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Bundeswehrstandort ist nun Geschichte

Zeit beinahe abgelaufen: Major Uwe Rommel ³berreicht dem scheidenden Kommandanten von Weichensdorf, Dieter Linke, eine Uhr mit der Zifferstellung "f³nf vor zw÷lf".
Zeit beinahe abgelaufen: Major Uwe Rommel ³berreicht dem scheidenden Kommandanten von Weichensdorf, Dieter Linke, eine Uhr mit der Zifferstellung "f³nf vor zw÷lf". © Foto:
JKUEHLN / 30.09.2008, 18:50 Uhr
VonJörg Kühl

Das Beeskower Musikschulorchester spielte die Brandenburghymne, dann betrat Kommandeur Rüdeger Schömburg den Appellplatz: "Hiermit stelle ich das Munitionshauptdepot Weichensdorf außer Dienst." Nun ist es also endgültig Geschichte: Das östlich von Friedland gelegene Waffenlager wurde gestern mit einem feierlichen Appell aufgelöst. Damit endet in Weichensdorf eine Ära, die vielen in wehmütiger Erinnerung bleiben dürfte, denn das Depot bot vier Jahrzehnte lang Dutzenden Menschen in der Region einen sicheren Arbeitsplatz.

Der Rückzug des riesigen Depots hatte sich über Jahre hingezogen. Der letzte Kommandant, Dieter Linke, war mit der endgültigen Abwicklung beauftragt worden. "Eigentlich müsste man eher von einem Umzug sprechen, denn Personal und Aufgaben sind von Weichensdorf nach Schneeberg übertragen worden", so sieht es Major Uwe Rommel, der Linke in dessen Funktion bis Jahresende ablöst. 25 Mitarbeiter sind von Weichensdorf nach Schneeberg verlegt worden, andere waren aus Altersgründen ausgeschieden oder wurden an andere Standorte verlegt. Die letzte "Abteilung", die Weichensdorf verließ, war die Betriebsfeuerwehr.

Das Munitionslager in Weichensdorf kann auf eine mehr als 45-jährige Geschichte zurückblicken: Gebaut wurde die gewaltige Anlage von 1959 bis 1962 als "NVA-Munitionslager 22". Bis zur Wende war es eines der wichtigsten Munitionslager der Nationalen Volksarmee. Am 3. Oktober 1990 wurde das Depot von der Bundeswehr übernommen. Die Munition wurde gesichert, bis über die weitere Verwendung der Altbestände oder über deren Aussonderung ein Urteil gefällt wurde. 1993 war es dann soweit: Die Firma Rheinmetall übernahm Teile der Kaserne. Tonnenweise Munition wurde in den folgenden Jahren "delaboriert". Bis 1997 war auf diese Weise genügend Platz geschaffen worden, dass mit der Einlagerung von Bundeswehr-Munitition begonnen werden konnte. In diesem Jahr beteiligte sich die Belegschaft an den Hilfsmaßnahmen wegen der Hochwasserkatastrophe an der Oder. Seit September 1997 hieß das Munitionslager offiziell "Munitions-Hauptdepot Weichensdorf". Seitdem ist es auch als Standort für bundeswehrinterne Lehrgänge und Weiterbildungsveranstaltungen bekannt geworden. 2001 wurde der Standort zum Leitdepot. 2004 kam dann mit der Kommandoübergabe an Linke der Auftrag zur Auflösung des Standortes bis Ende 2008. Hintergrund war eine Neuordnung der Bundeswehrstandorte. Im Juni dieses Jahres wurde die letzte Munition abtransportiert. Sowohl Linke, als auch Friedlands Bürgermeister Thomas Hähle versicherten sich gegenseitig der jahrelangen guten Zusammenarbeit. Die Bundeswehr habe sich in vorbildlicher Weise auch für die öffentlichen Belange der Region eingesetzt, so Hähle.

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