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Vertrauen ist gut, Vertrag noch besser

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Alexander Kempf / 03.08.2011, 21:29 Uhr - Aktualisiert 03.08.2011, 21:29
(In House) Von Alexander Kempf

Eisenhüttenstadt (MOZ) Eine Frage verrät viel über den, der sie stellt. Bei einer Infoveranstaltung zu grenzüberschreitenden Verbraucherfragen im Stadtteilbüro „offis“ wurden Referent Steffen Harth am Dienstag viele Fragen gestellt. Nicht alle waren frei von Klischees. Ist ein Auto auf einem Parkplatz in Polen versichert? Kann man östlich der Oder Kartoffeln kaufen? Steffen Harth, Mitarbeiter des Deutsch-Polnischen Verbraucherinformationszentrums in Frankfurt (Oder), staunte nicht schlecht über das, was er da hörte. „Natürlich können Sie Kartoffeln in Polen kaufen“, sagte er. Und darüber hinaus noch viel mehr.

Vor der Fragerunde referierte der studierte Jurist über jene Themen, die seine Einrichtung am häufigsten beschäftigen. Während Polen die Beratungsstellen in Gorzow und Zielona Gora zumeist wegen Fragen zu Reisen und Gebrauchtwagenhandel in Deutschland konsultieren, möchten deutsche Klienten mehr über Zahnersatz, Handwerkerleistungen und private Pflegekräfte aus Polen wissen.

Vorgefertigte Musterverträge, die sich einige Besucher von der Veranstaltung versprachen, blieb Steffen Harth jedoch schuldig. Dazu sei das Informationszentrum schlichtweg nicht befugt. Stattdessen lagen Informationsbroschüren aus und der Referent erteilte allgemeine Hinweise.

Bei Zahnarztleistungen in Polen sollte sich der Patient vor der Behandlung einen genauen Heil- und Kostenplan erstellen lassen. Wird dieser nicht von der Krankenkasse genehmigt, droht der Patient auf den Kosten sitzen zu bleiben. Auf einen detaillierten Vertrag sollte auch bei anderen Handwerkerleistungen geachtet werden. Ob es Garantieleistungen gibt, wurde Steffen Harth gefragt. „Es ist nicht so, dass in Polen ein rechtsfreier Raum herrscht.“ Und die Qualität? „In Polen gelten die selben Standards wie in Deutschland.“

Ungläubig verfolgten die Senioren im „offis“ Steffen Harths Ausführungen darüber, wie eine polnische Pflegekraft beschäftigt werden könnte. Entweder arbeitet diese selbstständig auf Rechnung, wird fest angestellt oder von einer Firma via „Entsendemodell“ vermittelt. Jede Variante hat Vorteile und Nachteile. Das Publikum schüttelte ob der vielen Fachbegriffe ungläubig mit dem Kopf. „Stimmt. Die Thematik ist kompliziert“, sagte der Referent. Er nehme sich aber gerne die Zeit, individuell weiterzuhelfen. Falls Interesse besteht.

www.konsument-info.eu

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