Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bau einer Broilermastanlage geplant

Nahe der alten Müllkippe: Eine Broilermastanlage soll auf der Gemarkung von Altwriezen gebaut werden. Der Plan sieht zwei Ställe für insgesamt 84 000 Tiere vor.
Nahe der alten Müllkippe: Eine Broilermastanlage soll auf der Gemarkung von Altwriezen gebaut werden. Der Plan sieht zwei Ställe für insgesamt 84 000 Tiere vor. © Foto: MOZ/Sabine Steinbeiß
Sabine Steinbeiß / 09.06.2011, 06:00 Uhr
Altwriezen (In House) Eine Broiler­mastanlage mit 84 000 Plätzen soll auf der Gemarkung von Altwriezen gebaut werden. Weder Einwohner noch Mitglieder des Bauausschusses kannten das Vorhaben. Der Ortsvorsteher befürwortet das Projekt. Die Inbetriebnahme ist für das erste Quartal 2012 vorgesehen.

Nur durch die Ankündigung in der Märkischen Oderzeitung seien die Einwohner des Wriezener Ortsteils auf das Vorhaben aufmerksam geworden. Daher war die Zahl der interessierten Einwohner aus Altwriezen bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bauwesen, Stadtentwicklung, Grundstücksverkehr und Wohnen sehr hoch. Auch die Ausschuss-Mitglieder wussten bis dato nichts von dem Bauvorhaben.

„Ich befürworte das Projekt“, sagte Hans-Ulrich Kropp, Mitglied im Bauausschuss und Ortsvorsteher von Altwriezen. Er erntet erstauntes Raunen aus den Zuschauerreihen. Einige der angereisten Altwriezener schütteln mit dem Kopf. Sie wissen nichts von einer Broilermastanlage.

Die Planungen sehen vor, dass zwei Geflügelställe nordwestlich eines rund 420 Meter entfernten Gehöfts neu errichtet werden. Einwohner sprechen bei dem Gelände auch von der alten Müllkippe. Der Standort soll demnach mit einer Straßenanbindung und weiteren Medien erschlossen werden. Außerdem wird von einem Einbau einer Zwangslüftung nach dem Unterdruckprinzip in den Ställen geschrieben sowie der Installation von Futter- und Tränkeeinrichtungen sowie Entmistungstechnik. Die Planungen sehen auch Förderbänder für Kot, die Errichtung von vier Futtersilos und eines Sozialbereiches vor. Drei abflusslose Sammelgruben sollen ebenso gebaut werden wie ein Heizhaus und eine Kadaver-
Zwischenlagerung.

Denis Breitfelder, Sachgebietsleiter Bauverwaltung in der Stadtverwaltung Wriezen, betonte, dass Anwohner die Möglichkeit bekommen, Fragen, Einwendungen und Bedenken vorzutragen. „Der Termin ist auf den 6. September festgelegt worden“, zeigt der Sachgebietsleiter auf.

Die Auslegung der Planung erfolge in der Zeit vom 22. Juni bis 27. Juli im Rathaus Wriezen und dem Landesumweltamt Frankfurt (Oder). Bis zum 5. August könnten Bedenken und Einwendungen schriftlich eingereicht werden, erklärte Denis Breitfelder.

Wolfgang Skor, sachkundiger Einwohner und Geschäftsführer des Technischen Büros für Wasserwirtschaft und Landeskultur in Bad Freienwalde, verwies auf die nicht ausreichende Erschließung des Geländes. „Die Befestigung der Wege ist für diesen Verkehr nicht gegeben“, warnte er vor der Abstimmung. „Wenn es hart auf hart kommt, muss die Gemeinde den öffentlichen Weg zwischen Altwriezen und Mädewitz erschließen, also die Stadt Wriezen.“ Der Ortsvorsteher wies auf die Gemarkungsgrenze zwischen der Stadt Wriezen und dem Amt Barnim-Oderbruch hin. Die straßenrechtlichen Dinge müssten vorher geklärt werden, forderte Hans-Ulrich Kropp.

Dagmar Leue, sachkundige Einwohnerin, sprach das Vorgehen an. „Die Stadtverordneten sollen ihr Einvernehmen kundtun. Die betroffenen Einwohner dürfen erst im September darüber befinden.“ Damit werde das Pferd von hinten aufgezäumt.

Auch Denis Breitfelder sprach von „Ungereimtheiten“. Es handele sich um eine gewerbliche Tierproduktionsanlage. Da müsste beispielsweise der Flächennutzungsplan angeglichen werden.

Trotz dieser vielen unbeantworteten Fragen kam es zu einer Abstimmung zur „Erklärung des Einvernehmens nach Paragraf 36 des Baugesetzbuches“. Sie endete mit einer Ja-Stimme und fünf 
Enthaltungen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
oliver t. 09.06.2011 - 17:33:41

Broilermastanlage!

Richtig Herr Krone, bloß nichts Neues im Bruch anfangen, keine Arbeitsplätze schaffen, gegen Alles sein.

René Krone 09.06.2011 - 17:00:26

...

Hoffentlich regt sich sehr viel Widerstand gegen diese Pläne. Diese tierquälerische Form der Massentierproduktion sollte verboten werden.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG