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Fischotter sitzt auf dem Trockenen

Plätschert nicht mehr: Der Fischotterbrunnen bleibt bis auf Weiteres trocken, weil für den Betrieb derzeit kein Geld in der Stadtkasse ist.
Plätschert nicht mehr: Der Fischotterbrunnen bleibt bis auf Weiteres trocken, weil für den Betrieb derzeit kein Geld in der Stadtkasse ist. © Foto: MOZ/Dietmar Horn
Lina Hatscher / 06.06.2011, 06:24 Uhr
Frankfurt (In House) Bei sommerlichen Temperaturen in der Stadt kann ein Brunnen Abkühlung bringen. Doch in der Frankfurter Innenstadt bleiben einige Brunnen trocken. Der Grund dafür sei die angespannte Haushaltslage, sagt Markus Derling von der Stadtverwaltung.

Grau und trocken ist das Becken des Otterbrunnens in der Spiekerstraße, Ecke Bahnhofsstraße. Peter Lück geht jeden Tag mit seinem Hund daran vorbei und hat sich darüber gewundert. „Ich hatte noch Fotos daheim, jeweils aus dem April der letzten beiden Jahre. Da hat der Brunnen geplätschert.“ Seit fast 40 Jahren wohnt er in der Nähe des kühlenden Wasserspenders und hat sich daran gewöhnt. „Das Plätschern war immer einladend, vor allem, wenn es im Sommer heiß wurde, für die Kinder“, sagt der 61-Jährige. Warum der Brunnen vor einigen Jahren restauriert wurde und nun nicht mehr läuft, verstehe er nicht.

Seit 1960 sprudelten die vier Wasserfontänen aus dem Podest, auf dem die Skulptur des Fischotters sitzt. Der Bildhauer Edmund Neutert, der den Fischotter schuf, setzte sich für dieses Motiv ein, um dem letzten lebenden Tier im Klingetal und im Lienauteich ein Denkmal zu setzen.

Doch es muss gespart werden. Bereits in den zurückliegenden zwei Jahren waren fünf der 20 Brunnen in der Stadt außer Betrieb. In diesem Jahr sind noch weitere dazugekommen, so auch der Fischotterbrunnen. Ebenfalls trocken sind der große runde Brunnen im Park am Anger und die beiden Wasserläufe auf dem Ziegenwerder.

„Die Brunnen können aufgrund der finanziellen Situation nur reduziert betrieben werden“, erklärt der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bauen, Umweltschutz und Kultur, Markus Derling. Die meisten Brunnen seien technisch soweit in Ordnung, leider sei der Betrieb von allen nicht finanzierbar. Das Geld müsse aus dem Etat für Grünflächen aufgebracht werden, der sei begrenzt. Man konzentriere sich auf die Brunnen in der Innenstadt. Wegen des fehlenden Geldes wurde im Rathaus bereits nach Alternativen gesucht: „Wir haben schon vor der Saison angefangen, nach weiteren Sponsoren für die einzelnen Brunnen zu suchen und tun dies auch weiterhin. Wir freuen uns über jeden, der uns unterstützt“, betont Markus Derling.

Von den Brunnen in der Oderstadt haben einige bereits seit Jahren Sponsoren oder wurden von Unternehmen erworben. Der Steinbockbrunnen in der Bischofstraße neben der Stadtbibliothek hat einen Sponsor: Hier unterstützt die Wasser- und Abwassergesellschaft. Der Schöpfkellenbrunnen im Kellenspring wird mit Hilfe des Märkischen Druck- und Verlagshauses am Laufen gehalten.

Der Comicbrunnen plätschert schon seit mehren Wochen wieder – zur großen Freude der vielen Sternfahrer und Besucher des Spektakels am Wochenende.

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Peter 09.06.2011 - 19:38:49

Sponsoren

Bei der Sponsorensuche könnte man ja mal die Handwerkskammer anpeilen.Kurz nach der Sanierung des Brunnen hatte man ja damit angegeben den Platz am Brunnen zu pflegen.Mit Ruhm bekleckert hatte man sich aber dabei auch nicht. Wenn in der Handwerkskammer manchmal nächtelang Licht brennt scheint man ja Geld zu haben.Zum anderen liegt die Handwerksk. im unmittelbaren Einzugsgebiet des Brunnen ,da könnten die Raucher ja auch in angenehmer Umgebung rauchen. Mir ist auch bekannt das die Untere Denkmalschutzbehörde das Gesamtbild des Platzes erhalten will (behindert u.a. mit dieser Forderung den Beginn der Sanierung der Wohnblöcke in der Spiekerstr.). Wie wäre denn diese Behörde als Sponsor. Forderungen stellen ist leicht Fakten schaffen schon etwas schwerer.

