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Bärenbrücke bleibt erhalten


Denkmalschutz für einen Bären: Vor wenigen Jahren standen rund um Berlin insgesamt fünf Bärenbrücken, die die Autobahnen überquerten. Die Schwanebecker ist die letzte, wird aber erhalten.Foto: Sergej Scheibe
Denkmalschutz für einen Bären: Vor wenigen Jahren standen rund um Berlin insgesamt fünf Bärenbrücken, die die Autobahnen überquerten. Die Schwanebecker ist die letzte, wird aber erhalten.Foto: Sergej Scheibe © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Olav Schröder / 11.05.2011, 20:15 Uhr
Schwanebeck/Birkholz (In House) Vielen sagt der Name „Bärenbrücke“ nichts. Mit dem Ausbau des Dreiecks Schwanebeck zum Dreieck Barnim könnte sich dies ändern. Der Landesbetrieb für Straßenwesen hat umfangreiches Material über die letzte Brücke ihrer Art zusammengestellt. Die Brücke wird mit dem Ausbau erhalten und erweitert.

Wer sich mit dem Auto von Norden auf der Autobahn 11 Berlin nähert, passiert kurz vor dem Autobahndreieck Schwanebeck eine Brücke, die er wohl eher wenig beachtet. Sie verbindet einen Panketaler mit einem Bernauer Ortsteil, Schwanebeck mit Birkholz. Unter der Überführung rauschen Pkw und Lkw mit nationalen und auch vielen internationalen Kennzeichen vorüber. Möglicherweise fällt dem ein oder anderen Autofahrer ein Bären-Relief am rechten Pfeiler ins Auge. Es zeigt das Berliner Wappentier – gleichsam zur Begrüßung kurz vor der Ankunft in der Hauptstadt.

Das Relief ist der Namensgeber der 1936 errichteten Brücke. „Sie ist die letzte erhaltene Bärenbrücke“, sagt Cornelia Mitschka, Sprecherin des Landesstraßenbetriebs. Denn insgesamt gab es einmal fünf von ihnen. Es waren jeweils die letzten Brücken der Autobahnen, die auf den Berliner Ring zuführten. Sie alle zierte ein Bärenrelief. Außer der A 11 sind dies die A 2 aus Richtung Magdeburg, die A 9 aus Leipzig, die A 12 aus Frankfurt (Oder) und die A 13 aus Dresden. Nicht nur durch das Bärenrelief glichen sich die fünf Brücken. Sie alle waren ohne Mittelstütze errichtet worden. So galten sie als Tor zu Berlin und wurden auch „Torbrücken“ genannt. Die Schwanebecker Bärenbrücke stehe, so Cornelia Mischka, deshalb auch nicht ohne Grund unter Denkmalschutz. Als Bauwerk spiegelt sie die Autobahnarchitektur der 30er-Jahre wider.

Und noch eine Besonderheit weist die Schwanebecker Bärenbrücke auf. In Fahrtrichtung Nord ist, ebenfalls als Relief, das Stadtwappen von Stettin als Richtungsanzeiger angebracht. An den vier anderen Brücken fehlt ein solcher Hinweis.

Während die vier anderen Bärenbrücken im Zuge des sechsspurigen Ausbaus des Berliner Rings abgerissen wurden und die Reliefs neben der Autobahn wieder aufgestellt wurden, bleibt die Schwanebecker Bärenbrücke in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten. „1993 habe wir die Brücke nicht nur saniert, sondern auch ihre Tragfähigkeit erhöht“, sagt Bernd Seifert, der im Landesbetrieb für den konstruktiven Ingenieurbau zuständig ist. „Die Brücke ist damit auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten erhaltenswürdig.“ Allgemein werde bei derartigen Bauwerken mit einem Lebenszyklus von 80 bis 100 Jahren gerechnet.

Der Erhalt erforderte es allerdings, eine Lösung für den sechsspurigen Ausbau der Autobahn in diesem Bereich zu finden. So wird ein Zwillingsbauwerk errichtet, das die Bärenbrücke verlängern wird. Die Fahrspuren in Richtung Norden werden unter der bestehenden Überführung verlaufen, die in Richtung Süden unter dem Verlängerungsbau. „Das Relief“, so Seifert, „wird umgesetzt, so dass der Bär wieder alle ankommenden Autofahrer begrüßen wird.“

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