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Schröder kritisiert Jahn

Der neue Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn.
Der neue Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn. © Foto:
15.05.2011, 15:42 Uhr
Berlin (DPA) Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, gerät wegen seines Umgangs mit einstigen Stasi-Mitarbeitern in seiner Behörde erneut in die Kritik. Wie der „Spiegel“ (Montag) berichtet, schrieb der Vorsitzende des Beirats der Behörde, Richard Schröder, einen Brief an Jahn und warf ihm vor, der Aufarbeitung der SED-Vergangenheit zu schaden. Die Beschäftigung ehemaliger Stasi-Mitarbeiter in der Behörde sei derzeit „das wichtigste Thema“. „Dies ist ausgesprochen misslich und schädlich für die Aufgabe der Aufarbeitung der SED-Diktatur“, betonte er.

Schröder stellte sich zugleich demonstrativ vor die betroffenen Angestellten. Die in der Behörde beschäftigten ehemaligen Stasi-Mitarbeiter hätten „sich in den letzten 20 Jahren nichts zuschulden kommen lassen, sie waren loyal“, schrieb er. Es sei schon wieder eine symbolische Politik auf dem Rücken Unschuldiger, wie „wir sie in der DDR massenhaft erlebt haben“. Man müsse sehr aufpassen, dass man dem Gegner nicht unter anderen Vorzeichen ähnlich werde.

Auch der stellvertretende Chef der Gewerkschaft der Polizei, Hugo Müller, griff in Briefen an das Bundeskanzleramt und den Bundestagspräsidenten Jahn scharf an. Der von ihm praktizierte Umgang sei „einem halben Arbeitsleben“ in der Behörde völlig inakzeptabel.

Der neue Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde hatte bereits im März angekündigt, er wolle die knapp 50 früheren Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit, die seit 20 Jahren fest zur Belegschaft gehören, aus seinem Haus entfernen.

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O.Jautze 16.05.2011 - 14:58:29

Schröder kritisiert Jahn

Es ist ja wohl nicht zu glauben........ Da können die ehemaligen Spitzel gleich noch 20 Jahre weitermachen, und wenn nun endlich mal jemand wie Herr Jahn damit aufräumen will wird er auch noch angegriffen. Herr Jahn scheint nach meiner Meinung der einzige in dieser"sauberen" Behörde zu sein der nicht bei der Stasi war! Es ist ein Schlag ins Gesicht der Stasi-Opfer wenn diese lesen müssen wie die einstigen Verbrecher noch nach 20!!!! Jahren auf ihre Kosten sehr gut leben und sich über unsere Unwissenheit kaputtlachen. Da gibts nur 1 Wort : Schande!!!

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