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Fürstenwalde größte Stadt im Landkreis

lötsch / 05.03.2009, 09:32 Uhr
Fürstenwalde Von Stefan Lötsch, Joachim

Eggers und Janet Neiser

Fürstenwalde hat Eisenhüttenstadt als größte Stadt im Landkreis abgelöst. Vor allem die Abwanderung junger Leute hat dazu geführt, dass die Stahlstadt seit der Wende rund 20 000 Einwohner verloren hat.

Zum Stichtag 31. Dezember 2008 wurden in Fürstenwalde 32 070 Einwohner gezählt, in Eisenhüttenstadt 30 333. So steht es im aktuellen Grundstücksmarktbericht des Landkreises Oder-Spree, der seine Zahlen von den Kommunen bezog. Damit hat sich vollzogen, was schon seit längerem absehbar war: Die Stahlstadt würde den Status als größte Kommune im Landkreis verlieren. Dabei sahen die Verhältnisse zwischen den beiden Städten noch vor 19 Jahren ganz anders aus. 50 480 Einwohner lebten zur Wende in Eisenhüttenstadt, rund 16 000 mehr als in Fürstenwalde.

Ein Grund dafür, dass sich der Bevölkerungsrückgang in Fürstenwalde nicht so bemerkbar macht, sieht Rüdiger Rietzel, Chef der Regionalen Planungsgemeinschaft Oderland Spree in der Berlinnähe. Fürstenwalde sei nah genug an Berlin für Arbeitsplatzsuchende aber auch weit genug entfernt, "um ein eigenes Profil zu entwickeln." Auch sei die Spreestadt nicht so mono-strukturiert in ihren Betrieben.

Bei Eisenhüttenstadt macht sich bemerkbar, dass die Stadt mit einem Schlag gegründet wurde: Die meisten Menschen gehören der gleichen Altersgruppe an. Es schlägt daher stärker durch, wenn junge Leute wegziehen. Dabei dürfte die Frage, welche Stadt die größte im Landkreis ist, eher eine Imagefrage sein. "Aus Sicht der Raumordnung sind beides Mittelzentren", so Rietzel.

Allerdings wird die Bevölkerungs-Schere zwischen beiden Städten in den kommenden Jahren noch viel deutlicher auseinandergehen. Nach Prognosen werden 2020 in Fürstenwalde noch 31 000 Einwohner leben, zehn Jahre später 25 700. Die Stahlstadt sackt 2020 auf 25 700 Einwohner ab, zehn Jahre später auf nur noch 22 000, sagt Wolfgang Rump, Bevölkerungsexperte bei der regionalen Planungsgemeinschaft.

Wobei die eigentliche Abwanderung abflaut, sogar stoppt, schätzt Rüdiger Rietzel ein. Es macht sich dann aber bemerkbar, dass deutlich mehr Menschen sterben, als neu geboren werden.

Fürstenwaldes Bürgermeister Manfred Reim fasste die Entwicklung gestern in eine treffende Sprach-Schöpfung: Fürstenwalde habe nicht Eisenhüttenstadt überholt, sondern Eisenhüttenstadt habe Fürstenwalde "unterholt". Die Spreestadt habe immer noch eine stabile Bevölkerungsentwicklung. "Dafür haben wir auch Einiges getan - ich will aber den Eisenhüttenstädtern nicht unterstellen, dass sie das nicht auch getan haben."

Eisenhüttenstadts Bürgermeister Rainer Werner zeigte sich gestern überrascht, als er die aktuelle Einwohnerzahl seiner Stadt sah. "Die stimmt so nicht", sagt er und nannte die Zahl 32 786. Allerdings stammt sie vom 30. Juni 2008. Er lasse sich von den sinkenden Einwohnerzahlen nicht beirren. "Natürlich schmerzt das", betont er. "Aber in einer kleinen Stadt lebt es sich ja nicht automatisch schlechter."

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