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"Oderlandhalle ist ein Juwel"

Hier werden Spitzenleistungen produziert: Burckhard Bremer vor der rundum sanierten Frankfurter Rad-Arena. Foto: Dietmar Horn/GMD
Hier werden Spitzenleistungen produziert: Burckhard Bremer vor der rundum sanierten Frankfurter Rad-Arena. Foto: Dietmar Horn/GMD © Foto:
JLEIBNER1N / 01.02.2008, 13:17 Uhr
Nach achtjähriger Planungs- und Bauzeit, in der allein im letzten Bauabschnitt rund drei Millionen Euro Fördermittel in die grundlegende Sanierung investiert wurden, ist die Frankfurter Oderlandhalle mit ihrer anspruchsvollen Holzbahn gestern wieder ihrer Bestimmung übergeben worden. Sehr zur Freude des Bundes Deutscher Radfahrer. Aus diesem Anlass sprach Jürgen Leibner mit dem Sportdirektor des BDR, Burckhard Bremer (61) aus Berlin.

Märkische Oderzeitung: Herr Bremer, zufrieden mit dem, was in der Oderlandhalle alles erneuert wurde?

Burckhard Bremer: Sehr. Es wurden ja nicht nur die technischen Anlagen wie Elektro, Lüftung, Wasser und Sanitär komplett erneuert. Auch der Labor-Bereich, die Ergometrie, Sauna, Kraft- und Fitnessräume, die Arbeitszimmer der Trainer und vieles mehr - alles ist jetzt auf modernstem Standard. Die Halle ist ein echtes Juwel geworden.

Welchen Stellenwert hat denn die Halle mit ihrer 284,714 Meter langen Holzpiste für den deutschen Radsport?

Einen ungeheuer großen. Hier können wir als Verband das ganze Jahr über mit unseren Sportlern trainieren und finden dazu mit dem Olympiastützpunkt noch ein glänzendes Umfeld vor. Eine vergleichbare Anlage gibt es in Deutschland nicht noch mal. Und auch in der Welt kenne ich nur wenige Bahnen, die es mit der in Frankfurt (Oder) aufnehmen können.

Aber es gibt doch das Velodrom in Berlin?

Richtig, aber dort können wir nur an maximal hundert Tagen im Jahr trainieren, müssen uns zudem nach anderen Veranstaltungen richten. Die Oderlandhalle aber steht uns an 365 Tagen im Jahr zur Verfügung, 2008 sind es sogar 366.

Heißt das, die deutsche Elite der Bahnradsportler wird auch künftig an der Oder ihr zu Hause haben, zumindest was das Training und die Wettkampfvorbereitung betrifft?

Auf alle Fälle, auch wenn für viele Athleten und Trainer die Anfahrtswege weit sind. Aber ich sage: Frankfurt mit der Oderlandhalle liegt nicht am Rande Deutschlands, sondern im Zentrum Europas. Als Verband stehen wir hundertprozentig zu diesem Standort und unsere Verpflichtung ist es, die hier geschaffenen Top-Bedingungen mit sportlichen Erfolgen zurückzuzahlen.

Daran haperte es in jüngster Zeit aber.

Sie meinen sicher die Situa- tion des Bahnvierers. Um unser jahrelanges Aushängeschild mache ich mir tatsächlich ernsthafte Sorgen. Falls es mit der Olympia-Qualifikation nicht klappen sollte, wäre das eine große Katastrophe. Etwa so, als würde der deutsche Ruder-Achter untergehen. Aber ich habe die Hoffnung nicht aufgeben, dass die Jungs um Robert Bartko das beim letzten Weltcup Mitte Februar in Kopenhagen und dann Ende März bei der WM in Manchester noch schaffen. Wir haben schließlich viel Geld investiert. Allein die Reisen zu den Weltcups in Sydney und Peking kosteten den BDR 96 000 Euro.

Wie sieht es in den anderen Bahn-Disziplinen hinsichtlich Olympia aus?

Im Sprint sind wir ganz gut aufgestellt, wollen im Mannschafts-Wettbewerb Gold von Athen verteidigen. Dass Maximilian Levy aus Bernau nach seiner Bandscheibenoperation schon wieder so stark im Kommen ist, freut mich in diesem Zusammenhang ganz besonders. Ich rechne auch mit Olaf Pollack und Roger Kluge aus Cottbus und Eisenhüttenstadt. Sie sollten im Madison und im Punktefahren in Peking dabei sein.

Und bei den Frauen?

Da reicht das momentane Leistungsvermögen nicht dafür aus, höheren Ansprüchen zu genügen. Die Peking-Qualifikation im Sprint steht auf der Kippe. Im Verfolgerbereich kommt eigenlich nur Verena Jooß in Betracht. Allerdings nur mit sehr geringen Medaillenchancen.

Noch ein Wort zur Entwicklung des Frankfurter Stützpunktes. Sind sie zufrieden?

Als Sportdirektor eines der deutschen Spitzenverbände darf man nie zufrieden sein. Ich denke, dass in Brandenburg - da meine ich jetzt die Standorte Frankfurt und Cottbus zusammen - gute Rahmenbedingungen für die Entwicklung talentierter Radsportler, speziell des Bahnbereiches, vorhanden sind. Die Frage ist: Was wird daraus gemacht? Und da wünschte ich mir schon, dass noch mehr Brandenburger Nachwuchs den Sprung in die deutsche Spitze schafft.

In Cottbus ist jetzt damit begonnen worden, das BMX-Fahren aufzubauen. Was sagen Sie dazu?

Ich finde das ausgesprochen gut. Dort hat man schnell auf neue Entwicklungen reagiert. BMX-Fahren ist ja in Peking erstmals olympische Disziplin. So gesehen könnten aus Cottbus unsere Olympiastarter für 2012 oder 2016 kommen.

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