ROESSLGAENGER 07.06.2011 - 19:35:41

Beweise?

@ S.K. Wenn Sie diese Behauptungen aufstellen, bitte ich um Beweise: Vor allem um die Versicherung dass die Betroffenen nicht die ihnen zustehende Frühstücks- oder Mittagspause so verbracht haben. Ich kenne ihre Tätigkeit nicht. Die Tätigkeit der Bauhofmitarbeiter ist gerade bei der Hitze nicht leicht und ob die Gehälter ausreichen, um die Betriebskosten der Brunnen zu decken, sei hier anzuzweifeln. Ich bitte Sie, hier keine Neiddebatte zu entfachen. Sollten Sie berechtigte Misstände anprangern, bitte mit Ross und Reiter!

Fran 07.06.2011 - 01:29:25

Geld ist weg

Nach jahrelangem Sparen und ungehemmten Geldausgeben in FFO, ist es jetzt soweit. Nicht mal mehr Wasser zum Fuesse waschen gibt es in der Stadt, Strassen in der Stadt werden immer mehr zur Katastrophe....... Es wird Zeit, das die eingenommenen deutschen Steuergelder nicht mehr in europaeische "Bruderlaender" verschafft werden. Die EU stiehlt unser Geld in grossem Stil und alle anderen Nehmerlaender siehe Griechenland, Portugal sitzen auf Ihrem Silber und tasten die Goldreserven nicht an. Das BIP steigt, Arbeitslose haben wir ja auch nicht mehr, eine Erfolgsmeldung jagt die Andere... nur die Fruechte der Arbeit gehen nur noch in unsere Bruderstaaten und in die Taschen der Besitzer der Produktionsmittel. Also , zum Fuesse waschen geht man ab jetzt zur Oder und zwar gemeinsam mit den Fischottern, Bibern und Voegeln.

rudolf 06.06.2011 - 23:05:45

@s.k.

vögel, also die, die sich in einer stadt herumtreiben, suchen und finden ihr wasser. sollte vor allem in ffo nicht das problem sein (oder? fluss? wasser?) beim thema stadtangestellte, also die unnötig in irgendwelchen klimatisierten büros herumsitzenden bürger-belästigenden leuten gebe ich ihnen definitiv recht.

S.K. 06.06.2011 - 22:59:42

wasser ist der baustein eines jeden lebens...

@rudolf: wir reden hier doch nicht von fernfahrer oder so etwas! wir reden hier von stadtangestellte, die wir mit unseren steuergeldern finanzieren. und da kann ich schon erwarten, dass sie ihr arbeit tun, oder? und was heißt hier wasserverschwendung? es gibt auch lebewesen die nicht nur ihre füße drin baden wollen! …ich denke da z.b. an vögel. gute nacht!

rudolf 06.06.2011 - 22:07:05

@s.k.

haben sie bei solchen temperaturen schon mal mehrere stunden in einem auto verbracht? vielleicht sogar als ein fahrer mit verantwortung? glauben sie mir, es gibt besseres....trotz moderner klima-anlagen (die bei den schrottautos der stadtwerke wohl eher utopie sein dürften, generell auf stadtwerke in deutschland bezogen). und weiteres: warum sollte wasser verschwendet werden, nur dafür, dass sich irgendwelche leute die füsse drin waschen oder ihre kinder zum baden schicken, um die dusche zu hause zu sparen? wirklich, hat alles zwei seiten...

S.K. 06.06.2011 - 10:17:46

sponsoren in den eigenen reihen!

man braucht doch nur den mitarbeitern des bauhofes, die lieber im schatten oder auto sitzen als zu arbeiten, die gehälter zu kürzen und schon hat man wieder geld für die brunnen unserer stadt! ganz einfache rechnung.

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