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Einfach mal treiben lassen

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Anja Sokolow / 13.04.2009, 20:18 Uhr
Dieselgeruch und Grillwurstduft liegen in der Luft. Am Neu Zittauer Ufer bereiten sich die Teilnehmer des Spreetreibens auf die nasskalte Tour vor: Bunt geschmückte Flöße und Boote, ein Wikingerschiff und sonstige Konstruktionen Marke "Eigenbau" werden startklar gemacht, Perücken, Hörner, Helme, Schweinchen- und Hühnermasken zurechtgerückt. Ein Schuss fällt und ab geht's.

Bejubelt von Hunderten Schaulustigen und bei schönstem Sonnenschein starten mehr als 160 Frauen und Männer in Neoprenanzügen, begleitet von Rettungsbooten, in Richtung Erkner. Die Strömung macht es den Spreetreibern mit zwei Metern pro Sekunde relativ leicht. Gegenwind kommt erst am Dämeritzsee auf, der Abschluss-Etappe bis zum Strandbad Erkner.

Von den angemeldeten Teilnehmern ist die 17 Jahre junge Tina Jedamzik als schnellste im Ziel. Scheinbar mühelos hat die trainierte Schwimmerin die Strecke in etwa eineinhalb Stunden gemeistert. "Es hat einfach nur Spaß gemacht, ich musste nur die Flossen bewegen", sagt die Erkneranerin. Unterwegs gab es für sie und die vielen Mitstreiter von den Zuschauern Wärmendes und Stärkendes wie Tee und Kekse. Im Ziel verteilen Mitglieder des Biber-Vereins diesmal Ostereier statt Schnäpse, um ein Zeichen gegen Alkohol zu setzen.

Die Appelle, unterwegs weniger Hochprozentiges zu trinken, zeigen offenbar Wirkung: Das Deutsche Rote Kreuz hat weniger zu tun. Dank der relativ hohen Temperaturen und des geringen Alkoholkonsums mussten nur wenige leichte Unterkühlungen behandelt werden, sagt Gregor Goldenbogen vom DRK.

Kurz nach der schnellsten Schwimmerin entsteigen drei glückliche Männer den Fluten: Heiko Hacker, Sohn Dominic und Martin von Lachner. Heiko Hacker, in Neoprenanzug und Damenbikini, hatte diesmal mehr gekämpft als die Male zuvor: "Mit der Strömung war es recht einfach, aber über den See drückte der Gegenwind." Sichtlich stolz ist Dominic (12): "Zuerst war ich ein bisschen aufgeregt", sagt der Schüler, der den Großteil der Strecke liegend auf einer Luftmatratze verbracht hat.

Nach und nach trudeln dann die Spreetreiber ein, empfangen von Applaus und Sambarhythmen am Strand. Mit einem kleinen Feuerwerk zu Wasser begrüßt die Besatzung eines Wikingerschiffs aus Grünheide die Wartenden."Das ist immer ganz herrlich", schwärmt Karin Götz, während sie die Schwimmer mit "Bravo!"-Rufen begrüßt. Die Rentnerin aus Erkner lässt sich dieses Ereignis nie entgehen, obwohl sie inzwischen in Berlin lebt.

Nach drei Stunden sind auch die letzten Treiber eingetrudelt. Wer noch Kraft hat, kann den Abend entspannt am Osterfeuer, Feuerwerk und beim Tanz mit Live-Musik ausklingen lassen.

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