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"Ich muss mich nicht verbiegen"

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DSTEINKRAUSN / 25.04.2009, 07:28 Uhr
Friedersdorf Am 27. September sind die Bürger aufgerufen, einen neuen Bundestag zu wählen. Im Wahlkreis 60 (Landkreis Märkisch-Oderland und Teile des Barnim) geht der Friedersdorfer Hans-Georg von der Marwitz für die CDU ins Rennen um das Direktmandat.

Im Herbst werden es 19 Jahre, dass der Allgäuer das große Abenteuer Ostdeutschland wagte. Er erwarb Land, das seine Vorfahren einst beackerten, baute seinen Betrieb auf und trat auch sonst in die Fußstapfen derer von Marwitz. Ein bisschen ärgert es ihn, wenn Menschen in Disputsituationen heute noch ihm gegenüber als letztes Mittel auf seine Westvergangenheit verweisen. Denn längst fühlt er sich mit seiner Frau Dorothee und den vier in Brandenburg aufgewachsenen Kindern hier zu Hause.

Er hat die tiefe Verunsicherung der Menschen gleich nach der Wende erfahren, hat mit seinem eigenen Betrieb immer wieder Höhen und Tiefen durchlebt, von denen auch Außenstehende nicht verschont blieben. Doch alle Rückschläge, Hindernisse und auch Angriffe konnten nie seinen Grundoptimismus erschüttern.

Der Familienvater hat sich von jeher in viele Bereiche seines Umfeldes eingebracht. Er bekleidet unzählige Ehrenämter, sei es im Johanniterorden, in der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, im CVJM, im Kunstspeicher Friedersdorf, als CDU-Fraktionschef im Kreistag oder im Gemeinderat.

Wer mit ihm zu tun hat weiß um seine Hartnäckigkeit. Und um seine Geradlinigkeit. Da nimmt er auch in Kauf, dass er mit der großen Politik nicht in jedem Falle auf einer Wellenlänge liegt. "Ich bin von der Politik nicht abhängig", sagt der 48-Jährige. Er müsse sich nicht verbiegen, um auf alle Fälle wieder gewählt zu werden. Er brauche keine Zugeständnisse machen, deren Umsetzung nicht seiner Überzeugung entsprechen. Dieser Aspekt sei für ihn mit ausschlaggebend gewesen, der Bitte seiner Partei nachzukommen, für den Bundestag zu kandidieren. Marwitz ist kein Träumer. Er weiß, dass er mit Dagmar Enkelmann von den Linken und dem Altlandsberger Ravindra Gujjula von der SPD im Wahlkreis eine starke Konkurrenz hat.

"Das Direktmandat zu gewinnen, wird nicht einfach", sagt er. Er steht auf Listenplatz fünf der CDU. Das ist nicht schlecht, aber ob über die Liste letztlich tatsächlich noch Kandidaten in den Bundestag einziehen, hängt von dem Gesamtwahlergebnis der CDU ab.

Hans-Georg von der Marwitz will in jedem Falle kämpfen, will seinen Anspruch an Politik ebenso deutlich machen wie seine Auffassungen, für die er steht. In christlicher Tradition erzogen, sieht er heute selbst erfahrene und gelebte Werte verloren gehen. Darüber müsse man mehr reden, vor allem über die Verantwortung der Familie. Bei Problemen helfe eben nur selten der Ruf nach dem allmächtigen Staat. Vielmehr sei ein Sicheinbringen und Mitgestalten nötig. Ein Grundsatz, den er nicht nur predigt, sondern auch lebt. Er nennt das Beispiel Schule. Nach 17 Novellen des Brandenburger Schulgesetzes sei verantwortungsbewussten Eltern gar nichts anderes übrig geblieben, als selbst die Initiative zu ergreifen und eben für die Errichtung des Freien Gymnasiums in Wriezen zu streiten. "Brandenburg hat die höchste Zahl freier Schulträgerschaften", macht er deutlich. Dafür gebe es letztlich Gründe. Eine qualitativ gute Schullandschaft sei einfach das Gebot der Stunde, um Kindern eine gute Ausbildung und damit eine Zukunft in der Region zu geben.

Viel zu oft würden junge Menschen den Landstrich verlassen und "gerade sie brauchen wir doch", sagt er. Der Friedersdorfer sieht sein Wirkungsfeld, sollte er in den Bundestag gewählt werden, denn vor allem auch im Bereich Familienpolitik und Landwirtschaft. Wichtig ist ihm, den Bezug zur Region nicht zu verlieren. "Politik birgt die Gefahr einer Eigendynamik", ist er überzeugt. Er würde zwar einige seiner Ehrenämter abgeben, aber gern auch weiter an der Basis mitwirken. Denn er möchte so viel wie möglich für die Region bewegen, sich mit seinen Erfahrungen und seinem Wissen einbringen.

Als jemand, der in beiden Teilen Deutschlands wichtige Stationen seines Lebens gemeistert hat, sieht er sich auch als Mittler zwischen Ost und West. Hier räumt er ein, dass es 20 Jahre nach dem Mauerfall noch immer Schranken und Vorurteile gibt. Er möchte sie abbauen helfen.

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