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Segler gab es hier schon 1930

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Hagen Bernard / 26.04.2009, 21:55 Uhr
Müllrose Das Ansegeln des Müllroser SV mit fünf Optimisten-Jollen am Sonnabend ist ein erster Schritt, um den Segelsport auf dem großen Müllroser See zu etablieren.

Damit hat sich auch für den 69-jährigen Dieter Metze ein kleiner Traum erfüllt. "Stell dir mal vor, wenn du aus Richtung Frankfurt nach Müllrose reinfährst und du siehst die Segler auf dem See. Das wertet doch gleich die ganze Stadt touristisch auf", sagt der langjährige Stadtverordnete. Seit 35 Jahren ist Metze Hochseesegler. Auch auf dem Scharmützelsee ist er anzutreffen. Seine Vision habe er auch aus einem Prospekt von 1930. Da werde Müllrose als Luftkurort von Berlin angepriesen und für das Segeln auf dem Müllroser See geworben. "Ursprünglich wollte ich den Segelsport über die Schulen anschieben. Das hatte jedoch nicht geklappt. Dafür kam die Resonanz über den Verein. Das geht nur über den Nachwuchssport, alles andere kommt dann von allein", sagt Metze.

Laut Metze gebe es zwar etwa 20 im Privatbesitz befindliche Segelboote am großen Müllroser See, doch auf dem Wasser seien davon maximal zwei zu sehen. Der Flaute im Müllroser Segelsport soll Abhilfe geschaffen werden. Der erste Schritt ist mit dem Ansegeln am Sonnabend getan. Wassersport habe es zuletzt in Müllrose durch das von der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) geförderte Kutterrudern gegeben. Mit diesen Booten konnte auch gesegelt werden. Auf Bezirksebene hatten die Müllroser Kutterruderer so manche Medaille abgeräumt.

Erste Ergebnisse bei Regatten könnte es bereits in diesem Jahr geben, wie Abteilungsleiter Jörg Steffen informiert. Schließlich haben die bis zwölfjährigen Segelanfänger im Winter sich einige theoretische Kenntnisse angeeignet und vor einigen Wochen in Storkow bereits an Prüfungen teilgenommen. Nachdem die Jung-Segler sich vor einer Woche beim Auftakeln zum ersten Mal auf dem Großen Müllroser See in die Boote setzen durften, erwarben sie sich am Sonnabend nun erste Segelerfahrung. Eigentlich herrschten mit über 20 Grad Celsius und einer kräftigen Brise optimale Segelbedingungen - jedenfalls für einen erfahrenen Sportler. So schossen die fünf kleinen Jollen - von denen drei mit Blumenkränzen geschmückt ihre Jungfernfahrt für den Müllroser SV bestritten - ganz schön schnell in den Wind. Doch passieren konnte eigentlich nichts - schließlich hatte sich jeweils ein Sportler vom befreundeten Zeuthener Yachtclub mit reingesetzt und das Gefährt wieder zurück zum Ausgangspunkt am Strandbad geführt. Außerdem stand ein vom Fürstenberger Ruderverein erst einmal für ein Jahr geliehenes Motorboot zur Verfügung, das die lediglich 45 Kilogramm wiegenden Boote wieder "eingesammelt" hätte. Spaß hatte die erste Segel-Tour auch dem zwölfjährigen Müllroser Moritz Kemnitz bereitet, der durch Segler auf der Helene neugierig auf diese Sportart geworden war.

Während es mit den beiden geliehenen Jollen aus Zeuthen am Sonnabend vorerst fünf Segler auf dem großen Müllroser See waren, sollen demnächst weitere Boote hinzukommen. Ziel ist es laut Jörg Steffen, dass jedes der zwölf Kinder irgendwann über ein Boot verfügt. Angefangen vom Optimisten, der bei Nachwuchsseglern auf Regatta-Ebene bis zum Alter von 15 Jahren üblich ist, wird die Segel-Karriere dann auf dem Cadett und später einem 420er-Boot fortgesetzt. Doch das wird dann jeder Sportler selbst bestimmen, da zum einen die Boote immer teurer werden und zum anderen sich die Segler auch auf einzelne Klassen spezialisieren.

Noch ist beim Müllroser SV vieles provisorisch. So der Container am Strandbad, in dem die Boote und das Zubehör aufbewahrt werden. Auch wenn der Zeuthener Klaus Niemann, der einst dem jetzigen Feuerwehrmann Jörg Steffen das Segeln beigebracht hatte, den Anfängern einige Verklicker zum Anzeigen des Windes schenkte - noch fehlt den Müllroser Seglern vieles. Daher kommt die Spende der örtlichen Sparkasse über 1000 Euro, den Scheck übergab Geschäftsstellenleiter Gert Altkrüger zum Ansegeln, gerade recht.

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