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Ohne Ehrenamt kein Kirchenleben

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DSTEINKRAUSN / 02.02.2009, 08:18 Uhr
Eva-Maria Plume soll an diesem Sonntag eigentlich still auf ihrem Stuhl sitzen und sich bewirten lassen. Doch die 74-Jährige flitzt immer wieder hin und her. Sie sorgt sich um den Kaffeenachschub, sammelt Kuchenkrümel vom Tisch, hat ein waches Auge, ob auch alles läuft. Sie ist eine der Frauen und Männer, denen der Dank von Superintendent Roland Kühne gilt. "Ohne ehrenamtliche Arbeit wäre kirchliches Leben undenkbar", sagt er.

Ein großer Teil dieser Arbeit vollzieht sich sehr leise. Es gibt feste Gruppen, in denen jeder seine Aufgaben wahrnimmt, ob bei den Kindern, in der musikalischen Arbeit (Kinderchor, Kirchenchor, Posaunenchor) oder eben in der Begegnungsstätte im Kirchturm. Letztere wird zwar von der Diakonie betreut, aber ohne Gemeindemitglied Eva-Maria Plume wäre der dienstägliche Treff kaum denkbar. "Es macht einfach Spaß", sagt die Seniorin. Sie freue sich jede Woche neu auf die Treffen, die vielen Älteren Abwechslung und Begegnungen ermöglichen.

Auch andere regelmäßige Termine funktionieren nur durch die selbstständige ehrenamtliche Arbeit, wie etwa der Männerkreis, in dem sich Dieter Lebus, Siegfried Kühne und Herrmann Hamscher engagieren. Oder die Gruppe, die vierteljährlich den Gemeindebrief erarbeitet und dafür sorgt, dass er bei allen Gemeindegliedern ankommt. Oder der Lektorendienst, mit dem der Pfarrer entlastet wird. Den Gottesdienst zum Tag des Ehrenamtes haben an diesem Sonntag Brigitte Lebus und Siegfried Hamscher gestaltet.

Selbst die Kirchenkassen werden in den Gemeinden ehrenamtlich geführt. In Seelow obliegt diese Aufgabe Christoph Menz. Einige Gemeinden sichern zudem die Verwaltung des kirchlichen Friedhofes im Ort. "Wir haben für fast jeden Buchstaben im Alphabet eine ehrenamtliche Tätigkeit", macht der Superintendent deutlich. Und vergisst auch nicht den Dank an die Frauen, die zu so vielen Anlässen ganz selbstverständlich die Kaffeetafeln herrichten. Auch zu Ereignissen, die dann im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen wie der Festgottesdienst zum zehnten Jahrestag des Wiederaufbaus des Seelower Kirchturms oder zum Kreiskirchentag mit mehr als 400 Besuchern auf dem Seelower Marktplatz. Ehrenamtlich agieren auch die Bläser im Kirchenkreis. Das große gemeinsame Jahresfinale in der Seelower Stadtpfarrkirche sei längst ein Selbstläufer, sorge immer für ein volles Gotteshaus, freut sich Roland Kühne.

Sein Dank gilt ebenso denen, die sich meist schon über Jahrzehnte um die Arbeit mit der Partnergemeinde Rumeln-Kaltenhausen im Kirchenkreis Moers verdient gemacht haben. Immer wieder gibt es Treffen, bei denen zahlreiche Familie herzliche Gastgeber sind. Er berichtete, dass aus Rumeln-Kaltenhausen gerade wieder ein Scheck in Höhe von 1000 Euro angekommen ist. Zum Weihnachtsmarkt war dort für den geplanten Neubau der evangelischen Kita in Seelow gesammelt worden.

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