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Das schönste Möbel einer Stadt

Wasserspiele: Der Springbrunnen auf dem Anger sprudelt schon seit einigen Tagen. Johann Kendon (3) hat ihn als Spielplatz entdeckt. Mit seiner Schaufel sch÷pft er das Wasser aus dem Becken.Foto: Frank Groneberg
Wasserspiele: Der Springbrunnen auf dem Anger sprudelt schon seit einigen Tagen. Johann Kendon (3) hat ihn als Spielplatz entdeckt. Mit seiner Schaufel sch÷pft er das Wasser aus dem Becken.Foto: Frank Groneberg © Foto:
Jörg KOTTERBA / 12.04.2009, 07:10 Uhr
Was für ein vertrautes, freundliches Geräusch: Der Wasserfall im Lennépark. Er plätschert wieder zwischen sieben und 21 Uhr - zur Freude der Parkbesucher und älteren Anwohner der Wollenweberstraße. Überhaupt sprudeln wieder Brunnen in der Stadt, ein knappes Dutzend an der Zahl. Sie wecken Vorfreude auf erquickliche Sommertage.

Es gibt sie wieder, die sprudelnden Wasserspender und Frischmacher in der Stadt. Von A - wie Schäfchenbrunnen am Aurorahügel. Bis Z - wie die Hanselinien "Quelle" und "Lauf" auf der Insel Ziegenwerder. 23 Brunnen und Wasseranlagen, davon 20 in städtischer Regie, sind jetzt in Frankfurt zu finden. Und es sind wunderschöne dabei...

Doch nicht alle spucken Wasser aus und erfreuen die Vorbeikommenden. Der ehemalige Kranichbrunnen auf der Fröbelpromenade sitzt zum Beispiel im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen. "Dort stehen keine Häuser mehr. Die Kraniche sind längst demontiert. Warum sollten wir den Brunnen reaktivieren?", fragte dieser Tage Dorit Bunk, Abteilungsleiterin im städtischen Grünflächenamt.

Der Kranichbrunnen - ein trauriges Kapitel Frankfurter Brunnengeschichte. Bund, Land und Stadt zahlten Mitte der 90er Jahre 200 000 D-Mark im Rahmen des Förderprogramms zur Wohnumfeldverbesserung. Für die Katz', wie man heute weiß.

Nachwendisch entstanden unter anderem der Comicbrunnen, der Neue Marktbrunnen und der Angerbrunnen. Der sprudelte im Sommer vor neun Jahren zum ersten Mal. Durch einen Tiefbrunnes verfügt er über eine eigene Wasserversorgung. Der Rand des Beckens ist mit Sandsteinplatten abgedeckt, die aus der Sächsischen Schweiz kommen. Das Wasserbild zeigt eine mittlere Fontäne von drei bis vier Metern Höhe, die von einem Kreis etwa halb so hoher Fontänen umgeben ist. Ein beliebtes Fotomotiv für Hochzeitspaare .

Verschwunden und fast schon in Vergessenheit geraten sind die Brunnenanlagen vorm einstigen Zentralen Platz - zu Zeiten des damaligen Oberbürgermeisters Fritz Krause auch Krauses Panzersperre genannt. Auch den Brunnen vor dem Platz der Einheit, die Wasserharfe und den Tier- und den Rathausbrunnen gibt es nicht mehr. Nur noch in der Erinnerung bleiben auch der Wenck-Brunnen am Kleist-Café, der Tränke-Brunnen vom Aurorahügel, der Brunnen im Wohnensemble am Grünen Weg.

Schön, dass Unternehmen der Stadt manchen Brunnen am Fließen halten - durch Patenschaften oder Eigentum. Danke sagen alle Brunnenfreunde Wohnungswirtschaft und Wohnbau, der Treuhand und der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft.

Machen wir uns zur Osterzeit also auf den Weg, um einige der Brunnen und Wasseranlagen im Stadtgebiet zu besuchen. Lassen wir uns deren Geschichte erzählen. Und vielleicht gibt es Leser, die dem noch Historisches hinzuzufügen haben. Oder in Erinnerungen schwelgen. Oder träumen, wo un d wie es im sommerlichen Frankfurt noch plätschern könnte. Denn Brunnen sind nun mal das schönste Wohnmöbel einer Stadt.

Brunnengeschichten wurden vor sechs Jahren mit Hilfe des Frankfurter Hobby-Historikers Wolfgang Anton in einer MOZ-Serie "erzählt". Ihm sind zahlreiche Fakten auf dieser Seite zu verdanken.

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