maciej Kopaczewski ist seit anderthalb Wochen als Bäcker in der Wriezener Backstube. Der 22-Jährige absolvierte 2010 ein Praktikum und bekam durch die Arbeitnehmerfreizügigkeit eine Stelle angeboten.
Mit Spaß bei der Sache: Maciej Kopaczewski ist seit anderthalb Wochen als Bäcker in der Wriezener Backstube. Der 22-Jährige absolvierte 2010 ein Praktikum und bekam durch die Arbeitnehmerfreizügigkeit eine Stelle angeboten. © Foto: MOZ/Sabine Steinbeiß
Sabine Steinbeiß / 11.05.2011, 07:48 Uhr
Wriezen (In House) Die Wriezener Backstube hat einen neuen Mitarbeiter eingestellt. Marciej Kopaczewski stammt aus Polen. Er bekam die Stelle nach einem dreimonatigen Praktikum angeboten. Nach dem Fall der Arbeitnehmerfreizügigkeit am 1. Mai konnte der 22-Jährige das Angebot annehmen.

Die deutsche Sprache ist noch etwas ungewohnt, nicht jedoch die Arbeit. Marciej Kopaczewski stammt aus der Nähe von Zamosc und hat Bäcker gelernt. Im vergangenen Jahr bewarb er sich beim polnischen Arbeitsamt, um ein Praktikum in Deutschland absolvieren zu dürfen. Über den Verein zur Förderung von Beschäftigung und Qualifizierung (VFBQ) Bad Freienwalde wurde er in die Wriezener Backstube vermittelt. „Unser Chef hat ihn sofort ins Herz geschlossen“, verrät Mitarbeiterin Siegrid Bohm. Die Vizepräsidentin der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg ist direkter Ansprechpartner für den neuen Mitarbeiter.

Der 22-Jährige sei bei seinem Praktikum sympathisch rübergekommen und habe mit sehr guten Arbeitsleistungen geglänzt. „Das Problem war aber, dass wir ihm im vergangenen Jahr keine Stelle anbieten konnten“, blickt Siegrid Bohm zurück. Erst mit der Arbeitnehmerfreizügigkeit zum 1. Mai diesen Jahres sei es möglich gewesen, die Stelle mit einem polnischen Mitarbeiter zu besetzen.

Marciej Kopaczewski ist für seine neue Arbeit extra nach Wriezen gezogen. Denn sein Heimatort in der Nähe von Zamosc ist zu weit weg, um jedes Wochenende zur Familie nach Hause fahren zu können. Die Stadt liegt im südöstlichen Teil Polens, rund 240 Kilometer von der Hauptstadt Warschau entfernt und 110 Kilometer nordwestlich der ukrainischen Stadt Lemberg.

„Wir haben ihm geholfen, eine Wohnung zu finden und ihn in Deutschland anzumelden“, sagte Siegrid Bohm. Und falls es bei der Verständigung doch einige Schwierigkeiten geben sollte, gibt es auch noch Wioletta Beyer. Die Koordinatorin für polnische Projekte beim VFBQ ist gebürtige Polin und lebt seit einigen Jahren in Deutschland. Sie steht auch weiterhin als Ansprechpartnerin zur Verfügung, obwohl sie für ihren Landsmann eigentlich nicht mehr zuständig wäre. „Aber man hilft wo man kann“, betont sie.

Das Praktikum im vergangenen Jahr beinhaltete auch einen Sprachkurs Deutsch. Aber innerhalb der kurzen Zeit konnten natürlich nur Grundkenntnisse gelegt werden. Maciej Kopaczewski will nun nach der Arbeit im Eigenstudium seine Deutschkenntnisse weiter ausbauen. Die Verständigung mit seinen Arbeitskollegen klappt zwar schon ganz gut, aber wenn es gar nicht mehr weitergeht, wird auf Hände und Füße zurückgegriffen. Er sei voll im Team der Mitarbeiter integriert, betont Siegrid Bohm.

Auf ihrem Tisch liegen weitere Anfragen aus Polen. Ausgelernte Bäcker haben nach offenen Stellen gefragt. Schulabsolventen würden gern eine Ausbildungsstelle in der Oderbruchstadt antreten. In der Wriezener Backstube herrsche noch kein Mangel an Facharbeitern. In der Firma arbeiten insgesamt 125 Mitarbeiter, lernen 16 Auszubildende. Trotzdem verschließe man sich des Themas nicht, betont die Vizepräsidentin der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg.

Die Wriezener Backstube nehme daher auch am Tag des offenen Unternehmens teil. Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) öffnen Firmen aus ganz Brandenburg am 21. Mai ihre Türen – in Wriezen von 10 bis 16 Uhr.

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