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Bargeld statt Gutschein

Olav Schröder / 30.05.2011, 19:57 Uhr
Bernau (In House) Asylbewerber im Barnim erhalten jetzt vom Kreis zur Grundversorgung Bargeld statt wie bisher Sachleistungen ausgezahlt. Beim Mi-grantentreffen in Bernau wurde der Ersatz der Gutschein-Regelung ausdrücklich begrüßt. Zugleich wünscht sich der Beirat, dass Deutsche und Ausländer stärker aufeinander zugehen.

„Die neue Regelung ist sehr gut“, sagt Hoa Le Thi vom Barnimer Migrationsbeirat. Für einen Asylbewerber bedeute sie weniger Einschränkungen und weniger scheele Blicke beim Einkauf. „Jetzt kann er wie jeder andere auch an der Kasse bezahlen“, so die Vietnamesin.

Doch bis es so weit war – seit 1. Mai gilt die neue Praxis – waren viele Anläufe erforderlich. Im Januar 2009 fasste der Kreistag den Grundsatzbeschluss zur Ausgabe von Bargeld. Die Kriterien mussten allerdings noch ausgearbeitet werden. Der Migrationsbeirat war daran maßgeblich beteiligt.

Im Barnim leben derzeit rund 200 Asylbewerber und geduldete Ausländer, so Marieta Böttcher, die Barnimer Migrationsbeauftragte. Den Satz, den sie für ihre Grundversorgung erhalten können, sei um 38 Prozent geringer als bei Hartz IV. Grundlage ist das Asylbewerberleistungsgesetz. Ein Haushaltsvorstand erhält rund 224 Euro, Ehegatten und Kinder entsprechend weniger.

Der Migrationsbeirat ist noch für weit mehr Menschen zuständig. Im Barnim leben rund 3000 Ausländer – angefangen vom Vertragsarbeiter bis zum Studenten – zu etwa gleichen Teilen im Nieder- wie im Oberbarnim. In Bernau sind es rund 1000 Ausländer. Im gesamten Barnim leben außerdem 1000 Spätaussiedler.

Die Mitglieder des neunköpfigen Beirats, der bei Entscheidungen des Kreistags, die Zuwanderer betreffen, Empfehlungen aussprechen soll, kommen aus Deutschland, Russland, Ukraine, Ungarn, Vietnam und Nigeria. Der Beirat ist jedoch nicht nur bei kommunalpolitischen Themen gefragt. „Wir können von Schulen, Kitas und Sportvereinen angesprochen werden, wenn es zu Reibereien kommt“, sagt Hoa Le Thi. So hatte sich ein Mädchen bei einer Auseinandersetzung auf dem Schulhof ein Bein gebrochen. Im Gespräch mit den Schülern, Eltern und Lehrern wurde klar, dass es keinen ausländerfeindlichen Hintergrund für den Streit gab. Das sei wichtig herauszufinden, um falschen Schlüssen und Gerüchten vorzubeugen. Andererseits würden viele Pädagogen verbale Entgleisungen wie Beleidigungen und die Verwendung von Schimpfwörtern unter Schülern ignorieren. „Hier könnte sensibler gehandelt werden. Auch in diesen Fällen können wir angesprochen werden. Schulleiter sollten viel mehr davon Gebrauch machen“, hofft Hoa Le Thi. Sie selbst ist von Beruf Ingenieurin und verweist darauf, dass etliche im Barnim aufgewachsene ausländische Kinder inzwischen ihr Abitur machen und studieren. Der Beirat könne sie zum Dolmetschen vermitteln, wenn es Sprachschwierigkeiten gebe.

Damit sich Deutsche und Ausländer besser kennenlernen, ermuntert der Beirat ausländische Eltern, mehr an Veranstaltungen in Schulen, an Festen und Projekten teilzunehmen und sich aktiv einzubringen.

An der Wandlitzer Grundschule war dies so erfolgreich, dass eine Vietnamesin Elternsprecherin wurde. An der Grundschule an der Hasenheide in Bernau haben in einem Projekt mit dem Verein Begegnung – Bildung – Zeitgeschehen (bbz) fünf Frauen aus fünf Ländern im Geografie-Unterricht ihre Heimat vorgestellt. Mit dem bbz wurden außerdem Workshops durchgeführt. Ein weiteres Beispiel ist die interkulturelle Bernauer Kleingartenanlage „Quelle“. Vor drei Jahren gegründet, werden die 36 Parzellen von rund 150 Menschen gepflegt, berichtete Beiratsmitglied Galina Bissing.

Dass das Potenzial, das Ausländer für eine Kommune bieten, nicht genügend genutzt werde, hielt Beitragsmitglied Sabine Stüber fest. So könnten bei verschiedenen Veranstaltungen in der Bernauer Innenstadt stärker Aktivitäten von Migranten eingebunden werden.

Der Beirat kann in den Ausschüssen des Kreistags für Jugendhilfe und Bildung als beratendes Mitglied mitwirken, für den Sozialausschuss stellt er einen sachkundigen Bürger.

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leser 31.05.2011 - 18:33:22

@singen

brauchen die ja nicht,denn sie werden ja mit geld gelockt. so bekommen solche menschen die an einen sprachkurs teilnehmen nicht nur den sprachkurs bezahlt ,sondern noch geld dafür,dass sie daran teilnehmen-quasi als motivation. echt geil und deutsche müssen für sprachkurse und schulen teuer zahlen

singen 31.05.2011 - 18:15:13

Prima!

Prima, vielleicht können das einige ja in Wörterbüchern anlegen und versuchen unsere Sprache zu lernen. Das wäre doch der Anfang einer guten Integration!

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