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Spritztour über den Wolletzsee

Ausflug im Käfer-Cabrio: Sybille Holzäpfel, Geschäftsführerin der Städtischen Werke Angermünde, und Bademeister Frank Pyritz testeten eines der nagelneuen Tretboote des Bootsverleihs im Strandbad am Wolletzsee.
Ausflug im Käfer-Cabrio: Sybille Holzäpfel, Geschäftsführerin der Städtischen Werke Angermünde, und Bademeister Frank Pyritz testeten eines der nagelneuen Tretboote des Bootsverleihs im Strandbad am Wolletzsee. © Foto: MOZ
Daniela Windolff / 11.05.2011, 21:00 Uhr
Angermünde (In House) 26 Grad Lufttemperatur, 16 Grad Wassertemperatur und Sonne – perfekter kann die Saison für das Strandbad am Wolletzsee nicht starten. Und dazu gab es noch eine besondere Überraschung: eine neue Bootsflotte.

Einmal im Ferrari flitzen oder gemütlich in einer kultigen Ente tuckern – dieser Traum kann jetzt in Erfüllung gehen. Besucher des Strandbades am Wolletzsee haben die Auswahl unter flotten Gefährten des neuen Fuhrparks. Das Beste daran: Die Spritztour ist erschwinglich und absolut umweltfreundlich.

Die Städtischen Werke Angermünde haben den stillgelegten Bootsverleih übernommen und die Flotte aufgepeppt. Acht nagelneue Tret- und Ruderboote, darunter auch Krokodil und Schwan für Kinder, übergab Geschäftsführerin Sybille Holzäpfel an Bademeister Frank Pyritz. Die Städtischen Werke gehen mit der Gesamtinvestition von 21 000 Euro in Vorleistung und wollen damit beweisen, dass sie es ernst meinen mit ihren Plänen zur Übernahme des städtischen Strandbades. Auch der Betrieb des Bootsverleihs wird mit einem Angestellten der Städtischen Werke abgesichert, der daneben dem Bademeister zur Hand gehen wird, wenn der Ansturm nicht so groß ist.

Damit wird zugleich eine Lücke gefüllt, die durch das Auslaufen der MAE-Maßnahme ausgerechnet zum Saisonstart gerissen wird. Am Montag wurden alle Ein-Euro-Jobber verabschiedet, die bislang im Strandbad für Ordnung und Sauberkeit gesorgt hatten. Die Maßnahme wird vorerst nicht verlängert.

Die Städtischen Werke hatten ihr Konzept zur Übernahme und Neugestaltung des Strandbades bereits öffentlich vorgestellt. Das Genehmigungsverfahren läuft. Die Kommunalaufsicht muss noch der Erweiterung des Geschäftsfeldes zustimmen. Viele Behörden müssen grünes Licht geben. Die größte Hürde ist der Umwelt- und Naturschutz, denn das Areal des Strandbades und des neu geplanten Camping- und Caravanplatzes liegt im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Für die Baumaßnahme werden auch Waldflächen in Anspruch genommen. Als Ausgleich soll dafür die Halbinsel, Standort des traditionellen Campingplatzes, renaturiert werden. Das sorgt derzeit für viel Widerspruch beim Campingverein vom Wolletzsee. Doch auch hier ist Geschäftsführerin Sybille Holzäpfel einen entscheidenden Schritt weiter. „Wir hatten gestern dazu ein Gespräch im Umweltministerium in Potsdam und die Stimmung war sehr gut. Wir sprachen die kritischen Punkte an und haben Kompromisse gefunden“, erzählt Sybille Holzäpfel. So sei man im Ministerium sogar der Auffassung, noch mehr der geplanten Baumhäuser als Ferienunterkünfte zu bauen. Neben dem Strandbad sollen touristische Angebote, Gastronomie und Unterkünfte einen Ganzjahresbetrieb ermöglichen. Die Camper vom Wolletzsee sollen auf dem neuen Campingplatz künftig bevorzugt mit Stellplätzen berücksichtigt werden.

Doch bis es so weit ist, ist noch viel Arbeit nötig. „Wir hoffen, den Behörden- und Genehmigungsmarathon bis zum Jahresende absolviert zu haben, um dann bis Januar die EU-Fördermittel beantragen zu können. Ziel ist es dann, den Winter zum Bauen zu nutzen und zur Saison 2012 neu zu eröffnen“, erklärt Sybille Holzäpfel.

