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Woher die Hilfe kommt, ist den Bürgern egal

Danach mussten sie ihr Wissen und K÷nnen unter Beweis stellen: Die 21 Feuerwehrangeh÷rigen, hier vor der Rehfelder Fahrzeughalle, hatten am Sonnabend unter anderem ein Auto aufzuschneiden und einen simulierten Scheunenbrand zu l÷schen. Foto: Christian Kno
Danach mussten sie ihr Wissen und K÷nnen unter Beweis stellen: Die 21 Feuerwehrangeh÷rigen, hier vor der Rehfelder Fahrzeughalle, hatten am Sonnabend unter anderem ein Auto aufzuschneiden und einen simulierten Scheunenbrand zu l÷schen. Foto: Christian Kno © Foto:
AZIMMERMANNN / 10.03.2009, 07:45 Uhr
Rehfelde Nach dem ersten gemeinsamen Truppmannlehrgang wollen die Freiwilligen Feuerwehren aus Müncheberg und dem Amt Märkische Schweiz ihre Zusammenarbeit ausbauen.

Wer kennt ihn nicht, den kleinen Drachen Grisu aus der italienischen Trickfilmserie aus den 1970er Jahren. Sein Vater will ihn natürlich zu einem furchterregenden und feuerspeienden Drache n erziehen, doch Grisu hat da eher Gegensätzliches im Kopf: Er will unbedingt Feuerwehrmann werden, muss aber auf eine freie Stelle warten.

Mangel an solchen Stellen gibt es bei den Freiwilligen Feuerwehren in der Region nicht. Nachwuchs und Späteinsteiger gleichermaßen werden häufig gesucht, weil sich die Reihen zunehmend lichten. Ältere müssen aus gesundheitlichen Gründen ausscheiden, Jüngere, die nachrücken könnten, sind beruflich verhindert oder ziehen dorthin, wo es Arbeit gibt.

Wer bereits in einer Jugend- oder gar Einsatzabteilung aktiv war, findet über die Feuerwehr am neuen Wohnort schnell Anschluss, weiß nicht nur Münchebergs Stadtwehrführer Harald Mehls, dem diese Entwicklung aber Kopfzerbrechen bereitet: "Uns fehlen einfach die Leute. In manchen Orten erreicht die Feuerwehr erst nach Feierabend oder an Wochenenden die geforderte Einsatzstärke."

Außerdem sei es selbst für Interessierte gar nicht so einfach, Feuerwehrmann oder -frau zu werden. "Ohne erfolgreich absolvierte Grundausbildung, dem so genannten Truppmannlehrgang, geht da nichts", erklärt Hartmut Sommer, Amtsbrandmeister des Amtes Märkische Schweiz. Die Ausbildung einzelner Kameraden wäre allerdings viel zu aufwendig, fügt Harald Mehls hinzu: "Vor zwei Jahren hatten wir in Müncheberg noch einen Truppmannlehrgang mit 20 Teilnehmern. Das lohnt sich." 2008 habe man die Ausbildung noch mit zehn durchgezogen, aber das sei nicht zu vertreten. Zumal vor allem aus beruflichen Gründen auch in diesem Jahr wieder Anmeldungen zurückgezogen wurden.

Umso positiver fällt jetzt die erste Bilanz des gemeinsamen Truppmannlehrgangs mit dem Amt Märkische Schweiz aus. Seit Ende Januar bis zum vergangenen Wochenende absolvierten insgesamt 22 Feuerwehrangehörige aus beiden Bereichen, darunter sechs Frauen, den ersten Teil der Ausbildung in den Feuerwehrgerätehäusern Rehfelde, Buckow und Klosterdorf: je einer aus Trebnitz und Zinndorf, je zwei aus Hoppegarten, Ihlow, Obersdorf und Werder, drei aus Rehfelde, vier aus Jahnsfelde und fünf aus Waldsieversdorf.

Am Sonnabend fand nach der praktischen Überprüfung auf dem Gelände der Firma Succow im Rehfelder Ortsteil Zinndorf und der anschließenden Übung in Rehfelde-Dorf ein Leistungstest statt. Dabei mussten die Lehrgangsteilnehmer bei der Beantwortung von mehr als 30 Fragen ihr Wissen unter Beweis stellen. Bis auf eine Kameradin, die verhindert war, bestanden jetzt alle den ersten Teil ihrer Grundausbildung. Der Zweite findet dann 2011 statt.

In der Zwischenzeit sollen sie praktische Erfahrung sammeln und sich in ihren Ortswehren weiterbilden. "Diese Truppmänner und -frauen sind bereits bedingt einsatzfähig", erläutert Hartmut Sommer. Sie dürften zwar noch nicht in die vordere Reihe, aber mitfahren und helfen. Überdies gebe es nach erfolgreich abgeschlossenem Truppmannlehrgang dann weitere Spezialausbildungen, darunter zum Atemschutzgeräteträger oder Sprechfunker.

Der erste gemeinsame Lehrgang sei auch von den Teilnehmern positiv bewertet worden, erklärt Harald Mehls und ist sich mit Hartmut Sommer einig, künftig bei der Aus- und Weiterbildung sowie anderen Dingen noch stärker als bisher die Zusammenarbeit zu suchen. Mit Blick auf die Tagesbereitschaft gelte es vor allem, die Kräfte zu bündeln. "Unseren Bürgern ist es egal, von wo die Hilfe kommt. Hauptsache, sie kommt schnell", so Sommer und dankte den Ausbildern aus den Freiwilligen Feuerwehren und der unkomplizierten Unterstützung durch die beteiligten Firmen.

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Truppmannlehrgang Hartmut Sommer Grisu Harald Mehls Trickfilmserie

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