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Gold als Lohn für hartes Training

© Foto: Batrix Pohle
Roland Hanke / 26.07.2011, 07:45 Uhr - Aktualisiert 26.07.2011, 08:15
Beeskow/Talinn (In House) Mit dem zweiten internationalen Titel im Gepäck kehrt der Beeskower Geher Hagen Pohle in die Heimat zurück. Nach seinem Triumph bei der U-18-Weltmeisterschaft 2009 holte er sich nun bei der U-20-Europameisterschaft in Tallinn Gold im Bahngehen über 10  000 Meter.

Der große Party-Löwe ist der 19-Jährige nicht. Dementsprechend fiel die Feier in der estnischen Hauptstadt nach dem neuerlichen großen Triumph auch etwas kleiner aus. „Ich war mit meinen Eltern, die mich vor Ort in Tallinn unterstützt haben, zum Abendessen in einer Gaststätte“, verriet der Leichtathlet vom SC Potsdam am Telefon. Und sein Bruder Philipp verfolgte in Beeskow den Wettkampf im Internet live. „Ich habe Hagen die Daumen gedrückt und mich riesig gefreut, als sich mein Bruder den Titel holte.“

Im Stadion gehörten Mutter Beatrix und Vater Hartmut Pohle mit zu den ersten Gratulanten. Und natürlich gab es für Hagen Pohle, der Kapitän des deutschen Leichtathletik-Teams bei den U-20-EM war, auch Glückwünsche am Telefon, per SMS oder via Internetseite. Davor stand bei 25 bis 28 Grad Celsius ein harter Wettkampf für den Kreisstädter, der ab 1. September der Sportfördergruppe der Bundespolizei in Kienbaum angehört und dort zunächst drei Monate Grundausbildung zu absolvieren hat.

„Der Wettkampf hat mir großen Spaß gemacht, war aber auch sehr anstrengend“, berichtet der Beeskower, der in 40:43,73 Minuten mit gehörigem Abstand vor dem Ukrainer Ihor Lyashchenko (41:10,43) und dem Spanier Luis Alberto Amezcua (41:34,13) gewann. „Ich hatte mir eigentlich verschiedene Taktiken zurechtgelegt und wusste bis zum Start nicht genau, welche ich umsetzen werde. Nachdem die ersten 200 Meter nur in 51 Sekunden über die Bühne gingen, hatte ich mir gedacht, dass ich etwas mehr aufs Tempo drücken muss. Ich bin dann 1:37-er Runden gegangen“, erzählt Pohle. Und er hatte mit seiner Taktik Erfolg. Ein Konkurrent nach dem anderen fiel zurück. „Dies konnte ich ganz gut durch die Videoleinwand und durch Zurufe verfolgen“, sagt der Beeskower.

Schließlich war nur noch Lyashchenko in der Lage, dem Deutschen zu folgen. Nach der Hälfte des Rennens konnte auch der Ukrainer das Tempo nicht mehr mitgehen. Hagen Pohle vergrößerte Runde um Runde seinen Vorsprung. „Danach war ich mir sicher, dass ich gewinne werde“, erklärt Hagen Pohle. „Das harte Training hat sich gelohnt.“

Der Beeskower holte bei einer U-20-EM das erste Gold für ein deutsches Team im Gehen seit 1995. Damals war Andreas Erm in 40:51,38 Minuten allerdings langsamer gewesen als Hagen Pohle diesmal, der seine erst in diesem Jahr Ende Juni in Bremen aufgestellte Bestzeit (40:28,21) nur um gut 15 Sekunden verpasste.

„Zum Glück hat auch das Wetter mitgespielt. Ich war froh, dass es in der Nacht vor dem Wettkampf geregnet hatte und die Temperaturen am frühen Morgen auf 20  Grad gesunken waren“, berichtet der Kreisstädter. „Am Ende waren es nicht mehr als 30 Grad und man konnte sich ja auch in jeder Runde Wasser nehmen. Für diese schwierigen Temperaturen war ich mit meiner Zeit am Ende sehr zufrieden.“

Nach zwei Tagen Erholung daheim in Beeskow geht es für Hagen Pohle bereits am Donnerstag in Potsdam weiter. Mit seiner Trainerin Manja Berger, die sich zugleich als Nachwuchs-Bundestrainerin ebenfalls sehr über den Titel ihres Schützlings freute, steht die Vorbereitung auf den nächsten Wettkampf auf dem Programm. Der findet vom 5. bis 7. August im thüringischen Jena statt.

Und bei den Deutschen Jugendmeisterschaften will der Beeskower seiner Erfolgsliste ein weiteres Kapitel hinzufügen. Allein in diesem Jahr wurde Hagen Pohle Deutscher Juniorenmeister (10  000 m Bahn), Deutscher Jugendmeister (10 km Straße), Deutscher Jugendhallenmeister (5000 m), Zweiter beim Europacup über 10 km der Junioren und Dritter der Teamwertung bei der Veranstaltung sowie Vierter der Deutschen Hallenmeisterschaften (5000 m) bei den Männern.

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