Das Strandbad hat nun täglich von 9 bis 19 Uhr, in der Hauptsaison von Juni bis August täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet wie bisher 
1,50 Euro für Erwachsene, 50 Cent für Kinder, 30 Cent für Kindergruppen.

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Christiane Weiß 19.05.2011 - 09:13:18

Worum es wirklich geht

Was heißt hier, es wird nur gemeckert?! Wer auch immer sich hinter MOZ-Leser (wie feige ist das denn?) verbirgt, hat nicht verstanden, worum es den Campern wirklich geht. Es geht doch nicht darum, keine Fremden zu wollen, die waren auf dem Platz schließlich immer willkommen. Es geht darum, den Platz an der Stelle, wo er jetzt ist, zu belassen, weil der Standort besser ist als im Kiefernwald und weil es unnötig ist, den Wald abzuholzen, um dort die Dauercamper unterzubringen, obwohl es schon einen Platz dafür gibt. Im Bebauungsplan steht doch immer, es soll ökologisch zugehen - seit wann ist das Fällen von Bäumen und die Zerstörung von Lebensraum für Tiere ökologisch??? Richtig, Angermünde ist Erholungsort - aber gerade, weil es Wald ringsherum gibt. Und das Konzept jetzt scheint ja auf Massen von Touristen aneglegt zu sein - dann ist es mit der Erholung auch ganz schnell vorbei (falls das Konzept überhaupt aufgeht). Wovon profitieren denn die Camper, wenn es diesen neuen Platz mitten im Wald hunderte Meter vom Wasser entfernt gibt? Den Campern geht es auch nicht um Profit und profitieren, sondern um die Erhaltung des jetzigen Platzes. Das hat nichts damit zu tun, dass man keine Neuen und Fremden will, sondern, dass ein direkter Wasserzugang zu jeder Tageszeit unschlagbar ist.

Moz-Leser 19.05.2011 - 07:51:09

Warum wird nur gemeckert

Es wird nur gemeckert.... es ist doch toll, das man in Angermünde auf Tourismus setzt, Geld investiert und dadurch auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Von den Campern hört und liest man nur negative Aussagen! Auch ihr provitiert doch von allen! Ich weiß auch was euch stört- das sind die vielen Neuen und Fremden...die einfach auf EUREN! Campingplatz Urlaub machen wollen. Bloß keine Veränderungen...das ist ja wie in den meisten Gartensparten! Wenn auch ihr anfangt positiv zu denken....dann könnten viele Sachen auf neutralen Weg geklärt werden und man muß nicht irgendwelche Kommentare ablassen. Angermünde ist nun ein Erholungsort...daran müssen wir alle arbeiten!

Antje Weiß 14.05.2011 - 07:58:50

Enttäuschung

Ich bin enttäuscht, dass Frau Hölzäpfel sich freuen kann über Gespräche mit dem Umweltministerium. Wir hatten solche Gespräche nie. Wir leben auf dem jetzigen kleinen Zeltplatz mit der Natur verdienen auch kein Geld mit Tourismus und hielten uns immer an umweltrechtlichen Auflagen . Wir haben zwar kein Geld für eine neue Bootsflotte gegeben, aber dafür in den letzten Jahren die Blaue Fahne für Wasserqualität mitfinanziert. Vom Ausgleich zwischen Bauvorhaben und Renaturierung kann auch nicht die Rede sein, denn die Halbinsel hat ja nur 1,4 ha und das Vorhaben beläuft sich auf 25ha! Warum schaut sich keiner mal unsere kleine soziale Gemeinschaft und diesen natürlichen Platz an? Wäre schön, wenn man hier mal mit uns reden würde.

Christiane Weiß 12.05.2011 - 20:01:39

Campingplatz erhalten

Es ist ja wohl eine Frechheit, zu behaupten, dass Frau Holzäpfel hinsichtlich des Widerstandes vom Campingverein wieder einen Schritt weiter ist, bloß weil es ein Gespräch im Umweltministerium gab. Oder waren bei dem Gespräch Camper dabei? Gab es Gespräche darüber, wie der Platz erhalten bleiben kann? Wenn nicht, dann ist man keinen Schritt weiter gekommen!

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