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Ende des Feuerwehr-Streits

Stolzer Feuerwehrchef: Kai Regolinski mit dem gebrauchten und rüstigen Löschfahrzeug vor dem Zichower Gerätehaus.
Stolzer Feuerwehrchef: Kai Regolinski mit dem gebrauchten und rüstigen Löschfahrzeug vor dem Zichower Gerätehaus. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 24.05.2011, 07:37 Uhr
Zichow (In House) Beharrlichkeit führt zum Ziel. Unter diesem Motto ist die Freiwillige Feuerwehr von Zichow nach jahrelangem erbitterten Kampf zu einem neuen Einsatzwagen gekommen. Das gebrauchte Löschfahrzeug zeigt eine Lösung, wie kleine Feuerwehren preiswert an Technik gelangen.

„Dem sieht man das Alter aber nicht an“, sagen selbst eingefleischte Feuerwehrmänner. Gemeint ist ein funkelnd roter Magirus Deutz im Gerätehaus der Zichower Feuerwehr. Der hat tatsächlich schon 30 Dienstjahre auf dem Buckel. Doch von Rost und Technik-Gebrechen keine Spur. Der aus einer kleinen Wehr im tiefsten Westen stammende Löschwagen mit zweifacher Pumpenausstattung belehrt alle Kritiker, dass auch gebrauchte Fahrzeuge ins Gefahrenabwehrkonzept des Amtes Gramzow passen. Der rüstige Alte kostete lediglich 15 000 Euro und stellt im Preis-Leistungs-Verhältnis selbst neuere Wagen in den Schatten.

Dahinter steckt ein pfiffiger Werkstatt-Betreiber. Kai Regolinski – Feuerwehrchef und Kfz-Spezialist in einer Person – sucht schon seit Monaten deutschlandweit nach einem geeigneten Wagen, um das heftig umstrittene Technik-Problem in Zichow zu lösen. Seine Wehr ist zurzeit sogar aus dem Alarmierungssystem komplett abgemeldet, weil der alte Robur seinen Dienst versagt und ein Ersatz-Wagen gleicher Bauart nicht einmal die Abgasuntersuchung schafft. Der ewigen Bettelei überdrüssig, kaufte Kai Regolinski eigenständig das Löschfahrzeug, rüstete es um und bot es dem Amt zum Kauf an. Eine ähnliche Idee scheiterte vor Monaten am Preis. Diesmal griff der Amtsausschuss zu. Denn dessen Mitglieder hatten ohnehin 15 000 Euro zur Beschaffung eines Mannschaftstransportwagens eingeplant. Jetzt bekommen sie für die gleiche Summe nicht nur einen Transporter, sondern gleich ein ganzes Löschfahrzeug. Und in Zichow verstummen die Proteste.

Ursprünglich sollten die Zichower bei Einsätzen andere Wehren mit ihrer Truppe vor Ort unterstützen. Denn im nahen Umfeld befinden sich die gut ausgestatteten Kollegen in Fredersdorf und Gramzow. Jetzt können sie auch selbst ausrücken. Einsatzzeiten verkürzen sich. Und außerdem gehört brauchbare Technik zur Grundvoraussetzung für den Feuerwehrnachwuchs. Das ist eine alte Weisheit. „Die Kameraden sind begeistert“, sagt Kai Regolinski. „Wir haben sofort zwei neue Leute aufgenommen.“ In den nächsten zwei Wochen soll der Wagen offiziell in Dienst gestellt und die Wehr wieder angemeldet werden.

Auch äußerlich zeigt die Freiwillige Feuerwehr von Zichow Flagge. Durch Unterstützung aus dem Amt und mit vielen Stunden Eigenleistung verwandelte sich in den vergangenen Monaten ein altes Werkstattgebäude auf dem Technikhof in ein ansehnliches Gerätehaus.

Wie es aussieht, hat sich der Streit um den Erhalt der Feuerwehr, der jahrelang auf der Kippe stand, nun zum Guten gewendet. Bei der ersten Vorstellung des Löschfahrzeugs, das bereits den Schriftzug von Zichow trägt, ernteten die freiwilligen Brandschützer jedenfalls volle Anerkennung. Feuerwehrchef und Werkstattmeister Kai Regolinski spendierte aus eigener Tasche eine komplett neue Bereifung für den Einsatzwagen.

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