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Ein Traum erfüllt sich

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BARANDTN / 06.12.2008, 08:00 Uhr
Dammendorf Das Haus in der Landstraße 14 in Dammendorf ist alt, aber historisch. Dass es 1905 erbaut wurde, sieht man ihm nicht an, denn es ist saniert. Früher war darin die alte Dorfschule untergebracht, später bis vor kurzem im Erdgeschoss der Gemeinderaum. Im oberen Stockwerk befinden sich Wohnungen.

"Das ist das richtige Gebäude für ein Heimatmuseum", dachte sich Revierförster Ralf Hartwig. Der Mann weiß viel über die Geschichte des alten deutschen Angerdorfes aus dem 15. Jahrhundert, das seit jeher eng verbunden ist mit der Forstgeschichte. Als Hobbyhistoriker macht er sich auch in Archiven schlau. Im Forsthaus stellt er seit Jahren in einer kleinen Ausstellung den Zusammenhang von Dorf und Forst dar.

Das müssen viel mehr Leute sehen, sagte er sich und machte sich daran, seinen Traum von einem Heimatverein Dammendorf, der ein "Heidereiterei- und Forstmuseum" betreibt, in die Tat umzusetzen. In der Gemeindevertretung warb er dafür und bat die Gemeindevertreter darum, die alte Schule in Dammendorf als Museum nutzen zu dürfen. Dem standen sie aufgeschlossen gegenüber.

Ende September fand die Gründungsveranstaltung des Vereins statt. "Ich hatte mit einer Handvoll Leute gerechnet. Aber dass gleich 16 Mitglieder den Verein gründeten, hat mich sehr gefreut", sagt Hartwig. Sie sind zwischen 33 und 75 Jahren alt. Zum Vorsitzenden wurde - wie sollte es anders sein - Ralf Hartwig gewählt. Sein Stellvertreter ist Peter Schröder, Schriftführerinnen Ellen Roggan und Kerstin Miethchen. Die Kasse verwalten Ramona Hartwig und Ralf Roggan. Seit Donnerstag ist der Verein beim Notar eingetragen, die Eintragung im Vereinsregister folgt auch noch.

In der Zwischenzeit wurde in der Amtsverwaltung Schlaubetal ein Nutzungsvertrag erarbeitet. Die Gemeinde stellt dem Verein bis Ende 2009 das Gebäude kostenfrei zur Verfügung. "Danach werden wir sehen, wie wir selbst in der Lage sind, für die Betriebskosten aufzukommen", sagt Hartwig. Seit dem 25. November hat der Heimatverein die Schlüsselgewalt über den Klinkerbau.

Hinter der imposanten Eingangstür sieht es trist aus. In den Räumen stehen nur noch ein paar alte Möbel aus Gemeindebüro-Zeiten. Ralf Hartwig will auf Sponsoren-Suche gehen, um beispielsweise den Räumen einen frischen Anstrich zu verpassen. Danach beginnt die eigentliche Arbeit - die allerdings mehr Freude ist - mit dem Gestalten des Heidereiterei- und Forstmuseums. Im großen Raum soll eine forstgeschichtliche Dauerausstellung entstehen. Hinzu kommen könnten im Flurbereich beispielsweise temporäre kleinere Ausstellungen zur Ortsgeschichte und ähnlichem, schwebt dem Vereinsvorsitzenden vor.

Wie kommt der Verein aber auf einen solchen Museumsnamen? Auch das hängt mit der Geschichte Dammendorfs zusammen. So habe früher der Heidereiter, der dem Ordensamt Friedland unterstellt war, hoch zu Ross die herrschaftliche Heide durchritten. Er passte auf, dass die Bauern nicht unbefugt Vieh in die Ordensheide führten, kein Feuer anzündeten, wilderten oder Holz stahlen. Auch das wird die Dauerausstellung dokumentieren.

"Das Konzept für das Museum liegt im Groben vor. Jetzt muss es verfeinert werden. Vitrinen und Tische sind ebenso zu besorgen", meint Hartwig. Das Einräumen werde dann relativ schnell gehen. Das Hartwigsche Museum werde zudem umgelagert. Er habe auch noch sehr viele schöne Dinge, die bisher nicht ausgestellt worden seien.

Erste Schritte, den Verein bekannt zu machen, ist eine Publikation von Ralf Hartwig im Kreiskalender 2009 zur Geschichte der Kiefernsamendarre in Dammendorf. Weitere sollen folgen. Ebenso wie die Erforschung und Bewahrung der Ortsgeschichte nie aufhören werde.

Ein Eröffnungstermin steht jedenfalls schon fest: Im Rahmen des Dorffestes in Dammendorf am 20. Juni, 13 Uhr. Dann sollen auch die Außenanlagen in das Museumsambiente einbezogen sein. "Der Charme des historischen Gebäudes soll unbedingt erhalten bleiben. Es liegt unmittelbar an der B 246, in der Nähe eines öffentlichen Parkplatzes mit Gaststätte sowie des Radwanderweges und -rastplatzes. Das sind ideale Voraussetzungen", schwärmt Hartwig. Hinter den historischen Mauern könne man den Ort den Besuchern aus einer anderen Perspektive nahe bringen.

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