Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Ostbahn als Jobmotor

Pendlerbahnhof: Von Seelow-Gusow fahren tõglich mehr als 100 B³rger via Ostbahn zur Arbeit in die Hauptstadt. Foto: Johann M³ller
Pendlerbahnhof: Von Seelow-Gusow fahren tõglich mehr als 100 B³rger via Ostbahn zur Arbeit in die Hauptstadt. Foto: Johann M³ller © Foto:
dsteinkraus / 09.12.2008, 19:26 Uhr
Seelow Am Wochenende gibt es eine Premiere auf der alten Ostbahnstrecke Berlin-Gorzow. Zum ersten Mal passiert nach Jahrzehnten am Sonntag wieder ein direkter Nachtzug Warschau-Berlin die Strecke. Und es wird keine Eintagsfliege sein. Der Nachtzug fährt künftig jeden Tag von Lichtenberg (21.04 Uhr) nach Warschau und zurück (21.30 Uhr). In Kostrzyn ist in jede Richtung ein Zustieg möglich.

Noch vor drei Jahren hätte jeder Verantwortliche bei der Deutschen und Polnischen Bahn über solch ein Ansinnen geschmunzelt. Die traditionsreiche Ostbahnstrecke, die einst Preußen mit Königsberg verband, spielte kaum noch eine Rolle. Mit der Gründung der Interessengemeinschaft Eisenbahn Berlin-Gorzow (IG) 2006 hat sich das verändert.

Das Vorgehen habe sich umgekehrt, gestand Ulrich Schultheiß, Leiter des Regionalnetzes der Deutschen Bahn, bei der Jahresmitgliederversammlung der IG in Seelow. Normalerweise werde der Bahnverkehr entsprechend des Bedarfs geplant und organisiert. Hier werde ein Bedarf erst geschaffen und die Bahn sei dabei, ihre künftigen Investitionen danach zu planen. Genau darum geht es der IG mit ihrem Geschäftsführer Karl-Heinz Boßan. Das Potenzial der Strecke, die einst den wirtschaftlichen Aufschwung der Region bestimmte, soll wieder genutzt werden. "Wir haben mit der Ostbahn eine Vision nicht nur benannt, sondern beginnen sie umzusetzen", betonte Landrat Gernot Schmidt (SPD). Sowohl für Märkisch-Oderland als auch für den polnischen Partnerkreis Gorzow habe die Entwicklung der Strecke eine große Bedeutung. Was sein polnischer Amtskollege Jozef Kruczkowski bekräftigte. Er würdigte die Arbeit der IG, in der 42 kooperative Mitglieder in zwölf Arbeitsgruppen mit 360 deutschen und polnischen Akteuren mitwirken.

Die polnische Staatsbahn hatte die Strecke bereits als wenig bedeutend vernachlässigt. Mittlerweile sind Millionen für den Ausbau der Strecke geplant. Auf deutscher Seite werden entlang der Strecke mit Sanierungen und Bahnübergangsschließungen Voraussetzungen geschaffen, um eine Reisegeschwindigkeit von 120 km/h zu sichern.

Dank der Lobbyarbeit der IG wird die Anbindung der Ostbahn an den neuen Knotenpunkt Ostkreuz gesichert, mit der Option einer direkten Verbindung zum neuen Flughafen Schönfeld. Einher geht die Entwicklung von Bahnhöfen wie in Rehfelde, wo schon Bauarbeiten begonnen haben, Müncheberg und Seelow-Gusow. Mit der günstigen Fahranbindung sollen Firmen und Zuzügler geworben werden. Die Ostbahn soll sich zum Jobmotor entwickeln. Die Ostbahn soll sich zum Jobmotor entwickeln. Erste Erfolge zeigen sich in Rehfelde.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG