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Der Milasee hat seine Ruhe wieder

Elke Lang / 17.04.2009, 08:00 Uhr
Kehrigk Der Milasee im gleichnamigen Naturschutzgebiet bei Kehrigk hat seine Ruhe wieder. Das angrenzende Gelände am Nordufer war in DDR-Zeiten für ein Kindergästehaus mit 150 Schlafplätzen und drei Tagungsräumen "aus der Waldeigenschaft entlassen worden", wie Oberförster Lothar Welke erklärt. "Nun erlangt das Areal diese zurück", ist er zufrieden.

Nur der mit der Örtlichkeit genau Vertraute findet an der Landesstraße L 47 - Abschnitt 10 zwischen Kehrigk und Abzweig nach Limsdorf - noch die ehemalige Zufahrt zu diesem Ferienobjekt, das wegen Unwirtschaftlichkeit 2003 aufgegeben worden war und danach vier Jahre lang verrottete. "Es gab dort Vandalismus bis zur völligen Zerstörung von Gebäudeteilen, illegale Müllentsorgung, nächtliche Treffs Unbekannter, die Feuerstellen anlegten, damit Waldbrandgefahr, Gefährdung der Spaziergänger durch offene Sammelgruben sowie Verschmutzung des Waldes durch Glas und umherliegende Materialien", erinnert sich Lothar Welke vom Amt für Forstwirtschaft Wünsdorf, Oberförsterei Schwenow.

Obwohl es nicht seine Aufgabe, sondern die des Verwalters der Immobilie, der Berliner Wohnbauten- und Beteiligungsgesellschaft mbH (WoBeGe), gewesen wäre, die Sicherheit herzustellen, hat der Oberförster die gröbsten Gefahrenquellen selbst beseitigen lassen. "Der einzige Ausweg war der vollständige Rückbau des gesamten Objektes", war ihm schon damals klar.

Das Vorhaben wurde schließlich im Rahmen einer Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme unter Federführung des Landkreises realisiert. Besonders anerkennenswert ist für Lothar Welke dabei die Arbeit von Karoline Witte von der Unteren Naturschutzbehörde.

Am 21. November 2007 dann war es soweit. Nach Verzögerungen, weil eine unerwartete Schadstoffentsorgung nötig wurde, konnte Geschäftsführer Jörg Müller, dessen Firma Abfalllogistik und Servicegesellschaft mbH Lindenberg die gesamte Vorbereitung und Bauüberwachung des Abrisses übernommen hatte, das Gelände der Unteren Naturschutzbehörde geräumt übergeben.

Seitdem ist dieses Areal nicht mehr mit dem Auto befahrbar. Die durchgehende weiße Seitenlinie der Landesstraße verbietet ein Halten oder gar Überfahren. Dazu versperrt ein niedriger Erdwall die einstige Zufahrt. Auch die einstige Bushaltestelle gibt es nicht mehr. Die Wegplatten aus Beton sind weg. Es ist nach einer Vegetationsperiode ein verwachsener, unebener Waldweg entstanden, an dem vereinzelt Veilchen blühen. Nähert man sich dem etwa ein Viertel Hektar großen Hauptareal, ist es, als ob man eine große Lichtung vor sich hat, bedeckt mit Gras, zwischen dem Sandstellen hindurchscheinen.

"Die entstandene Blöße aus Dünensanden ist Bestandteil des umliegenden Waldgebietes", erklärt Försterin Carmen Blaske aus Limsdorf, die seit 2004 für das Revier Tschinka, in dem der Milasee liegt, verantwortlich ist. "Das Gelände wird durch Sukzession, also ganz allmählich durch Samenanflug, und eventuelle kleinflächige Pflanzung seine einstige Struktur und Schönheit im Bereich der Milaseen bald wiedererlangen", ist sie überzeugt. Ein Waldumbau, wie der jetzt überall angestrebt wird, komme hier nicht in Frage. "Eichen und Buchen haben bei dem Dünensand wenig Überlebenschancen."

Das Gebiet lädt nun wieder zu einem Ausflug ein, wegen der Abgelegenheit jedoch eher mit Rad. Aber: Auch wenn das klare Wasser des Milasees noch so sehr lockt - das Baden ist hier verboten, "und das wird auch kontrolliert", warnt Carmen Blaske und verweist auf eine Badestelle am Nordwest-Ufer bei Kehrigk.

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