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Kurzarbeit frisst Rücklagen der Bundesagentur

07.04.2009, 20:30 Uhr
Bei ArcelorMittal Eisenhüttenstadt Bislang wird Kurzarbeit laut Haupt-Koopmann aus den Agentur-Rücklagen der Vorjahre finanziert. 17 Milliarden Euro seien da zusammengekommen. "Die Finanzierung von Kurzarbeit ist aber günstiger als die von Arbeitslosigkeit", so Haupt-Koopmann. Denn ein Erwerbsloser bekomme 60 bis 67 Prozent seines letzten Nettogehaltes, und zwar monatelang. Die gleiche Summe zahlt die Agentur auch einem Kurzarbeiter - jedoch nur für die Zeit, die er aufgrund von Kurzarbeit daheim war.

kommen bislang auf einen Arbeitnehmer durchschnittlich sechs Kurzarbeitstage im Monat, sagte Joachim Niebur, Arbeitsdirektor von AMEH. Dort sind zurzeit 2350 von 2670 Mitarbeitern auf Kurzarbeit. In ganz Brandenburg haben laut BA im ersten Quartal des Jahres 1500 Unternehmen mit 25 000 Arbeitnehmern Kurzarbeit aus konjunkturellen Gründen angezeigt. Doch die Erfahrung zeige, dass nur etwa 40 Prozent von ihnen Kurzarbeit in Anspruch nehmen. Wird diese arbeitsfreie Zeit mit Qualifizierung gekoppelt, sei das trotz Wirtschaftskrise eine Chance, wirbt die BA. "Firmen erweitern ihr Wissen, das sie voll zur Geltung bringen können, wenn sich die Auftragslage verbessert", sagt Haupt-Koopmann mit Blick auf den Fachkräftemangel. Ein Unternehmen, das jetzt Fachkräfte entlasse, werde sie beim Aufschwung nicht wiederfinden.

Deshalb setzt auch AMEH auf Qualifizierung. Bereits jetzt befinden sich laut Niebur 133 Kurzarbeiter in einer Weiterbildung. 620 weitere sollen bis Ende September folgen. Zudem übernehme das Werk alle Auszubildenden und werde auch 50 neue einstellen - wie vor der Krise. Deren Tiefpunkt scheint noch nicht erreicht, denn bei AMEH wird darüber diskutiert ganze Betriebsbereiche vorübergehend stillzulegen, so Niebur. Dann wären einige Mitarbeiter nicht nur tageweise, sondern monatelang auf Kurzarbeit.

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