Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Alte Schmiede wird Begegnungszentrum

Trister Backsteinbau: Daraus soll in den nächsten Monaten ein modernes deutsch-polnisches Begegnungszentrum entstehen.
Trister Backsteinbau: Daraus soll in den nächsten Monaten ein modernes deutsch-polnisches Begegnungszentrum entstehen. © Foto: michael märker
Doris Steinkraus / 17.06.2011, 21:37 Uhr
Trebnitz (In House) Ein weit über den Landkreis hinaus wirkender historischer Startschuss wurde am Donnerstagabend am Schloss Trebnitz vollzogen. Es erfolgte der symbolische Auftakt für den Ausbau der alten Schmiede zu einem deutsch-polnischen Begegnungszentrum.

Der mittlere Teil des grauen Backsteinbaus direkt neben dem Schloss steht nur noch als Hülle. Das Dach ist abgetragen. Den Gebäuden sieht man den langen Leerstand an. Hier befand sich einst die alte Schmiede, einschließlich dazu gehörender Wohnungen.

Schon vor 14 Jahren wuchs im Verein Bildungs- und Begegnungsstätte die Idee, diesen Komplex in das Ensemble zu integrieren. Er kaufte 2002 die alten Gebäude. Doch es sollte noch sehr lange dauern, ehe die Vision Gestalt annahm. Vereinsvorsitzender Christoph Berendt spricht von Hartnäckigkeit, Zielstrebigkeit, Durchsetzungsvermögen und vielen Förderern, die das Projekt letztlich möglich machten. Großen Verdienst daran hat Bildungsreferent Darius Müller, der den Antragsdschungel durchdrang.

Für den Startschuss wurde bewusst dieser Tag gewählt. Im Schloss findet das 11. Deutsch-polnische Jugendforum statt. Rund 50 Pädagogen aus Einrichtungen der beruflichen und berufsvorbereitenden Bildung aus Deutschland und Polen tauschen sich aus, wie sie in der täglichen Arbeit den Austausch forcieren und gestalten können. Zu den Ergebnissen des Jugendforums, das unter Regie des Landesjugendamtes stattfindet, gehören regelmäßige Treffen junger Menschen beider Länder, auch in Trebnitz.

1,5 Millionen Euro fließen in den Ausbau der alten Schmiede. Die Förderung erfolgt im Rahmen des operationellen Programms zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Wojedwodschaft Lubuskie und Brandenburg. Die Wojewodin Helena Hatka hat Mitarbeiter ihres Büros entsandt. In einem Grußwort würdigt sie die Initiative der Trebnitzer. Sie verdiene Respekt. Sie freue sich, dass der deutsch-polnische Jugendaustausch damit eine noch bessere Basis haben wird.

Längst hat Trebnitz ein Alleinstellungsmerkmal unter den sechs Bildungs- und Begegnungsstätten im Land. Bis zu 40 Prozent der Gäste sind bereits junge Leute aus Polen. Mit dem neuen Projekt werde man diesen Anteil auf 50 Prozent erweitern, blickt Darius Müller voraus. „Hier begegnen sich junge Leute und sie alle erzählen noch lange von den Begegnungen“, würdigt Landrat Gernot Schmidt. Sein Haus habe das Bauantragsverfahren begleitet und zügig genehmigt. „Als Landrat und einstiges Gründungsmitglied des Vereins bin ich stolz auf das, was sich hier im Laufe der Jahre entwickelt hat. Das passt genau in unseren Anspruch als Landkreis, die Beziehungen mit unseren Nachbarn zu vertiefen.“

Der stellvertretende Landrat von Gorzow Grzegorz Tomczak kennt das Wachsen des Projektes bestens. Seit zwei Jahren ist er berufenes Mitglied im Vorstand des Trebnitzer Vereins – ein Novum im Land. Er freut sich besonders, dass mit dem Ausbau der alten Schmiede künftig Angebote auch für andere Gruppen wie Behinderte und ältere Bürger möglich sein werden. Die neue Stätte, in der Seminar- und Unterkunftsräume entstehen, werde modern und behindertengerecht sein. Ende dieses Monats beginnen die Bauarbeiten. Bis März 2012 soll der größte Teil geschafft sein. Neben den Fördermitteln fließen Zuschüsse auch von den Stiftungen Jugendmarke und Aktion Mensch sowie der Sparkasse Märkisch-Oder
land.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG