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Angebote zur Übernahme

Britta Gallrein / 31.05.2011, 19:36 Uhr
Bernau (In House) Beschäftigte, Betriebsräte und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kämpfen weiter um den Erhalt der Arbeitsplätze in der Großbäckerei Lieken. Die Gewerkschaft wirft dem Lieken-Vorstand vor, Angebote von Mitbewerbern zur Übernahme des Standortes abgelehnt zu haben.

Gewerkschaftsführer Uwe Ledwig erhebt schwere Vorwürfe gegen den Lieken-Vorstand. So soll dieser von der Familie Ostendorf, die zwei Großbäckereien führt, ein Übernahmeangebot für das Werk abgelehnt haben. Der Schluss, dass der Vorstand so handele, um sich unliebsame Konkurrenz nicht vor die Nase zu setzen, läge nahe, findet Ledwig.

Unverständlich ist für ihn auch, dass der Vorstand die Hilfe, die ihm unter anderem von der Landesregierung Brandenburg und der Stadt Bernau angeboten werde, nicht annehme. „Ministerpräsident Matthias Platzeck soll sich sogar direkt an den Eigentümer Barilla in Italien gewandt haben und seine Unterstützung für die Standortsicherung Bernau angeboten haben, aber auch darauf hat wohl der Vorstand nicht reagiert“, kritisiert Ledwig.

Von Lieken-Seite heißt es, die Vorschläge, die gemacht worden seien, seien zu unkonkret gewesen. „Nur ein Schlagwort in den Raum zu werfen, reicht nicht. Es gab keine konkreten Alternativen für die weitere Vorgehensweise“, so Daniela Lützeler, Sprecherin des Unternehmens. Sie erklärt auch, konkrete Übernahmeangebote von anderen Bäckereien habe es bislang nicht gegeben. Was mit der Immobilie an der Zepernicker Chaussee, in die bis vor kurzem noch weiter investiert wurde, geschehen soll, stehe noch nicht fest. „Das Gebäude soll aber einer anderen Nutzung zugeführt werden“, so die Sprecherin.

Uwe Ledwig ist von der Aussage des Konzerns nur noch mehr verärgert. „Was heißt denn: keine konkreten Vorschläge?“, fragt er sich. „Erwarten die denn, dass andere ihnen einen konkreten Wirtschaftsplan schreiben? Wofür kriegen die denn ihr Geld? Aber wenn einer helfen will, dann nehme ich doch erst Mal die Hilfe an.“

Für die Mitarbeiter spitzt sich unterdessen die Situation zu. Keiner weiß, wie es weiter geht. „Solange die Mitarbeiter das wollen, werden wir weiter kämpfen“, gibt sich Ledwig zuversichtlich. Noch stünden die Mitarbeiter hinter den Aktionen. „Sie haben ja auch nichts zu verlieren.“

Einen Schließungstermin gibt es immer noch nicht, es werden aber bereits jetzt immer mehr Teile der Produktion abgezogen.

Nachdem die Arbeitgeberseite die Sanierungsvertragsverhandlungen als gescheitert erklärt hat, wurde nun ein Einigungsstellenverfahren angerufen. Am 10. Juni werden sich Vertreter von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite unter dem Vorsitz eines unparteiischen Richters in Bernau treffen, um über Interessensausgleich und Sozialplan zu beraten.

Gleichzeitig ruft die Gewerkschaft zu einer Montags-Demo am kommenden Montag von 17 bis 18.30 Uhr vor dem Werkstor der Lieken-Bäckerei auf.

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Ein Insider 31.05.2011 - 22:47:32

Welcher Seite soll man trauen

den Sprücheklopfer Ledwig kann man genau so wenig trauen, wie den Herrschaften von Lieken. Wenn man z.B. in die Vorgehensweise der Fam. Oltersdorf betrachtet, würde dieser nie ein Werk mit solch hohen Löhnen übernehmen. Also Herr Ledwig immer schön bei der Wahrheit bleiben!!!

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