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Molkenhaus strahlt mit Kupferdach

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IRATHN / 13.04.2009, 19:18 Uhr
Bärwinkel Rechtzeitig zu Beginn der neuen Ausstellungssaison ist das von Carl Friedrich Schinkel entworfene Molkenhaus im Neuhardenberger Vorwerk Bärwinkel "unter Dach und Fach". Die Aufnahme ins Sonderprogramm des Bundes zur Förderung überregional bedeutsamer Bauten hat es ermöglicht, den Südflügel mit einem neuen Kupferdach einzudecken, das Mauerwerk aus Raseneisenstein instand zu setzen und eine Metalltreppe zwischen den Ausstellungs-Etagen einzubauen. Die Dauerausstellung zum bedeutendsten Schinkelschen Frühwerk ist ab sofort wieder an den Wochenenden zu sehen.

Rotgolden glänzt es dieser Tage in der Frühlingssonne - das neue Kupferdach auf dem Südflügel des Molkenhauses im Neuhardenberger Vorwerk Bärwinkel. Die Kupferplatten sind nach dem Winter aufs Dach gekommen. Sie ersetzen das bisherige provisorische Pappdach auf dem Schinkelbau. Möglich wurden das neue Dach und weitere Sanierungsarbeiten über den Winter vor allem durch den "Einstieg" des Bundes. "Das Molkenhaus ist ins Sonderförderprogramm für Bauten mit überregionaler Bedeutung aufgenommen worden", erklärt Architekt Frank Augustin stolz. Der Berliner ist der Vorsitzende des Fördervereins "für das erste Hauptwerk von Carl Friedrich Schinkel, das ehemalige Verwalter- und Molkenhaus in Bärwinkel bei Neuhardenberg als kulturgeschichtliches Museum" und Eigentümer eines Teils des Gebäudes. Die Aufnahme ins Förderprogramm verdankt das Molkenhaus der Fürsprache durchs Landesamt für Denkmalpflege.

Neben dem Bund haben der Landkreis und Frank Augustin die 55 000 Euro für die jüngsten Sanierungsarbeiten aufgebracht. Zu denen gehört auch die Instandsetzung des rostbraunen Raseneisenstein-Mauerwerks am Südflügel - eine aufwendige Sache, wie Frank Augustin betont. Mit einer Mörtelspritze sind Hohlräume im Innern der Mauer verfüllt worden, verwitterte Steine wurden ersetzt und große Fugen mit taubeneigroßen Steinchen "verzwickt", wie die Experten sagen. Der frostempfindliche Zementmörtel, mit dem zu DDR-Zeiten Risse im Mauerwerk zugeschmiert worden waren und der schädlich für das offenporige Mauerwerk ist, wurde entfernt.

Noch sind die Arbeiten nicht ganz beendet. Der lange Winter hat sie verzögert. Doch dem Beginn der neuen Ausstellungssaison im Molkenhaus steht nichts mehr im Wege. Zumal die neue Metalltreppe ins Obergeschoss steht. Sie ersetzt die bisherige provisorische Gerüsttreppe. Die Metalltreppe entspreche dem Thema des Baus, der - durch den Raseneisenstein geprägt - rostfarben ist, erklärt Augustin.

Der Förderverein hoffe, die Sanierungsarbeiten bald fortsetzen zu können, sagt der Architekt und Schinkel-Verehrer. Zu tun gibt es viel am Molkenhaus. Zuerst und vor allem soll die provisorische Platten-Verkleidung an der Westfront verschwinden. Doch die Pläne des Vereins sind noch viel ehrgeiziger: Durch einen Grundstückstausch will er auch den privaten zweiten Teil des Molkenhauses übernehmen. Damit wäre der Weg frei für die originalgetreue Rekonstruktion des Hauses, das als erster neoromanischer Bau auf dem europäischen Festland gilt. Und für den Ausbau zum Museum.

Die Dauerausstellung "Der junge Schinkel 1800 bis 1803" im Molkenhaus Bärwinkel ist ab sofort wieder freitags von 15 bis 18 Uhr und am Sonnabend und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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