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Fußball-Experiment missglückt

ebe / 10.02.2008, 20:38 Uhr
Eisenhüttenstadt Der nicht nur in Frankfurt, sondern auch international bekannte Ex-Handballer und Trainer Hans Haberhauffe wurde am vergangenen Mittwoch 75 Jahre alt.

Der gebürtige Schönebecker, der ab 1952 für den 1. Ostzonen- meister (1948) Motor Fermersleben auflief, wechselte 1956 von der Elbe in die Nähe der Spree, zum ASK Berlin. Der gelernte Maschinenschlosser stand 1959 mit Waldemar Pappusch in der gemeinsamen deutschen Mannschaft, die in Wien nach dem 14:11-Sieg gegen Rumänien Feldhandball-Weltmeister wurde. Vier Jahre später in der Schweiz gewann er u. a. mit Peter Kretzschmar, Klaus Langhoff, Waldemar Pappusch, Klaus Müller und Paul Tiedemann erneut den Titel auf dem Großfeld. Das Finale 1963 gewann die DDR gegen die BRD klar mit 14:7.

Der drahtige Rechtsaußen brachte es auf 79 Länderspiele und 211 Tore. "Hans war technisch sehr gut, antrittsstark und schnell", urteilt sein einstiger Mitspieler "Waldi" Pappusch (71). Und fügt an: "Er war ehrlich, zuverlässig, verfolgte eisern ein Ziel, auch als Trainer."

Als erste Sportler des von Berlin nach Frankfurt verlegten Klubs kamen im Juli 1969 die Handballer aus Strausberg an die Oder. Der diplomierte Sportlehrer Hans Haberhauffe führte als Trainer mit Günter Böttger die ASK-Männer 1974 zum DDR-Meistertitel. Die Krönung folgte 1975 mit dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister nach dem 19:17-Finale in Dortmund gegen Borac Banja Luka (Jugoslawien). Der ASK war nach dem SC DHfK Leipzig (1966) erst die zweite DDR-Klubmannschaft, die eine EC-Trophäe eroberte.

1976 erfolgte der überraschende Wechsel des Hans Haberhauffe vom Cheftrainer der Frankfurter ASK-Handballer zum Cheftrainer der Vorwärts-Fußballer. Der Hintergrund: Der FCV, 1971 aus Berlin "importiert", schlingerte Mitte der 70er Jahre am Oberliga-Abstiegsrand, rettete sich unter dem verantwortlichen Coach Werner Wolf in der Saison 1975/76 gerade noch so auf den zwölften Platz.

Hans Haberhauffe folgte dem "Marschbefehl" ohne großen Ortswechsel von Hansa-Nord ins Stadion, "denn es war eine Herausforderung, ein Experiment." Aber das Experiment missglückte. 1977/78 folgte der Absturz in die Zweitklassigkeit. Auch der neue FCV-Cheftrainer, der wie die Trainer oder Klubchefs meist nicht länger als zwei bis drei Jahre im Amte war, musste gehen. Haberhauffe sieht die Ursache für den Oberliga-Abstieg "im Aderlass an profilierten Spielern wie Pfefferkorn, Withulz, Piepenburg, Hamann, Strübing, Krautzig und Kahnt, die nicht durch den eigenen Nachwuchs kompensiert werden konnten".

Als "Karriereknick" empfindet er auch heute nicht den Abschied von der Oderstadt: "Es war eine aufregende und schöne Zeit." Er wechselte nach zehn Frankfurter Jahren ins Komitee der ASV Vorwärts, war dort als Betreuer des ASK Rostock mit seinen Wassersportlern unter Klubchef Peter Gorny (Rudern) zuständig.

Nach dem Ausscheiden aus der Armee nahm er 1981 ein Angebot des DHV an, wurde DDR-Verbandstrainer, betreute Junioren wie Fuhrig, Neitzel, Pysal oder ASK-Spieler Klaus-Dieter Schulz, und führte sie zu guten WM-Platzierungen. Nach der politischen Wende war er Geschäftsführer des Berliner Handballverbandes und als Sportlehrer tätig.

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